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Glossar medizinischer Fachausdrücke


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abdominal zum Bauch/Unterleib gehörend
Acetylcholin >Neurotransmitter an >cholinergen >Synapsen; Vorkommen: im >vegetativen Nervensystem, bei der Erregungsübertagung von Nervenzellen zu Muskelzellen (motorische Endplatte) und im >Zentralnervensystem, hat hier vor allem wichtige Funktionen bei der Regulation von Aufmerksamkeit und Wachheit. In der Präsynapse (>s. Synapse) wird A. aus den molekularen Grundbestandteilen Acetyl-CoA und Cholin synthetisiert, im synaptischen Spalt (>s. Synapse) wird A. durch das >Enzym Acetylcholinesterase gepalten und verliert damit die Wirkung als Neurotransmitter. Stoffe welche die Acetylcholinesterse-Funktion hemmen, verstärken deshalb die Wirkung von A.
Acetylcholinesterase s. Acetylcholin
ACTH Abk. für engl. adrenocorticotropic hormone; Ein in der >Hypophyse freigesetztes Hormon, das die >Nebenniere dazu anregt die Nebennierenrindenhormone (s. Nebenniere) verstärkt ins Blut freizusetzen
Actin im >Zytoplasma vorkommendes >Protein, das die äußere Form der Zelle gegen Verformungen stabil hält und zusammen mit weiteren Proteinen für die Fähigkeit von Muskelzellen sich zusammenzuziehen notwendig ist
adaptive Reorganisation (im ZNS) Anpassung (z.B. an andere Umweltbedingungen) bewirkende Änderung von zellulären Strukturen
ADHD engl. attention-deficit hyperactivity disorder, deutsche Abk.: ADHS
ADHS Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitäts-Syndrom
adrenal die Nebenniere betreffend
Adrenalin Hormon des Nebennierenmarks (s. Nebenniere), Reizstoff des >Sympathikus
adernerg 1. Adrenalin freisetzend, 2. auf >Katecholamine reagierend
Aeroenterie Gasansammlung im Darm
affektive Störungen krankhafte Veränderungen des Gemütslebens; wichtigste Formen: Depression, >bipolare Störung, >Manie
agent engl. Wirkstoff (eines Medikaments)
Agranulozytose durch Medikamente verursachtes Fehlen oder starke Abnahme einer speziellen Art von weißen Blutkörperchen (Granulozyten), meistens durch Medikamente verursacht, engl: agranulocytosis
Akathisie allgemeine Bewegungsunruhe, Unfähigkeit längere Zeit die gleiche Körperhaltung beizubehalten, insbesondere Sitzen engl. akathisia
Akinesie Neurologie, hochgeradige Bewegungsarmut bis Bewegungslosigkeit
Aktigraphie Registrierung der Bewegungsaktivitäten und des Schlaf-Wach-Rhythmus durch ein Armbanduhr-Ähnliches Gerät, erlaubt die Analyse des Schlaf-Wach-Rhythmus z.B. bei Schlafstörungen
Aktin s. Actin
Aktionspotential Neurophysiologie., elektrische Impulse, die eine Nervenzelle erzeugen kann, wenn sie erregt wird (z.B. durch >Neurotransmitter die an >Rezeptoren in der Zellmembran andocken). Ein AP wird an einem Fortsatz der Zelle (Axon) weitergeleitet und führt am Ende des Axons zur Freisetzung von Neurotransmittern.
Aldosteron wichtigstes >Mineralocorticoid
Allel eine oder mehrere unterschiedliche Formen eines Gens oder einer DNA-Sequenz an einer bestimmten Position im Genom (>Locus)
Alpha-2-Agonist ein Stoff, der alpha-2 >adrenergen Rezeptoren aktiviert
alpha-2 Rezeptoren (adrenerg) Neurophysiologie., auch alpha-2 Adrenozeptor, >Rezeptor, der durch >Adrenalin und >Noradrenalin (Katecholamine) aktiviert wird; dieser Rezeptortyp befindet sich häufig in der Präsynapse (s. Synapse) von Nervenzellen, die selbst Katecholamine ausschütten. Die Aktivierung des alpha-2 Rezeptors führt zu einer Verringerung der weiteren Ausschüttung von >Neurotransmittern aus der entsprechenden Präsynapse. Im Gehirn befinden sich auch postsynaptisch (s. Synapse) gelegene alpha-2 Rezeptoren.
Amenorrhö Ausbleiben der Regelblutung, oft durch Fehlfunktion der Eierstöcke, engl. amenorrhoea
AMPA-Rezeptor Neurophysiologie., >Rezeptor, der durch >Glutamat aktiviert wird und dadurch die Bereitschaft einer Nervenzelle >Aktionspotentiale zu bilden verstärkt. Der AMPA-Rezeptor reagiert sehr schnell im Unterschied zum >NMDA-Rezeptor.
Amphetamin Stoffe, die chemisch den >Katecholaminen ähneln, steigern die Aktivität des >Sympathikus, heben die Stimmung, steigern die Leistungsfähigkeit, können rasch zur Abhängigkeit des Konsumenten führen
Amygdala auch Corpus amygdaloideum, dt. Mandelkern, >Kerngebiet im Gehirn, gehört zum >limbischen System, ist an emotionalen Reaktionen (v.a. Angst) und Lernvorgängen entscheidend beteiligt.
Anämie dt. Blutarmut, Verminderung der >Hämoglobinkonzentration im Blut, kann vielfältige Ursachen haben z.B. Blutverlust, verminderte Bildung roter Blutkörperchen, Eisen- / Vitaminmangel, genetische Usachen, Nebenwirkung von Medikamenten, engl. anemia
Androgene männliche Geschlechtshormone (u.a. Testosteron), bewirken die männl. Geschlechtsentwicklung, fördern den Muskelaufbau
Angst, pathologische krankhaft gesteigerte Angst; wichtigste Formen: Panikstörung, generalisierte Angststörung, Phobie
Antagonist im Sinne von Rezeptorantagonist: ein Stoff, der die Wirkung eines >Neurotransmitters oder Hormons an einem >Rezeptor abschwächt
antagonistisch entgegengesetzt wirkend, s.a. Antagonist
anterior lat., vorderer, nach vorn gelegen
