Glossar medizinischer Fachausdrücke

| ICD-10 |
Abk. für
engl.
International Classification of Diseases, Klassifikationssystem
für Krankheiten, weist jeder Diagnose einen spezifischen Code zu, muss
von Ärzten verpflichtend zur Abrechnung mit den Krankenkassen verwendet
werden | | idiosynkratisch |
bezieht
sich auf eine Überempfindlichkeit gegenüber Substanzen. Idiosynkrasie
ist nicht durch das Immunsystem bedingt und beruht nicht auf der
Wirkung eines Gifts., engl.
idiosyncratic |
| IgG |
Abk. für
Immunglobulin G, eine Klasse von Antikörpern, die erst relativ
spät nach Kontakt mit einem Antigen gebildet werden |
| IgM
| Abk. für
Immunglobulin G, eine Klasse von Antikörpern, die relativ früh
nach Kontakt mit einem Antigen gebildet werden |
| Ileus |
Darmverschluss,
Unterbrechung des Transports des Darminhalts, lebensbedrohlicher
Zustand, der sofort ärztliches Handeln erfordert |
| Immunmodulatoren |
Oberbegriff
für Substanzen, die Vorgänge im Immunsystem beeinflussen, engl.
immunomodulators | | Immunoassay |
Bestimmung
biologisch aktiver Substanzen mit Hilfe von Antikörpern, die gegen
diese Substanzen gerichtet sind, elaubt Messung sehr geringer Mengen
des gesuchten Stoffes, wichtigste Technik: ELISA |
| Immunoblot |
auch
Westernblot, Nachweisverfahren für Eiweiße mit Hilfe von
Antikörpern |
| Immunglobuline |
Antikörper
- Moleküle, engl.
immunoglobulins |
| Immunsuppresiva |
Medikamente
zur Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems |
| Immunsynapse
| direkter
Kontakt zwischen einem Lymphozyten und einer
speziellen Zelle
(APC), die Kontakt mit einem Antigen hatte; die
Ausbildung der
Immunsynapse kann zur Aktivierung des Lymphozyten führen |
| implicit
learning system |
engl.
implizites Gedächnis |
| implizites Gedächnis |
auch
prozedurales Gedächnis, unbewusster Teil des Langzeitgedächnisses,
speichert z.B. erlernte Bewegungsfertigkeiten (Tennispielen) oder
Informationen aus einer früheren Konfrontation mit einem Gegenstand
("Nicht an die Herdplatte kommen!") |
| Imprinting |
s. genomic
imprinting | | in
vitro | im Reagenzglas
durchgeführt, im Gegensatz zu
in vivo |
| in
vivo | am lebenden Organismus
durchgeführt, im
Gegensatz zu in vitro |
| Indikation | Umstand
oder
Anzeichen, aus dem die Anwendung einer bestimmten Behandlung angezeigt
erscheint | | inhibitorisch |
hemmend,
unterdrückend | | Inkontinenz
| Unvermögen, Harn oder Stuhl
willentlich im
Körper zurückzuhalten | | innere
Kapsel | s. Capsula interna |
| Insertion |
Genetik,
Hinzufügung eines Segments in ein Chromosom |
| Insomnia |
Schlaflosigkeit |
| Insula |
Neuroanatomie,
auch Lobus insularis, dt.
