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Jeder Zehnte ist mindestens einmal im Leben von einer Depression
betroffen, jeder Fünfte leidet an wiederkehrenden Depressionen.
Frauen erkranken ungefähr doppelt so häufig wie
Männer.
Depressionen werden oft verharmlost - aber
es handelt sich dabei um einer ernst zu nehmende Krankheit:
mindestens 15% der Betroffnen sterben durch Suizid, wenn keine
entsprechende Therapie erfolgt.
Die Depression ist eine der größten
Volkskrankheiten. Dies wurde sehr eindrücklich durch
eine neuere, weltweit durchgeführte Studie der WHO ("Global
burden of disease", Lopez und Murray, 1996) bestätigt.

Wie Depressionen entstehen:
Veranlagung:
Die Veranlagung zur Depression kann erworben
sein, ist jedoch oftmals auch genetisch bedingt. Menschen
mit genetischer Veranlagung neigen vermehrt dazu, bei belastenden
Situationen oder auch ohne erkennbare Belastungen eine Depression
zu entwickeln. Wie diese genetischen Faktoren genau aussehen,
ist bislang unklar.
Persönlichkeitsfaktoren:
Bestimmte Persönlichkeitsfaktoren können
die Anfälligkeit für Depressionen erhöhen.
Viele Betroffene sind eher leistungsorientiert, bereit, Verantwortung
für andere zu übernehmen und eher streng mit sich
selbst.
Psychosoziale Belastungsfaktoren:
Akute psychosoziale Belastungen wie der Verlust
oder Tod einer wichtigen Bezugsperson oder chronische Überlastungssituationen
können Auslöser einer depressiven Erkrankung sein.
Auch soziale Faktoren, (Mobbing, Arbeitslosigkeit, Berentung),
können eine Depression auslösen.
Körperliche Erkrankungen:
Auch körperliche Erkrankungen für
eine Depression ursächlich sein.
Hirnfunktionsstörung:
Ist die Depression einmal ausgebrochen, zieht
sie den ganzen Körper des Erkrankten in Mitleidenschaft.
Es kommt zu hormonellen Veränderungen, so werden z.B.
vermehrt Stresshormone ausgeschüttet, der Muskeltonus
erhöht sich, der Antrieb ist gering, der Schlaf-Wach-Rhythmus
gestört, ebenso der Appetit und die Sexualität.
Als biologische Ursache für diese Veränderungen
sowie für die gedrückte Stimmung, die Kraftlosigkeit,
die Schuldgefühle und die anderen psychischen Symptome
werden veränderte Funktionsabläufe im Gehirn, z.B.
bedingt durch veränderte Funktion der Botenstoffe zwischen
den Nervenzellen, diskutiert. Serotonin ist z.B. einer dieser
Botenstoffe.
Einschneidende Ereignisse
Zwei Drittel der von Depression betroffenen
Menschen hatten vor ihrer Erkrankung ein belastendes oder
zumindest einschneidendes Lebensereignis (zum Beispiel der
Tod eines nahen Angehörigen, Partnerkonflikte, die Veränderung
der Lebensverhältnisse und der sozialen Rolle (wie z.B.
in der Pubertät) oder chronische Überlastungssituationen).
Krankheitsbild und Formen der
Depression
Depressive Erkrankungen verlaufen meist in
Phasen, die über mehrere Monate, bei einigen Patienten
auch über Jahre anhalten können.
Unipolare Depression:
Treten nur depressive Episoden auf, so spricht
man von einer unipolaren Depression. Die meisten Menschen,
die an einer Depression erkranken, erleiden in ihrem Leben
mehr als eine depressive Episode. Derartige Episoden können,
besonders wenn sie nicht konsequent behandelt werden, Wochen,
manchmal auch Monate dauern.
Bipolare affektive Störung:
Manche Betroffene leiden neben depressiven
Episoden auch unter manischen Episoden. Manische Episoden
sind gekennzeichnet durch einen unbändigen Tatendrang,
meist gehobene Stimmung und fehlendes Schlafbedürfnis.
In diesen Fällen spricht man von einer bipolaren affektiven
Störung.
Dysthymie:
Die Dysthymie ist durch einen meist leichter
ausgeprägten, aber dafür chronisch verlaufenden
Form gekennzeichnet und beginnt meist im frühen Erwachsenenalter.

Symptome der Depression
Bei depressiven Menschen fallen sowohl körperliche
Veränderungen als auch Veränderungen des Verhaltens
und Erlebens auf.
Verändertes Erleben:
Die Erkrankten berichten über verändertes
Erleben. Gefühle der Hoffnungslosigkeit dominieren: Hilflosigkeit,
innere Leere, Schuld und Angst, Verzweiflung und Trauer, aber
auch die Unfähigkeit, überhaupt noch Gefühle
empfinden zu können ("Ich bin wie versteinert").
Negative Denkmuster herrschen vor.
Depressiv Erkrankte entwickeln in vielen
Fällen eine pessimistische Einstellung gegenüber
sich selbst, den eigenen Fähigkeiten, dem eigenen Aussehen
und der Zukunft, verbunden mit starker Grübelneigung.
Permanente Selbstkritik, Konzentrationsprobleme und Suizidgedanken
sind häufig. Manche Patienten entwickeln auch Wahnvorstellungen,
z.B. die Überzeugung unheilbar erkrankt zu sein, oder
sich und die Familie finanziell ruiniert zu haben. Die Betroffenen
sind nur schwer davon zu überzeugen, dass sie eine Krankheitsepisode
durchleben, die in den meisten Fällen gut zu behandeln
ist.
Verändertes Verhalten:
Die Patienten vermeiden soziale Kontakte,
stellen Ihre Hobbys ein, können ihre Arbeit kaum noch
bzw. nicht mehr bewältigen und ziehen sich ins Bett zurück.
Die Mimik und Gestik ist bei vielen Patienten wie erstarrt,
die Stimme leise und monoton. Einige Patienten laufen rastlos,
verzweifelt und wie getrieben hin und her (agitierte Depression),
können keine Entscheidungen treffen und können keine
Freude empfinden.
Körperliche Beschwerden:
Schlaflosigkeit mit Früherwachen, Appetitstörung
mit Gewichtsverlust, Libidoverlust, schnelle Ermüdung
und multiple körperliche Beschwerden (Rücken- und
Nackenschmerzen, Magenschmerzen) gehören zu den vielfältigen
somatischen Begleiterscheinungen einer depressiven Störung.
Quelle und Weiterführende Links:
www.kompetenznetz-depression.de
Suizid-Prävention
(extern)
Depressionen
treffen auch Kinder und Jugendliche – werden aber oft
nicht erkannt oder falsch behandelt 
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