antibody engl., s. Antikörper
antibody titre engl., Antikörper-Titer, s.Titer
anticholinerg die Wirkung von Acetylcholin hemmend, meist auch: den Parasympathikus hemmend, engl. anticholinergic
Antidot bei Vergiftungen gegebenes Mittel, das die Wirkung des Giftes neutralisiert
antiemetisch das Erbrechen verhindernd
Antigen ein (meist körperfremder) Stoff, der beim Eindringen in den Körper die Bildung von >Antikörpern verursacht
Antikörper Eiweißmolekül im >Serum, das als Reaktion auf das Eindringen von >Antigenen in den Körper von einer best. Art weißer Blutkörperchen (B-Lymphozyten / Plasmazellen) gebildet wird. Ein Ak ist äußerst spezifisch gegen ein bestimmtes >Antigen gerichtet und kann an dieses Antigen binden. Dies ist ein Signal für das Immunsystem, das betreffende Antigen unschädlich zu machen., engl. antibody
antimuscarinerg an bestimmten Rezeptoren (m-Cholinozeptor) >anticholinerg wirkend; Muskarin: Gift des Fliegenpilzes
antineuronale Antikörper >Antikörper, die gegen Nervenzellen gerichtet sind
Antiöstrogen Stoff, der die Wikung von weiblichen Geschlechtshormonen (Östrogene) vermindert
Antiphospholipid-Antikörper >Antikörper, die gegen Bestandteile von Zellmembranen (Phospholipide) gerichtet sind
antipsychotisch gegen Erregungszustände / >Psychosen wirksam
Antistreptolysin-O >Antikörper, der gegen ein >Antigen (Streptolysin O) auf der Oberfläche von >Streptokokken (Bakterienart) gerichtet ist
anxiety disorders engl. Angstneurose, s. Angst, pathologische
anxiolytisch angstlösend, engl. anxiolytic
aplastische Anämie Ausfall der Bildung von Blutkörperchen im Knochenmark mit sich daraus ergebender >Anämie, engl. aplastic anaemia
Arousal Arousal ist ein Begriff der Psychologie und der Physiologie, welcher den allgemeinen Grad der Aktivierung des zentralen Nervensystems beim Menschen und Wirbeltieren bezeichnet. Charakteristische Merkmale sind Aufmerksamkeit, Wachheit, Reaktionsbereitschaft
arrythmia engl. >Herzrrhythmusstörung, Arrhythmie
Arteriitis Entzündung einer Arterie (Schlagader); kann eine bis alle Zellschichten der Arterienwand betreffen, engl. arteritis
assay Test, Nachweisverfahren, meist ein >Immunoassay, wichtigstes Verfahren >ELISA
Astrozyt auch Astrogliazelle, eine Art von >Gliazellen im >Zentralnervensystem: regulieren verschiedene Stoffkonzentration im ZNS, bilden eine Grenze zwischen Blutgefäßen und Gehirngewebe (Blut-Hirn-Schranke)
Ataxie Störung des geordneteten Ablaufs und der Koordination von Muskelbewegungen, oft als Gang- und Standunsicherheit
ätiologisch die Ätiologie (d.h. die Krankheitsursachen) betreffend, engl. etiological
Ausschlusskriterium Statistik, Vor jeder Studie, an der Patienten teilnehmen, werden Einschlusskriterien definiert, die Patienten erfüllen müssen, um an der Studie teilnehmen zu können. Dies sind z.B. ein bestimmtes Alter und die zu untersuchende Erkrankung. Außerdem werden Ausschlusskriterien definiert, mit denen gewährleistet werden soll, dass verschiedene Patienten vergleichbar sind. Ein Ausschlusskriterium können beispielsweise schwere, weitere Erkrankungen sein, an denen ein Patient zusätzlich zur in der Studie untersuchten Krankheit leidet.
Autismus Sichabsondern von der Außenwelt unter Einkapseln in die eigene Gedanken- und Vorstellungswelt, in seltenen Fällen mit hohen geistigen Leistungen auf einem speziellen Gebiet verbunden, engl. autism
autoimmun gegen den eigenen Körper eine Reaktion des Immunsystems auslösend
Autoimmunreaktion Reaktion zwischen einem körpereigenen >Antigen und einem >Antikörper; Kann dazu führen, dass das Immunsystem körpereigenes Gewebe oder Organe angreift (Autoimmunkrankheit). Autoantikörper können aber auch im Blut vorhanden sein, ohne das sich für den Betroffenen eine Krankheit daraus ergibt.
autonomic dysfunction engl. Funktionsstörung des >vegetativen Nervensytems
autonomes Nervensystem s. vegetatives Nervensystem
autosomal-dominante Vererbung Genetik, Form der Vererbung, bei der bereits ein >Allel auf einem der beiden betreffenden >Chromosomen ausreicht, damit das erbliche Merkmal nach außen hin (phänotypisch) sichtbar wird. Eltern vererben dieses Merkmal mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit an ihre Kinder weiter: Die Wahrscheinlichkeit für das Kind das entpsprechende Merkmal zu tragen ist 50%, wenn ein Elternteil >heterozygot ist, 75% wenn beide Eltern heterozygot sind und 100%, wenn mindestens ein Elternteil >homozygot ist. Die Vererbung ist unabhängig vom Geschlecht der Kinder, da das verantwortliche Gen auf einem geschlechtsunabhängigen >Chromosom (Autosom) liegt., engl. autosomal dominant inheritance
autosomal-rezessive Vererbung Genetik, Form der Vererbung, bei der beide >Allele auf beiden entsprechenden >Chromosomen betroffen sein müssen, damit das erbliche Merkmal nach außen hin (phänotypisch) sichtbar wird. Kinder von >heterozygoten, gesunden Eltern haben dieses Merkmal einer Wahrscheinlichkeit von 25%. Die Vererbung ist unabhängig vom Geschlecht der Kinder, da das verantwortliche Gen auf einem geschlechtsunabhängigen >Chromosom (Autosom) liegt., engl. autosomal recessive inheritance

