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Geschäftsbericht des IVTS
e.V. 2008

Im Jahr 2008 legten wir den Schwerpunkt unserer
Arbeit auf die „Hilfe zur Selbsthilfe“
und arbeiteten im besonderen Maße mit Betroffenen, Angehörigen
und Experten an der praktischen Verwirklichung des Selbsthilfegedankens
im täglichen Leben.
Neben erweiterten Informationen zum Krankheitsbild Ticstörungen,
bzw. Tourette Syndrom konzentrierten wir uns darauf, Betroffenen
und Angehörigen Informationen und praktische Tipps zu folgenden
Themen zur Verfügung zu stellen: Strategien zur Bewältigung
der Erkrankung, eigene Ressourcen in schwierigen Situationen aktivieren
und einsetzen, Selbstwert sowie Selbstvertrauen stärken und
für weitere Ziele nutzen.
Aktivitäten „Hilfe zur Selbsthilfe“
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Die in 2007 zum Download
entwickelten Ausgaben: 1. Lehrerbroschüre „Lukas“,
2. Geschichte für Kinder „Tims Erwachen“,
3. Magazin „Welt der Tics“ und 4. die Leitfäden
zum Nachteilsausgleich, Behinderung und zur Pflegeversicherung
stehen nun seit Januar 2008 auch als Printausgaben zur Verfügung. |
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Fortbildung von S. Schneider zum "Zertfizierter
ADHS Elterntrainer" |
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Workshop für Familien betroffener
Kinder vom 01.11.-02.11. in Schramberg |
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Neue Broschüre "Tic & Tourette
Syndrom" |
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Neue Broschüre "Ratgeber für Eltern" |
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Unterstützung der Bachelorarbeit
Thema: "Elternkompetenz und Resilienzförderung bei
betroffenen Kindern" |
Die Nachfrage nach Informationsmaterialien
ist sehr groß. Das in 2008 noch kostenfreie Angebot des Downloads
auf der Homepage wurde besonders für die Leitfäden zur
Behinderung und zur Pflegeversicherung häufig genutzt.
Viele Anfragen gab es nach einer Grundlagen-Broschüre
zu Tics & Tourette. Wir waren selbst etwas erstaunt,
dass in Deutschland noch keine derartige Broschüre existierte,
die sich dem Thema umfassend und verständlich widmet. So entstand
die Idee, eine Broschüre zu entwickeln, die den Ansprüchen
aller Zielgruppen des IVTS gerecht werden sollte. Aus diesem
Grund setzt sich die Broschüre aus einem allgemeinverständlichen
und einem medizinischen Teil zusammen.
Unsere neue Broschüre „Ratgeber für
Eltern“ verdanken wir besonders der Bachelorarbeit
im Studium „Soziale Arbeit“ von Sindy Baumgarten. Die
Idee zu solch einer Broschüre entstand u. a. auch im Zusammenhang
mit der Erstellung des Konzeptes für den Familien-Workshop,
unseres Engagements im Online-Selbsthilfe-Forum auf www.tourette.de,
unserer Arbeit als SHG-Leiter bzw. telefonische Ansprechpartner
und durch den Austausch mit unserem wissenschaftlichen Beirat.
Die Belastungen für
die Betroffenen und Angehörigen zeigen sich außer durch
die Krankheitsbewältigung und dem Umgang mit der Symptomatik,
in vielen weiteren Aspekten, etwa in späten Diagnosestellungen,
erfolglosen Therapieversuchen, Schwierigkeiten im Umgang mit Behörden
und Fachkräften, in Schulproblematiken, im Umgang mit den Begleiterkrankungen
und in familiären Konflikten.
Unser erster Workshop für
Familien zur Stärkung der Sozialkompetenz und Förderung
der Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen mit
Tic & Tourette Syndrom war ein ganz besonderes Highlight unserer
Selbsthilfearbeit. Die sehr guten Bewertungen in den Feedback-Fragebögen
und den für uns deutlich erkennbaren Bedarf nehmen wir zum
Anlass, auch in den Folgejahren Workshops für Familien anzubieten.
Betroffene und Angehörige scheuen oft den
Weg in die Selbsthilfegruppen und bevorzugen
den anonymen Austausch per Mail-Anfragen oder im Online-Selbsthilfe-Forum.
Aus unserer Sicht ist dieses Verhalten verständlich. Tics sind
sehr oft sozial auffällig und Betroffene trauen sich durch
die schmerzhaften Erfahrungen der Ausgrenzung und Diskriminierung
nicht in die Öffentlichkeit.
Die Arbeit der Selbsthilfegruppen
ist wie bei allen tabuisierten Erkrankungen besonders schwierig
– z. B.: Betroffene und Angehörige haben oft nur den
Mut zu einem Besuch, die Teilnehmer wechseln ständig, die Anfahrt
zu den Treffen ist zu zeitintensiv und neue Gruppen können
sich auf Grund der niedrigen Prävalenz nur schwer etablieren.
Da das Tourette Syndrom sehr häufig von Komorbiditäten
begleitet wird, haben Betroffene und Angehörige jedoch einen
deutlich überdurchschnittlichen Informations- und Beratungsbedarf,
der in der Gruppenarbeit nur teilweise gestillt werden kann. Wir
investieren somit täglich sehr viel Zeit in telefonisches Coaching,
E-Mail-Kommunikation und Forenbetreuung. Hier würden wir uns
wünschen, dass die gesetzlichen Krankenkassen diesen oft unterschätzten
Aufwand mehr würdigen und in Ihrer Bewertung hinsichtlich der
Selbsthilfeförderung nach § 20 c SGB berücksichtigen.
Silke Schneider ist die einzige SHG-Leiterin bundesweit,
die sich sowohl den Ticstörungen als auch der Komorbidität
ADHS widmet. Im ADHS-Bereich ist die Nachfrage nach Hilfeleistungen
besonders im häuslichen Umgang sehr groß, so dass Fr.
Schneider Ihre Kenntnisse als Zertifizierter Elterntrainer sehr
gut an die Eltern betroffener Kinder weitergeben kann.

