Glossar medizinischer Fachausdrücke

| DBT | engl.
double-blind trial, s. Doppelblind-Studie |
| de-novo-Mutation |
eine
Veränderung im Erbgut, die ein Individuum nicht von seinen Eltern
geerbt hat. Eine solche Mutation kann in der Ei- oder Samenzelle oder
in der frühen Embryonalentwicklung entstehen. |
| deep brain
stimulation |
Verfahren,
bei dem eine bestimmte Hirnregion durch eine stereotaktisch ins
Gehirn eingebrachte Elektrode aktiviert wird. Dadurch können
verschiedene neurologische und psychiatrische Erkrankungen behandelt
werden z.B. Parkinson, Depressionen, Schmerzen, deren Ursache im Gehirn
liegt. | | deklaratives
Gedächnis | s. explizites
Gedächnis |
| Deletion
| Genetik,
Verlust eines Teils eines Chromosoms. Häufig sind die Enden von
Chromosomen betroffen. |
| Denervierung |
auch
Denervation, teilweises oder vollständiges Abtrennen eines Organs oder
Hirnteils von den zugehörigen Nervenverbindungen |
| Depolarisierung
| Physiologie,
die Verringerung der elektrischen Spannung an einer Zellmembran. Bei
Nervenzellen und Muskelzellen kann eine D. zu einem
Aktionspotential führen. |
| Depression | Störung
des
Gefühlslebens mit niedergedrückter Stimmung, Ermüdbarkeit, Verlust von
Lebensfreude, Antrieb, Interesse; evtl. auch verringerte Konzentration
und Aufmerksamkeit, Gefühle von Wertlosigkeit und verminderter Appetit |
| Detrusor
(Blase) | Kurzform von
Muskulus detrusor vesicae, bezeichnet die Muskelzellen in der Wand der
Harnblase, die das Abfließen des Harns bei geöffnetem
Blasenschließmuskel (Sphinkter) unterstützen. Kontrolliert werden die
Muskeln der Blase durch das vegetative Nervensystem. |
| Diathese |
Neigung des
Organismus zu bestimmten Krankheiten, kann ererbt oder selbst erworben
sein, engl.
diathesis | | Diencephalon |
s.
Zwischenhirn | | Differentialdiagnose |
Abgrenzung
und Identifikation von Krankheiten, die sehr ähnliche oder identische
Symptome verursachen, engl.
differential diagnosis |
| Diffusion |
nicht
zielgerichtete Bewegung von Teilchen (Atome, Moleküle), die zur
gleichmäßigen Verteilung dieser Teilchen führt; ein Beispiel ist
Zucker, der sich nach längerer Zeit in Wasser auch ohne Rühren auflöst. |
| Diffusion-Tensor-MRT |
Radiologie,
spezielle Technik der Kernspintomographie, die
es erlaubt im
Gehirn die räumliche Ausrichtung von Nervenfasern zu bestimmen |
| Dislokation
| Verschiebung,
Veränderung der normalen Lage |
| diurnal | täglich,
am
Tag | | DNA |
auch
DNS, Abk. für Desoxyribonucleinsäure, Trägermolekül der Erbinformation,
besitzt einen fadenförmigen Aufbau aus zwei einzelnen Strängen. Die
Erbinformation ergibt sich aus der Reihenfolge, in der die Basen Adenin
(A) und Thymin (T) sowie Cytosin (C) und Guanin (G) angeordent sind.
DNA befindet sich im Zellkern und in Mitochondrien. |
| DNA-Sequenzierung |
Bestimmung
der Abfolge von Nucleinbasen auf der DNA, heute ein
automatisiertes Verfahren das von Laborautomaten ausgeführt werden kann |
| DOPA-Decarboxylase |
ein
Enzym, das zur Herstellung von Katecholaminen und
Dopamin im Körper notwendig ist |
| Dopamin |
Neurotransmitter
aus der Gruppe der Katecholamine; spielt
eine wichtige Rolle in
den Basalganglien, Mangel führt zum Parkinsonismus; ist
ausserdem am Belohnungssystem des Gehirns beteiligt, das positive
Empfindungen nach gelösten Aufgaben auslöst; hemmt die Freisetzung von
Prolaktin |
| Dopamin-Rezeptor |
Rezeptor
einer Nervenzelle, der Dopamin bindet; je nach
Rezeptor-Typ
kann dies die Aktivität der Nervenzelle erhöhen oder senken. Am besten
untersucht ist der D2-Rezeptor, der die Aktivität der Zelle vermindet.
