Glossar medizinischer Fachausdrücke

| Magnetresonanztomographie |
s.
Kernspintomographie | | Magnetstimulation |
s.
transkranielle Magnetstimulation |
| major depression |
Fachbegriff
für eine schwere, anhaltende Depression; die Diagnose wird anhand in
DSM-IV festgelegten Kriterien gestellt |
| malignes
neuroleptisches Syndrom |
sehr
seltene Komplikation bei der Behandlung mit Neuroleptika;
Symptome sind extrapyramidal-motorische
Nebenwirkungen, hohes
Fieber, schwankender Blutdruck, schneller Herzschlag, schnelle Atmung,
evtl. Bewusstseinsverlust |
| Manie | Psychiatrie,
affektive Störung, v.a. als Teilerscheinung der bipolaren
Störung, Kennzeichen: heitere Grundstimmung, unbegründeter, strahlender
Optimismus, Gehobensein aller Lebensgefühle, Antriebsüberschuss,
Enthemmung (evtl. auch Tobsucht), Ideenflucht, Selbstüberschätzung,
gesteigertes körperl. Wohlbefinden, engl. mania |
| Manierismen |
auch
Manieriertheit, unnatürliches, unechtes, geziert wirkendes
Ausdrucksgehabe in Gestik, Mimik, Sprache |
| manisch-depressiv |
s.
bipolare Störung |
| MAO | Abk.
für
Monoaminooxidase | | MAO-Hemmer |
Abk.
für Monoaminooxidase-Hemmer |
| Marker | Kurzform
für
Markersubstanzen, Hormone, Enzyme oder besondere Eiweißmoleküle, die
ein Hinweis auf eine bestimmte Krankheit sind, wenn sie im Blut oder in
einem Gewebe in vom Normbereich abweichender Konzentration vorkommen |
| Markscheide |
auch
Myelinscheide, Umhüllung der Fortsätze von Nervenzellen (Axonen), dient
der elektrischen Isolation, was Weiterleitung von Impulsen
( Aktionspotentiale) stark beschleunigt, engl. myelin sheath |
| Medline |
Abk für.
engl.
Medical Literature Analysis and Retrieval System Online, eine
öffentlich (z.B. über das Internetportal PubMed) zugängliche
bibliografische Datenbank des US-amerikanischen National Center for
Biotechnology Information (NCBI), enthält Nachweise der internationalen
Fachliteratur aus allen Bereichen der Medizin |
| Melatonin |
Hormon der
Zirbeldrüse, wird fast ausschließlich
bei Dunkelheit
produziert, steht im Zusammenhang mit tageszeitabhängigen
Regulationsmechanismen |
| Metaanalyse |
eine
wissenschaftliche Übersichtsarbeit, bei der selbst keine Daten erhoben
werden, sondern die Ergebnisse aus mehreren Arbeiten zusammengefasst
und in einen übergreifenden Zusammenhang gebracht werden |
| Metabolismus |
Stoffwechsel,
Gesamtheit aller biochemischen Reaktionen im Organismus, im
Zusammenhang mit bestimmten Substanzen auch die biochemischen
Reaktionen einer Substanz im Körper; praktisch alle Reaktionen im
Metabolismus werden von Enzymen ausgeführt. engl. metabolism |
| Metabolit
| im
Metabolismus auftretende Substanz, die
aus relativ kleinen
Molekülen besteht und entweder gebildet oder umgesetzt wird, engl
metabolite | | metabotroper
Glutamat-Rezeptor | Neurophysiologie.,
Abk. mGluR, ein
Rezeptor für Glutamat, der je nach Subtyp die
Aktivität
von Nervenzellen erhöhen oder vermindern kann; dieser Rezeptor wirkt
dadurch, dass er den Metabolismus der
Nervenzelle beeinflusst (
im Gegensatz zum AMPA-Rezeptor und zum NMDA-Rezeptor,
die dadurch wirken, dass sie Ionen durch die Zellmembran treten lassen) |
| Metakognition
| Psychologie,
Auseinandersetzung mit dem eigenen Denken |
| mGluR |
Abk für.
metabotroper Glutamat-Rezeptor |
| Mikrosatellit |
Genetik,
DNA-Abschnitte mit kurzen, sich
wiederholenden Abfolgen von
Basenpaaren, kommen über das gesamte
Genom verstreut vor,
gelten als Punkte, an denen besonders häufig Mutatiomen
vorkommen | | Mineralokortikoide
| Hormone der Nebennierenrinde
(s. Nebenniere)
zur Regulation des Mineral- u. Wasserhaushalts; wichtigstes M. ist
Aldosteron. engl.
mineralocorticoids |
| molekulare
Mimikry |
Ähnlichkeit
der molekularen Struktur eines Fremdantigens (s. Antigen) mit einer
bestimmten körpereigenen Eiweißstruktur, gilt als mögliche Ursache von
Autoimmunreaktionen, engl.
molecular mimicry |
| Monoamine
| Kurzbezeichnung
für Stoffe, die chemisch mit Adrenalin, Serotonin oder
Histamin verwandt sind, engl.
monoamines |
| Monoaminooxidase |
Abk. MAO,
Enzym, das Monoamine abbaut, durch
Monoaminooxidase-Hemmer kann
die Aktivität des Enzyms verringert werden |
| Monoaminooxidase-Hemmer |
Abk.