Zusätzliche Leistungen für
Mitglieder
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Abschluss einer Vereinshaftpflicht-Versicherung
und Unfallversicherung für unsere Mitglieder |
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SSL-geschützter Online-Mitgliederbereich |
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Kostenfreie Broschüren für
SHG-Leiter und Mediziner zur Patienteninformation |
Das ehrenamtliche Engagement
vieler unserer Mitglieder ist beeindruckend und wir sind sehr froh
darüber, Unterstützung, Feedback und viele kreative Ideen
zu erhalten. Ehrenamtliche Mitstreiter bringen neben Ihren Fähigkeiten
und Erfahrungen viel Kraft, Zeit sowie Herzblut ein. Mit diesem
nicht unerschöpflichen Kapital müssen wir alle sehr sorgsam
umgehen! Die Absicherung der Risiken, die auch bei ehrenamtlicher
Arbeit vorhanden sind und oft unterschätzt werden, war uns
daher ein wichtiges Anliegen.
Unser Online-Mitgliederbereich
dient in erster Linie der transparenten Information zu unserer Vorstandsarbeit
und dem Austausch der Mitglieder untereinander.
Wir haben projektbezogene Bereiche installiert,
in denen wir und unsere ehrenamtlichen Mitstreiter oft und gerne
intensiv zusammenarbeiten. Dort sammeln wir Projekt-Ideen
und setzen sie gemeinsam um. Viele Köpfe wirken so an einzelnen
Vorhaben mit und es ist immer wieder spannend, mitzuerleben, welche
Kompetenzen und Fähigkeiten in uns schlummern und nur darauf
warten, genutzt zu werden.
Wir bedanken uns bei unseren SHG-Leitern
und telefonischen Ansprechpartnern, die vor Ort selbstlos helfen
und den IVTS bei Veranstaltungen mit Informationsständen
vertreten ebenso wie bei unserem Redaktionsteam, unserem wissenschaftlichen
Beirat, unserer startsocial Expertin Sabine Kraft und bei allen
anderen Helfern.

Aktivitäten zur Öffentlichkeitsarbeit
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Die Auszeichnung mit dem Anerkennungspreis
„HanseMerkur-Preis für Kinderschutz“ war
für uns ein großes Highlight und wir haben während
des gesamten Jahres von den vielen Presseinformationen und
der starken Außenwirkung sehr profitiert. So konnten
wir u. a. in folgenden Auflagestarken Zeitungen Informationen
zu Tics und Tourette platzieren: Süddeutsche Zeitung,
Badische Zeitung, Hamburger Abendblatt, Apotheken Umschau
und TAZ Berlin |
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Teilnahme beim AD(H)S Symposium in Bremen
durch S. Bubeck, SHG Bremen |
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Teilnahme am Kinderärztekongress
11.-14.09.08 in München |
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Teilnahme an der Tagung der MHH „Wider
das Stigma – ADHS, Tic und Zwang im Spiegel von Gesellschaft
und Forschung“ vom 10.-11.10.09 Hannover |
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Teilnahme mit einem Informationsstand
am Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie,
Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) vom 26.11.-29.11.08
in Berlin, helfend zur Seite stand uns Chr. Kant, SHG Berlin |
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Informationsstand "Das chronisch
kranke Kind im Sport, in Schule, im Verein" Hannover
mit Unterstützung durch S. Bubeck, SHG Bremen |
Presseartikel und Fernsehberichte
über Tics und Tourette gibt es relativ häufig. Leider
wird in den Medien das Tourette Syndrom oftmals auf die Koprolalie
reduziert. Wir reagieren auf Reporteranfragen sehr sensibel und
lehnen dankend ab, wenn wir die Botschaft erhalten, einen möglichst
stark Betroffenen zu vermitteln. Uns ist es wichtig, dass die gesamte
Bandbreite der Symptomatik in der Öffentlichkeit bekannt wird.
Unsere neue Pressemappe steht Journalisten
und Redakteuren auf Abruf zur Verfügung und gibt Ihnen eine
Orientierung.
Die Teilnahme an medizinischen Kongressen
dient vorrangig dem Ziel, den Bekanntheitsgrad des IVTS
zu erhöhen, kompetente Ärzte für die Ärzteliste
zu gewinnen und Ärzte über die Angebotspalette des IVTS
zu informieren, damit diese Informationen an Patienten vor Ort weitergegeben
werden können.

