Interessenverband Tic &  Tourette Syndrom
InteressenVerband Tic & Tourette Syndrom e.V.

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Ziel des InteressenVerbandes Tic und Tourette Syndrom, kurz IVTS e.V. ist es, die Lebenssituation von Tic- und Tourette-Betroffenen zu verbessern.

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InteressenVerband Tic und Tourette - direkte Hilfe zur Selbsthilfe
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Stellungnahme des InteressenVerbandes Tic und Tourette-Syndrom und der Tourette-Gesellschaft Deutschland zu einem Interview des Regisseur von „Ein Tick anders“

Seit dem 07.07.2011 läuft die Komödie „ Ein Tick anders“ in den deutschen Kinos.

Am Sonntag, den 3.7.2011 wurde der Film wenige Tage vor Kinostart in dem renommierten ARD-Kulturmagazin Titel-Thesen-Temperamente, kurz „ttt“,vorgestellt. Dies war eine begrüßenswerte Thematisierung im Sinne der von beiden Vereinen intensiv geförderten Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit. Der sehr seriöse Beitrag enthielt auch ein kurzes Interview des Regisseurs und Drehbuchautors, Andi Rogenhagen, in dem er unglücklicherweise das Tourette-Syndrom als eine Auto-Aggressions-Erkrankung bezeichnete.

Am Rande der offiziellen Film-Premiere letzten Dienstag in Hamburg sprach Melanie Boedeker, Vorstandsmitglied der TGD in einem Interview für die TGD - Zeitschrift „Tourette-Aktuell“ Andi Rogenhagen zu dieser Aussage an. Auf die Frage, warum er das Tourette Syndrom mit Auto-Aggression in Verbindung gebracht habe, antwortete Andi Rogenhagen:
„Ich glaube, hier habe ich mich falsch ausgedrückt und einfach das falsche Wort gewählt und muss in Zukunft etwas vorsichtiger damit umgehen. Ich meinte damit nicht, dass Tourette Betroffene sich absichtlich selbst verletzten, sondern sich eher in einem Tic z.B. vor die Stirn schlagen (…)“

Andi Rogenhagen bittet ausdrücklich darum, seine Richtigstellung auf einschlägigen Seiten zum Thema zu veröffentlichen.

Im Folgenden noch einige Hinweise und Gedanken zum Engagement der beiden Vereine für den Film:

Getreu der Ansicht, dass es besser ist, die Menschen wissen wenigstens Etwas über das Tourette Syndrom, als dass beim Zusammentreffen mit einem Betroffenen, aufgrund kompletter Unwissenheit, für die Beteiligten belastende Situationen eintreten können, sahen beide Vereine dem neuen Film mit Spannung entgegen.

Nachdem die Vorstände beider Vereine den Film im Vorfeld der Kino-Premiere begutachten durften, entschieden sie sich, der Bitte der Produktionsfirma zu folgen und die PR-Kampagne zu begleiten. Eine gemeinsame Entscheidung war z. B., TS Betroffenen und am Thema Interessierten in 5 Kinopreviews in Berlin, Frankfurt, München, Bochum und Hamburg neben exklusiver Vorab-Vorführung des Films auch eine Aufklärungs- bzw. Diskussionsmöglichkeit mit Vertretern beider Vereine anzubieten. Hier sollte natürlich auch erläutert werden, dass im Film nur ein Ausschnitt der vielfältigen Symptome des Tourette-Syndroms thematisiert ist und insbesondere an der im Film im Vordergrund stehenden Koprolalie nur ca. 15 – 20% der Betroffenen leiden.

Leider sind nach Kinostart nun einige Aussagen von Herrn Jörn Knebel aufgetaucht (er coachte Jasna für den Film), u. a. dass er Tourette zu seinem Hobby gemacht habe und ab und zu „tourettet“, um sich vor Auftritten oder so was in Stimmung zu bringen. Dieses können und werden wir auf keinen Fall unterstützen und möchten uns an dieser Stelle klar und deutlich von solchen Aussagen distanzieren. Aktuell arbeiten wir gerade daran, eine Stellungnahme von Herrn Knebel zu bekommen. Hier werden wir Sie weiter auf dem Laufenden halten.

Dennoch möchten wir auch noch einmal ausdrücklich betonen, dass wir nach wie vor „Ein Tick anders“ für eine toll gemachtes Werk halten. Die warmherzige schauspielerische Leistung der Jasna Fritzi Bauer vermittelt ein sympathisches Bild einer liebenswerten Betroffenen, die mit Power und Kreativität das eigene als auch das Leben der Familie meistert. Sie tritt damit dem Eindruck entgegen, dass vom Tourette Betroffene merkwürdige Menschen seien.

Das Ganze in einer Komödie zu behandeln, kommt der Erfahrung vieler Betroffener entgegen, dass in komischen Tic-Situationen eine Portion Humor sehr befreiend sein kann. Wichtig ist dabei, dass die Umwelt nicht über, sondern gemeinsam mit dem Betroffenen über den Tic oder die Situationskomik lacht.

In diesem Sinne können und wollen wir den Film „ Ein Tick anders“ weiterhin empfehlen.

Carmen Grieger Lutz Friedrichsen
Werner Görg Melanie Bödeker
Dr. Karin Malisch Michele Dunlap
Vorstände IVTS e.V. Vorstände TGD e.V.

 

weiter zu unseren aktuellen Informationen und Hilfsangeboten

 

 

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