Glossar medizinischerFachausdrücke 
| BAC | Gentechnik,
engl. Abk.
für bacterial artificial chromosome, dt. künstliches
Bakterienchromosom, ein gentechnisch hergestelltes Chromosom
mit artfremden (z.B. menschlichem) Genmaterial, das in ein Bakterium
eingeschleust wird. | | balancierte
Translokation | Genetik,
Ortsveränderung von
Chromosomenabschnitten (s. Chromosom) innnerhalb eines
Chromosomenbestandes, bei der der Träger ein in der Summe alles
Genmaterials ein normales Genom aufweist und
äußerlich gesund
ist. Für Kinder eines Trägers von balancierten Translokationen besteht
ein von der Art der Translokation abhängiges Risiko für eine
strukturelle Chromosomenberration |
| Balken |
s. Corpus
callosum | | Basalganglien |
eine
Gruppe von Kerngebieten des End- und
Zwischenhirns, zu den Basalganglien
werden gezählt:
Striatum (Nucleus caudatus, Putamen), Pallidum (Globus
pallidus externus, G. p . internus), Substantia nigra,
Nucleus subthalamicus; Funktionen:
Bewegungsplanung (vor allem
bei nicht willkürlichen Bewegungen (automatisierte Bewegungen die keine
Aufmerksamkeit erfordern, z.B. Laufen), Regulation von Aufmerksamkeit,
evtl. auch kognitive Leistungen |
| Basenpaar |
Genetik,
Abk. bp, zwei sich in der DNA gegenüberliegende und
chemisch
(durch Wasserstoffbrückenbindungen) verbundene Nucleinbasen. Im
Normalfall bilden die Basen Adenin (A) und Thymin (T) sowie Cytosin (C)
und Guanin (G) Basenpaare. DNA liegt in der Zelle praktisch immer
doppelsträngig vor. (Alle Basen auf einem Strang sind mit einer
entsprechenden Base auf dem anderen Strang gepaart.) RNA kommt dagegen
sowohl mit als auch ohne Basenpaare vor, wobei die Basenpaarung hier
sehr komplexe Regulationsfunktionen haben kann. |
| bewegungskorreliertes
Bereitschaftspotential |
Neurophysiologie.,
eine elektrische Spannung, die etwa 850ms vor dem Einsetzen einer
bewusst gesteuerten Bewegung an der Kopfhaut über dem Gyrus
präzentralis und Gyrus postzentralis
gemessen werden kann. |
| Bewegungsstereotypie |
automatenhafte
Wiederholung von (meist unmotivierten) Bewegungen, engl. strereotypy
of
movements | | Bias |
systematischer
Fehler oder Verzerrung eines Forschungsergebnisses |
| bilateral |
beidseitig,
zweiseitig | | Bilirubin
| ein gelbbrauner Farbstoff,
der als
Abbauprodukt aus Hämoglobin entsteht und
dem Blutserum (s.
Serum) seine gelbliche Farbe verleiht. B. ist im Serum über den
Normalwert erhöht, wenn vermehrt Erythrozyten abgebaut werden oder die
Leberfunktion gestört ist. Äußerlich ist ein deutlich erhöhter
Bilirubinwert als Gelbsucht sichtbar. |
| Biofeedback
| Rückmeldung
biologischer Signale; psychotherapeutisches Entspannungsverfahren, bei
dem Parameter des Körpers des Patienten (z.B. Herzfequenz,
Muskelspannung, EEG-Wellen) gemessen und
dem Patienten sichtbar
gemacht werden. Ziel ist es, dass der Patient lernt Kontrolle über
diese Parameter zu erlangen. |
| bipolare Störung |
Form der
affektiven Störung, bei der Depressionen
und Manie
auftreten, engl.
bipolar (affective) disorder |
| Birleson
depression score |
Ein
Scoring-System mit Selbstbewertung zur
Beurteilung von
Depresssionen bei Kindern |
| Blepharospasmus |
Krampf des
Augenlids, entweder lang anhaltend oder in einzelnen Zuckungen (dann
kann es sich evtl. um einen Blinzeltic handeln) |
| Blickkrampf |
Neurologie,
eine zwanghaft erlebte, anfallsartige, rhythmische Dauerbewegung der
Augen, engl.
gaze spasm; oculogyric crisis |
| blood
dyscrasia | engl.
allgemeine Bezeichnung für fehlerhafte Blutzusammensetzung |
| Blutserum |
der
flüssige, nach erfolgter Blutgerinnung verbleibende Teil des Blutes,
Serum enthält im Gegensatz zum Blutplasma kein Fibrinogen (Eiweiß des
Blutgerinnungssystems), engl.
blood serum |
| Bonferroni-Korrektur
| Statistik,
mathematisches Verfahren, das bei einer statistischen Untersuchung die
Wahrscheinlichkeit für einen Irrtum reduziert, wenn mehrere
Zusammenhänge untersucht werden. |
| Borreliose | s.
Lyme-Borreliose | | Botulinustoxin
| auch Botulinumtoxin, ein von
Bakterien
(Clostridium botulinum) gebildetes Gift, das eine Muskellähmung
hervorruft; blockiert die Freisetzung von Acetylcholin |
| Bradykinesie |
Neurologie,
Bewegungsverlangsamung, engl.
bradykinesia |
| Brodmann-Regionen |
Anatomie,
Einteilung der Großhirnoberfläche ( Cortex) nach
Erscheinungsbild unter dem Mikroskop in Regionen (heute durch
Einteilungen nach Funktion weitgehend überholt), engl. Brodmann's
areas |
Dieses Glossar wurde von Gregor
Wenzel in Zusammenarbeit mit dem IVTS erstellt.
Die
Erkenntnisse in der Medizin unterliegen laufendem Wandel durch
Forschung und klinische Erfahrungen. Der Autor dieses Glossars hat
große Sorgfalt darauf verwendet, dass die hier gemachten Angaben
(insbesondere zu Therapieverfahren und Arzneimitteln) dem derzeitigen
Wissensstand entsprechen. Jedoch können Autor und der Verband IVTS e.V.
keine Gewähr für diese Informationen übernehmen.
Literaturreferenzen: 1. Roche Lexikon
Medizin, 5. Aufl., Urban & Fischer, 2003 2.
Duden, Das Wörterbuch medizinische Fachausdrücke, 6. Aufl.,
Dudenverlag, 1998 3. Poeck, Hacke, Neurologie, 12.
Auflage, Springer, 2006 4. Faller, Lang,
Medizinische Psychologie und Soziologie, 2. Aufl., Springer, 2006 5.
Reuter, Dictionary of Clinical Medicine, Thieme, 1997 6.
Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., de Gruyter,
2007 7. Berlit, Klinische Neurologie, 2. Aufl.,
Springer, 2006 8. Murken et al.,
Humangenetik, 7. Auflage, Thieme,2006 9.
Buselmaier, Humangenetik, 4. Aufl., Springer, 2007 10.
Aktories et.al., Pharmakologie und Toxikologie, 10. Aufl., Elsevier,
2009 11. Tölle, Windgassen, Psychiatrie einschließlich
Psychotherapie, 15. Aufl., Springer, 2009 12. Rupprecht, Roter
Faden Psychiatrie und Psychotherapie, Wiss. Verl.-Ges. Stuttgart, 2006 13. Schünke, Schulte, Schumacher, Prometheus - Kopf und Neuroanatomie, Thieme, 2006 14. Klinke, Pape, Silbernagl, Physiologie, 5. Aufl., Thieme, 2005 15. Schmidt, Lang, Physiologie des Menschen, 30. Aufl. Springer, 2007
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