Vernetzungen/Kooperationen
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Kooperation mit der Stiftung Gesundheit,
Installation Arztauskunft |
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Mitgliedschaft im Kindernetzwerk und
ADHS-Verband Deutschland. |
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Kooperationsvertrag zur Weiterentwicklung
des CME-DVD-Projektes „Expertenrat“ und Etablierung
„Expertenrat“ in die IVTS-Internetpräsenz |
Die Optimierung der Zusammenarbeit mit der Tourette
Gesellschaft Dtld. ist uns nach wie vor wichtig. So haben wir das
Engagement des Vorstandes mit unseren Grußworten zur Mitgliederversammlung
der TGD besonders gewürdigt. Leider werden wir noch immer als
Konkurrenz wahrgenommen. Aktuell beobachten wir, dass die TGD nun
auch verschiedene Teilprojekte des IVTS für Betroffene
und Angehörige anbietet. Die Integration unserer Projekte unter
dem Dach der TGD scheiterte 2007 besonders unter dem Argument, dass
die Satzung der TGD eine solche Umsetzung nicht zuließe. Obwohl
dieses Nachziehen für uns doch etwas irritierend ist, begrüßen
wir diese Entwicklung, denn besonders Betroffene und Angehörige
profitieren von diesem „Wettbewerb“.

Aktivitäten zur Information und
Fortbildung
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Erweiterung des wissenschaftlichen Beirates |
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Projekt „Expertenrat“ |
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IVTS-Newsletter |
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Pflege der Internetpräsenz |
Der Ausbau unseres wissenschaftlichen
Beirates ist ein wichtiges und notwendiges Anliegen des IVTS.
Unser Ziel, zwei DVDs zu entwickeln, erfordert die enge Zusammenarbeit
mit Experten und wir freuen uns sehr über das Interesse und
Engagement aller Experten hinsichtlich der Umsetzung dieses großen
Projektes.
Seit dem Sommer 2008 ist der „Expertenrat“
online. Wir bedanken uns bei Daniel Benkenstein, der dieses Informationsangebot
gemeinsam mit uns im Rahmen seiner Diplomarbeit entwickelte und
realisierte. Die Video-Interviews mit Prof. Topka München und
Dr. Niebler Neumarkt werden täglich ca. 100 x online aufgerufen
und bestätigen uns den großen Bedarf nach Fachinformationen.
Diesem ersten Info/Fortbildungsbaustein zum DVD-Gesamtprojekt sollen
etliche weitere Themenblöcke folgen.
Unser DVD-Projekt ist jedoch nicht nur für Mediziner interessant.
Wir werden gleichzeitig gezielte Inhalte speziell für Betroffene
und Angehörige auf einer statischen DVD zur Verfügung
stellen. Diese DVD bietet dann verschiedene Einsatzmöglichkeiten,
sei es zur Aufklärung oder Information innerhalb der Familie,
in Kindereinrichtungen oder in Schulen.
Wir streben für dieses Gesamt-Projekt eine
CME–Zertifizierung an. Eine solche CME-Zertifizierung
bietet Medizinern die Möglichkeit der Online-Fortbildung inkl.
Erlangung von Fortbildungspunkten.
Voraussetzung für die Erweiterung der Themenblöcke ist
eine gesicherte Finanzierung. Aus diesem Grund haben wir Anträge
an verschiedene Stiftungen gestellt und sind zusätzlich auf
der Suche nach geeigneten Sponsoren.
Unsere regelmäßgen Newsletter
informieren unsere Mitglieder und User über aktuelle, weltweite
Forschungsergebnisse. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Fr. Dr.
Malisch für Ihr Engagement bei den Übersetzungen der medizinischen
Artikel. Mit diesem Angebot stillen wir die große Nachfrage
nach Informationen aus dem Forschungsbereich und nähren die
Hoffnung der Betroffenen und Angehörigen.
Weiterhin soll - selbstverständlich unter
strikter Wahrung des Datenschutzes Einzelfallhilfe
geleistet und bereitgestellt werden können, wie dies in den
letzten Jahren durch den Vorstand immer wieder geleistet wurde.
Zu diesem Zwecke werden wir 2009 zusätzlich zu unseren bisherigen
Angeboten ein „Seelsorgetelefon“ mit einem mit dem Tourette
Syndrom und allen Begleiterkrankungen vertrauten Seelsorger einrichten.
Ihr Vorstand
des IVTS e.V.
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