MAO-Hemmer, Stoffe, die durch Hemmung der Monoaminooxidase
(MAO) den Abbau von Monoaminen vermindern, so
dass diese v.a.
im Gehirn in höherer Konzentration vorkommen; MAO-Hemmer werden bei
Depressionen eingesetzt, engl.
MAO inhibitors |
| Monotherapie
| Therapie mit
einem einzelnen Wirkstoff (im Gegensatz zur
Kombinationstherapie), engl.
monotherapy; single-agent therapy |
| monozygotic
twins | eineiige
Zwillinge | | mood
(affective) disorders | engl.
affektive Störung |
| Morbus
Parkinson | Krankheit,
der ein Absterben von Nervenzellen in der Substantia nigra
zugrundeliegt; infolgedessen entsteht im Striatum ein Mangel an
Dopamin. Hauptsyptome von Morbus
Parkinson sind Rigor
(Gelenksteifigkeit durch zu hohe Muskelspannung), Tremor
(Zittern v.a. in Ruhe) und Akinese (Bewegungsarmut).
engl.
Parkinson's disease | | Morbus
Wilson | Erbkrankheit, bei der
Kupfer im Körper
gespeichert wird; in Folge entstehen Schäden v.a. an Gehirn und Leber,
deren Syptome im jungen Erwachsenenalter auftreten, engl. Wilson's
disease | | morphometrisch |
bezieht
sich auf die Messung von Oberflächen, Volumen u. Anzahl von Zellen,
Zellbestandteilen u. Geweben |
| motorisch | der
Bewegung
dienend; Bewegungen betreffend |
| motorische
Inkoordination |
mangelhafte
oder fehlende Koordination bei Bewegungsabläufen |
| MRI |
s.
Kernspintomographie | | MRT |
s.
Kernspintomographie | | muscular
rigidity | engl.
Muskelstarre |
| Musculus
thyroarytenoideus |
Muskel
im Kehlkopf, führt beim Zusammenziehen die Stimmbänder näher zusammen |
| Mutation |
eine
sprunghafte qualitative oder quantitative Änderung der Struktur und
evtl. auch der Wirkung eines oder mehrerer Erbfaktoren; Mutationen wird
weiterverebt, d.h. alle Zellen, die aus der mutierten Zelle
hervorgehen, tragen auch die Mutation. Sie können, müssen aber nicht
nicht mit einer Funktionsstörung einhergehen. Mutationen finden ständig
im Körper statt, werden aber durch ein Reperatursystem aus
Enzymen wieder repariert. |
| Myelin | Gemisch
von
fettlöslichen Stoffen, das einen Bestanteil der Markscheide
darstellt | | Myelin-basisches
Protein | ein Eiweißmolekül,
das in
Markscheiden vorkommt vorkommt |
| Myelopathie
| Rücken- oder
Knochenmarkerkrankung, engl.
myelopathy |
| Myoinositol |
chemischer
Grundstoff des IP3 (Inositoltriphosphat), das an verschiedenen
Signalübertragungswegen in Zellen beteiligt ist, neuen Erkenntnissen
zufolge auch einer bisher unbekannten Signalübertragung über das Enzym
Natrium-Kalium-ATPase | | Myoklonus |
s.
Klonus | Dieses Glossar wurde von Gregor
Wenzel in Zusammenarbeit mit dem IVTS erstellt.
Die
Erkenntnisse in der Medizin unterliegen laufendem Wandel durch
Forschung und klinische Erfahrungen. Der Autor dieses Glossars hat
große Sorgfalt darauf verwendet, dass die hier gemachten Angaben
(insbesondere zu Therapieverfahren und Arzneimitteln) dem derzeitigen
Wissensstand entsprechen. Jedoch können Autor und der Verband IVTS e.V.
keine Gewähr für diese Informationen übernehmen.
Literaturreferenzen: 1. Roche Lexikon
Medizin, 5. Aufl., Urban & Fischer, 2003 2.
Duden, Das Wörterbuch medizinische Fachausdrücke, 6. Aufl.,
Dudenverlag, 1998 3. Poeck, Hacke, Neurologie, 12.
Auflage, Springer, 2006 4. Faller, Lang,
Medizinische Psychologie und Soziologie, 2. Aufl., Springer, 2006 5.
Reuter, Dictionary of Clinical Medicine, Thieme, 1997 6.
Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., de Gruyter,
2007 7. Berlit, Klinische Neurologie, 2. Aufl.,
Springer, 2006 8. Murken et al.,
Humangenetik, 7. Auflage, Thieme,2006 9.
Buselmaier, Humangenetik, 4. Aufl., Springer, 2007 10.
Aktories et.al., Pharmakologie und Toxikologie, 10. Aufl., Elsevier,
2009 11. Tölle, Windgassen, Psychiatrie einschließlich
Psychotherapie, 15. Aufl., Springer, 2009 12. Rupprecht, Roter
Faden Psychiatrie und Psychotherapie, Wiss. Verl.-Ges. Stuttgart, 2006 13. Schünke, Schulte, Schumacher, Prometheus - Kopf und Neuroanatomie, Thieme, 2006 14. Klinke, Pape, Silbernagl, Physiologie, 5. Aufl., Thieme, 2005 15. Schmidt, Lang, Physiologie des Menschen, 30. Aufl. Springer, 2007
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