Insellappen, Teil des Cortex, der von
außen am Gehirn nicht sichtbar ist, da er von Stirn-, Scheitel- und
Schläfenlappen bedeckt wird |
| Insulin | Hormon
aus
der Bauchspeicheldrüse (Pankres), das vielfältige Wirkungen auf den
Stoffwechsel hat; am bedeutensten ist die Senkung des
Blutzuckerspiegels, die dadurch zustande kommt, dass Insulin die
Aufnahme von Glucose vom Blut in verschiedene Zellen anregt. |
| Insulin-Resistenz
| starke
Minderung oder Ausbleiben der Wirkung von Insulin, v.a. bei
Diabetes mellitus Typ 2 |
| Intention-To-Treat
Analyse |
Statistik,
eine Form der Datenauswertung, bei der die Daten von Teilnehmern einer
Studie danach ausgewertet werden, welche Behandlung nach Plan für den
entsprechenden Teilnehmer vorgesehen war. Dabei wird nicht
berücksichtigt, ob der Teilnehmer diese Behandlung auch tatsächlich
erhalten hat. Dieses Verfahren dient der Vermeidung von statistischen
Fehlschlüssen. | | Interferone |
zu den
Zytokinen gehörende Eiweißmoleküle, die
der Virusabwehr dienen
und das Immunsystem anregen |
| Interleukin |
zu den
Zytokinen gehörende Stoffe, die als
Signalstoffe Informationen
zwischen Zellen des Immunsystems übermitteln |
| Internalisierung
| bezeichnet
in den Sozialwissenschaften, insbesondere in der Soziologie, die
Verinnerlichung gesellschaftlicher Werte, Sitten, Normen und sozialer
Rollen im Rahmen der Sozialisation und der Erziehung |
| Intoxikation |
Vergiftung |
| intrazelluläre
Signaltransduktionskaskaden |
eine
Signalübermittlung über mehrere Schritte innerhalb einer Zelle,
woraufhin die Zelle auf einen äußeren Reiz reagiert |
| Intron
| Genetik, ein
Abschnitt der DNA, der keine Informationen zur Produktion von Eiweißen
enthält | | Inversion
| Genetik,
Drehung eines Chromosomenstückes
innerhalb eines Chromosoms um 180 Grad |
| Inzidenz |
Epidemiologie,
die Anzahl von Neuerkrankungen in einem Zeitraum, meistens die Anzahl
der Neuerkrankungen pro Jahr unter 100.000 Personen der Bevölkerung |
| ipsilateral |
auf der
gleichen Seite | | ipsilateral
cerebello-thalamo-corticale Wege | beschreibt
eine Nervenbahn, bei der Informationen vom Kleinhirn über den
Thalamus zum Cortex übertragen werden, wobei die
Nervenfasern nicht zwischen links und rechts kreuzen; ein solche
Verschaltung von Nervenzellen spielt vor allem bei Bewegungen eine
entscheidende Rolle | Dieses Glossar wurde von Gregor
Wenzel in Zusammenarbeit mit dem IVTS erstellt.
Die
Erkenntnisse in der Medizin unterliegen laufendem Wandel durch
Forschung und klinische Erfahrungen. Der Autor dieses Glossars hat
große Sorgfalt darauf verwendet, dass die hier gemachten Angaben
(insbesondere zu Therapieverfahren und Arzneimitteln) dem derzeitigen
Wissensstand entsprechen. Jedoch können Autor und der Verband IVTS e.V.
keine Gewähr für diese Informationen übernehmen.
Literaturreferenzen: 1. Roche Lexikon
Medizin, 5. Aufl., Urban & Fischer, 2003 2.
Duden, Das Wörterbuch medizinische Fachausdrücke, 6. Aufl.,
Dudenverlag, 1998 3. Poeck, Hacke, Neurologie, 12.
Auflage, Springer, 2006 4. Faller, Lang,
Medizinische Psychologie und Soziologie, 2. Aufl., Springer, 2006 5.
Reuter, Dictionary of Clinical Medicine, Thieme, 1997 6.
Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., de Gruyter,
2007 7. Berlit, Klinische Neurologie, 2. Aufl.,
Springer, 2006 8. Murken et al.,
Humangenetik, 7. Auflage, Thieme,2006 9.
Buselmaier, Humangenetik, 4. Aufl., Springer, 2007 10.
Aktories et.al., Pharmakologie und Toxikologie, 10. Aufl., Elsevier,
2009 11. Tölle, Windgassen, Psychiatrie einschließlich
Psychotherapie, 15. Aufl., Springer, 2009 12. Rupprecht, Roter
Faden Psychiatrie und Psychotherapie, Wiss. Verl.-Ges. Stuttgart, 2006 13. Schünke, Schulte, Schumacher, Prometheus - Kopf und Neuroanatomie, Thieme, 2006 14. Klinke, Pape, Silbernagl, Physiologie, 5. Aufl., Thieme, 2005 15. Schmidt, Lang, Physiologie des Menschen, 30. Aufl. Springer, 2007
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