Im Striatum kommt neben dem D2-R. auch der
D1-Rezeptor vor, der
die Aktivität von Nervenzellen erhöht. D1 hat dabei eine generell
bewegungsfördernde D2 eine bewegungshemmende Funktion., engl.
dopaminergic receptor | | Dopaminrezeptorblocker |
auch
Dopamin-Anagonist, ein Stoff, der die Wirkung von Dopamin an
Dopamin-Rezeptoren vermindert, die bekanntesten Dopamin-Antagonisten
sind Neuroleptika |
| Doppelblind-Studie |
Studie, die
verschiedene Behandlungen (auch Behandlung gegen Placebo) vergleicht;
weder der Patient noch der behandelnde Arzt wissen, welche Alternative
der Patient erhält. | | double-blind
study | engl.
Doppelblind-Studie |
| DSM-IV |
Abk. für
Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen, 4.
Auflage; Klassifikationssystem, mit dem psychische Störungen in fünf
verschiedenen Kategorien ("Achsen") beurteilt und charakterisiert
werden. | | Dynorphine |
körpereigene
Stoffe, deren Wirkung dem Morphin (wichtigster Wirkstoff des Opiums)
ähnelt; gehören zu den Endorphinen, die bei der körpereigenen
Unterdrückung von Schmerzen eine zentrale Rolle spielen. |
| Dyslipidämie
| s.
Dyslipoproteinämie | | Dyslipoproteinämie |
Störung
des Fettstoffwechsels, Oberbegriff für Abweichungen von der Norm beim
Transport von Fetten im Blut durch Eiweißmoleküle oder bei der
Verarbeitung der Fette im Körper; wichtigste D. ist eine erhöhte
Konzentration von LDL-Cholesterin im Blut |
| Dyspepsie |
Verdauungstörung,
Oberbauchbeschwerden, engl.
dyspepsia |
| Dysphonie |
Stimmbildungsstörung |
| Dysphorie |
Unbehaglichkeit,
Verstimmtheit,engl.
dysphoria |
| Dysregulation |
fehlerhafte
Regulierung | | Dysthymia |
auch
neurotische Depression, depressive Verstimmung, die allerdings weniger
schwerwiegend ist als eine major depression |
| dystones
Syndrom | Bewegungsstörungen
des ganzen Körpers | | Dystonie |
Störung
des normalen Spannungszustandes von Muskeln und Blutgefäßen, in der
Neurologie
ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Bewegungsstörungen,
bei denen anhaltend angespannte Muskeln zu abnormalen Bewegungen oder
Körperhaltungen führen, engl.
dystonia |
Dieses Glossar wurde von Gregor
Wenzel in Zusammenarbeit mit dem IVTS erstellt.
Die
Erkenntnisse in der Medizin unterliegen laufendem Wandel durch
Forschung und klinische Erfahrungen. Der Autor dieses Glossars hat
große Sorgfalt darauf verwendet, dass die hier gemachten Angaben
(insbesondere zu Therapieverfahren und Arzneimitteln) dem derzeitigen
Wissensstand entsprechen. Jedoch können Autor und der Verband IVTS e.V.
keine Gewähr für diese Informationen übernehmen.
Literaturreferenzen: 1. Roche Lexikon
Medizin, 5. Aufl., Urban & Fischer, 2003 2.
Duden, Das Wörterbuch medizinische Fachausdrücke, 6. Aufl.,
Dudenverlag, 1998 3. Poeck, Hacke, Neurologie, 12.
Auflage, Springer, 2006 4. Faller, Lang,
Medizinische Psychologie und Soziologie, 2. Aufl., Springer, 2006 5.
Reuter, Dictionary of Clinical Medicine, Thieme, 1997 6.
Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., de Gruyter,
2007 7. Berlit, Klinische Neurologie, 2. Aufl.,
Springer, 2006 8. Murken et al.,
Humangenetik, 7. Auflage, Thieme,2006 9.
Buselmaier, Humangenetik, 4. Aufl., Springer, 2007 10.
Aktories et.al., Pharmakologie und Toxikologie, 10. Aufl., Elsevier,
2009 11. Tölle, Windgassen, Psychiatrie einschließlich
Psychotherapie, 15. Aufl., Springer, 2009 12. Rupprecht, Roter
Faden Psychiatrie und Psychotherapie, Wiss. Verl.-Ges. Stuttgart, 2006 13. Schünke, Schulte, Schumacher, Prometheus - Kopf und Neuroanatomie, Thieme, 2006 14. Klinke, Pape, Silbernagl, Physiologie, 5. Aufl., Thieme, 2005 15. Schmidt, Lang, Physiologie des Menschen, 30. Aufl. Springer, 2007
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