Glossar medizinischer Fachausdrücke

| Längsschnittstudie |
auch
longditudinale Studie, eine Studie, bei der von den Studienteilnehmern
über einen längeren Zeitraum Daten erhoben werden, z.B. durch ärztliche
Untersuchungen in regelmäßigen Abständen |
| laryngeal |
den Kehlkopf
betreffend | | laryngeale
Dysphonie | Stimmbildungsstörung,
deren Ursache im
Kehlkopf liegt | | Läsion |
Pathologie,
allgemeiner Begriff für eine Verletzung oder Funktionsstörung eines
Organs oder Körperteils |
| Lateralisierung |
auch
Lateralisation, Verlagerung zur Seite hin, lateralization |
| L-Dopa |
s. Levodopa |
| lentiform |
Kurzform von
engl.
lenticular nucleus, Nucleus lentiformis |
| Leptin |
ein Hormon,
das v.a. vom Fettgewebe ins Blut abgegeben wird und im
Hypothalamus das Hungergefühl hemmt |
| lesion |
engl.
Läsion |
| Leukotomie |
auch
Lobotomie, operative Durchtrennung der Nervenbahnen zwischen
Thalamus und Frontalhirn, wird heute praktisch nicht
mehr angewandt und gilt als ethisch fragwürdig, engl. leukotomy,
prefrontal lobotomy | | Leukozytose |
Vermehrung
der Zahl weißer Blutkörperchen auf mehr als 10.000 Zellen pro
Mikroliter Blut, engl.
leucocytosis |
| level of
evidence | Begriff aus
der Evidenzbasierten Medizin; die nach
festen Kriterien
definierten Levels geben an, wie gut die Wirksamkeit einer Behandlung
empirisch belegt ist. Als bester Beleg gelten randomisierte
kontrollierte Studien |
| Levodopa | auch
L-Dopa,
biochemische Vorstufe des Dopamin, wird zur
Behandlung von
Morbus Parkinson (s.a. Parkinsonismus) eingesetzt |
| LH |
s.
luteinisierendes Hormon |
| LHRH | Abk.
für
luteinisierendes Hormon releasing Hormon, s. gonadotropin releasing
hormone | | limbic
leucotomy | engl.,
Durchtrennung von Nervenfasern im
limbischen System (im vorderen Gyrus cinguli und
unterhalb des Nucleus caudatus) |
| limbisches
System | Funktionseinheit
des Gehirns, beinhaltet u.a. Amygdala, Gyrus cinguli
und Hippocampus, ist an Emotionen,
Lernvorgängen und
Triebverhalten beteiligt |
| lineare Regression |
Statistik,
ein Verfahren, mit der die Abhängigkeit einer in Zahlen messbaren Größe
(z.B. Körpergröße) von verschiedenen Einflussfaktoren untersucht werden
kann | | Liquor
(cerebrospinalis) | die
Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, in den
sog. Liquorräumen zirkulierend; den inneren Liquorraum bilden die
Ventrikel. Der äußere Liquorraum umgibt
Gehirn und Rückenmark,
so dass diese im Liquor schwimmen. Liquor wird ständig neu gebildet und
durch Aufnahme ins venöse Blut abgebaut. Für Diagnosestellungen in der
Neurologie
kann es erforderlich sein Liquor durch eine Punktion
(i.d.R. des Rückenmarkskanals) zu gewinnen. engl. cerebrospinal
fluid |
| Lobotomie
| s. Leukotomie |
| Lobus
frontalis | s.
Frontalhirn | | lockjaw |
engl.
Kiefersperre |
| Locus
| s. Chromosom |
| Locus of
control | s.
Kontollüberzeugung | | logistische
Regression | Statistik,
ein Verfahren, mit der die
Abhängigkeit einer Größe (z.B. die Schwere von Tics) von verschiedenen
Einflussfaktoren untersucht werden kann |
| longitudinale
Studie |
s.
Längsschnittstudie | | Lumbalpunktion
| Punktion des
Rückenmarkskanals auf
Höhe der Lendenwirbelsäule, dient i.d.R. zur Gewinnung von
Liquor zur Diagnosestellung, engl. lumbar
puncture |
| luteinisierendes
Hormon |
Hormon
des Hypophysenvorderlappens (s. Hypophyse), stimuliert bei der Frau die
Reifung der Eizelle und den Eisprung, steigert beim Mann die Produktion
männlicher Geschlechtshormone, wird durch LHRH vermehrt
freigesetzt, engl.
luteinizing hormone |
| Lyme-Borreliose |
auch
Lyme-Krankheit, durch Zeckenbiss übertragbare, meist im Sommer u.
Herbst auftretende chronische Erkrankung, hervorgerufen durch das
Bakterium Borrelia burgdorferi, erstes Symptom ist eine sich von der
Bissstelle ausbreitende Hautrötung, in späteren Stadien kann die
Krankheit auch das Zentralnervensystem
angreifen,engl.
Lyme
disease | | Lymphozyten |
Gruppe
von weißen Blutkörperchen, die entscheidend an der spezifischen
Reaktion auf ein Antigen beteiligt sind.
L. kommen nicht nur im
Blut vor, sondern in den meisten Körpergeweben. Zu den Funktionen der
L.
zählen Produktion von Antikörpern, Abtötung von
infizierten,
körpereigenen Zellen und die Regulation anderer Zellen des
Immunsystems. engl.
lymphocytes |
Dieses Glossar wurde von Gregor
Wenzel in Zusammenarbeit mit dem IVTS erstellt.
Die
Erkenntnisse in der Medizin unterliegen laufendem Wandel durch
Forschung und klinische Erfahrungen. Der Autor dieses Glossars hat
große Sorgfalt darauf verwendet, dass die hier gemachten Angaben
(insbesondere zu Therapieverfahren und Arzneimitteln) dem derzeitigen
Wissensstand entsprechen. Jedoch können Autor und der Verband IVTS e.V.
keine Gewähr für diese Informationen übernehmen.
Literaturreferenzen: 1. Roche Lexikon
Medizin, 5. Aufl., Urban & Fischer, 2003 2.
Duden, Das Wörterbuch medizinische Fachausdrücke, 6. Aufl.,
Dudenverlag, 1998 3. Poeck, Hacke, Neurologie, 12.
Auflage, Springer, 2006 4. Faller, Lang,
Medizinische Psychologie und Soziologie, 2. Aufl., Springer, 2006 5.
Reuter, Dictionary of Clinical Medicine, Thieme, 1997 6.
Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., de Gruyter,
2007 7. Berlit, Klinische Neurologie, 2. Aufl.,
Springer, 2006 8. Murken et al.,
Humangenetik, 7. Auflage, Thieme,2006 9.
Buselmaier, Humangenetik, 4. Aufl., Springer, 2007 10.
Aktories et.al., Pharmakologie und Toxikologie, 10. Aufl., Elsevier,
2009 11. Tölle, Windgassen, Psychiatrie einschließlich
Psychotherapie, 15. Aufl., Springer, 2009 12. Rupprecht, Roter
Faden Psychiatrie und Psychotherapie, Wiss. Verl.-Ges. Stuttgart, 2006 13. Schünke, Schulte, Schumacher, Prometheus - Kopf und Neuroanatomie, Thieme, 2006 14. Klinke, Pape, Silbernagl, Physiologie, 5. Aufl., Thieme, 2005 15. Schmidt, Lang, Physiologie des Menschen, 30. Aufl. Springer, 2007
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