Dieses Glossar wurde von Gregor Wenzel in Zusammenarbeit mit dem IVTS erstellt.

Die Erkenntnisse in der Medizin unterliegen laufendem Wandel durch Forschung und klinische Erfahrungen. Der Autor dieses Glossars hat große Sorgfalt darauf verwendet, dass die hier gemachten Angaben (insbesondere zu Therapieverfahren und Arzneimitteln) dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Jedoch können Autor und der Verband IVTS e.V. keine Gewähr für diese Informationen übernehmen.

Literaturreferenzen:

1.   Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl., Urban & Fischer, 2003
2.   Duden, Das Wörterbuch medizinische Fachausdrücke, 6. Aufl., Dudenverlag, 1998
3.   Poeck, Hacke, Neurologie, 12. Auflage, Springer, 2006
4.   Faller, Lang, Medizinische Psychologie und Soziologie, 2. Aufl., Springer, 2006
5.   Reuter, Dictionary of Clinical Medicine, Thieme, 1997
6.   Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., de Gruyter, 2007
7.   Berlit, Klinische Neurologie, 2. Aufl., Springer, 2006
8.   Murken et al., Humangenetik, 7. Auflage, Thieme,2006
9.   Buselmaier, Humangenetik, 4. Aufl., Springer, 2007
10. Aktories et.al., Pharmakologie und Toxikologie, 10. Aufl., Elsevier, 2009
11. Tölle, Windgassen, Psychiatrie einschließlich Psychotherapie, 15. Aufl., Springer, 2009
12. Rupprecht, Roter Faden Psychiatrie und Psychotherapie, Wiss. Verl.-Ges. Stuttgart, 2006
13. Schünke, Schulte, Schumacher, Prometheus - Kopf und Neuroanatomie, Thieme, 2006
14. Klinke, Pape, Silbernagl, Physiologie, 5. Aufl., Thieme, 2005
15. Schmidt, Lang, Physiologie des Menschen, 30. Aufl. Springer, 2007

 




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