Interessenverband Tic & Tourette
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Glossar medizinischer Fachausdrücke


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N-Acetylaspartat eine in der >weißen Substanz des Gehirns vorkommende Aminosäure
Narcolepsie Krankheit mit anfallsweisem, unüberwindlichem Schlafzwang am Tage (1–30 Min. dauernde Schlafanfälle), dabei Verlust der Muskelspannung, Wachanfällen u. kurzen, lebhaften Halluzinationen, engl. narcolepsy
natürliche Killerzellen auch NK - Zellen, eine Klasse von weißen Blutkörperchen (>Lymphozyten), die in der Lage sind andere Körperzellen abzutöten. Im Gegensatz zu anderen Lymphozyten sind NK - Zellen nicht gegen ein bestimmtes >Antigen gereichtet, sondern werden durch Körperzellen aktiviert, wenn auf den Körperzellen bestimmte Oberflächenmoleküle (MHC) fehlen. engl. NK cells
Nebenniere auch Glandula suprarenalis, eine Hormondrüse (s.a. Hormone), die über der Niere liegt. Die N. wird unterteilt das Nebennierenmark und die Nebenniererinde, welche das Mark umgibt. Vom Nebennierenmark werden >Adrenalin und >Noradrenalin ins Blut abgegeben; unter Stress verstärkt der >Sympathikus die Ausschüttung. Die Nebennierenrinde gibt >Glucocorticoide, >Mineralocorticoide und Sexualhormone an das Blut ab. Gesteuert wird diese Ausschüttung vom Hormon >ACTH aus der >Hypophyse. engl. adrenal gland
negativer prädikativer Wert Statisik, auch negativer Vorhersagewert, eine Maßzahl, die bei Testverfahren (z.B. medizinische Schnelltests auf eine bestimmte Erkrankung) von Bedeutung ist. Der n.p.W. gibt an, wieviele im Test negativ (gesund) getestete Personen auch tatsächlich gesund sind. siehe auch >Sensitivtät, >Spezifität, engl. negative predictive value
neonatal jaundice engl. >Neugeborenengelbsucht
Neopterin ein von bestimmten weißen Blutkörperchen (mononukleäres Phagozytensytem) gebildeter Stoff, der im Blut messbar ist; eine Erhöhung des Neorpterin-Werts im Blut weist auf eine Aktivierung des Immunsystems hin.
Nervus supraorbitalis Ast des Trigeminus-Nerv, der überhalb der Augenhöhle aus dem Schädel austritt; vermittelt Empfindungen (Berührung, Temperatur, Schmerz, etc.) im Bereich der Kopfhaut und der Gesichtshaut überhalb der Augen, engl. supraorbital nerve
Nervus vagus s. Vagus-Nerv
Neugeborenengelbsucht auch Icterus neonatorum (simplex), Neugeborenenikterus, natürlicherweise am 2.–3. Lebenstag bei Neugeborenen häufig auftretende Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und der weißen Lederhaut im Auge); Ursache ist der zu langsame Abbau von >Bilirubin durch die noch nicht ausgereifte Leber des Neugeborenen. engl. neonatal jaundice
Neuroakanthozytose eine Gruppe von erblichen Erkrankungen, bei der Bewegungsstörungen (>Chorea, vermehrte Bewegung im Mundbereich, evtl. Tics) und charakteristisch verformte rote Blutkörperchen (Akanthozyten) im Blut auftreten, engl. neuroacanthocytosis
neuroendokrinologisch die gegenseitigen Einflüsse des Hormon- und des Nervensystems betreffend
Neurogenese Entwicklung des Nervensystems beim Embryo
Neuroglia s. Glia
Neuroleptika auch Antipsychotika, Arzneistoffe, die geeignet sind, Erregungszustände, Halluzinationen, Wahnvorstellungen und übermäßige Bewegung aber evtl. auch gefühlsmäßige Verflachung und Antriebslosigkeit zu beseitigen; gemeinsam ist allen Neuroleptika die Wirkung als >Dopaminrezeptorantagonist, je stärker die antipsychotische Wirkung bei einer bestimmten Dosis ist, desto potenter ist ein Neuroleptikum. Nach gängiger Einteilung werden nieder-, mittel- und hochpotente Neuroleptika unterschieden. Außerdem werden konventionelle N. von atypischen N. unterschieden, wobei letztere weniger Nebenwirkungen zeigen. Typische Nebenwirkung von konventionellen, hochpotenten N. sind >extrapyramidal-motorische Störungen, während konventionelle, niederpotente und atypische N. eher Sörungen des >vegetativen Nervensystems als Nebenwirkungen zeigen. engl. neuroleptic agents; neuroleptics, antipsychotic drugs
Neuron Nervenzelle, kann im Gegensatz zu >Gliazellen elektrische Impulse (> Aktionspotentiale) erzeugen
neuronale Plastizität die Eigenschaft von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Hirnarealen, sich in Abhängigkeit von äußeren Einfüssen in ihren Eigenschaften zu verändern, gilt als Grundlage des Lernens
Neurose Psychologie, seit S. Freud Bezeichnung für psychisch bedingte Gesundheitsstörung, deren Symptome unmittelbare Folge u./oder symbol. Ausdruck eines unbewussten, in der Kindheitsentwicklung verwurzelten seel. Konfliktes sind, typische Neurosen sind Ängste (s. Angst, pathologische) oder >Zwangsstörungen, engl. neurosis
neurosekretorisch betrifft die Freisetzung von >Hormonen aus Nervenzellen, z.B. im >Hypothalamus neurosecretory
neurotische Depression s. Dysthymia
Neurotransmitter kurz auch Transmitter, Überträger(substanz), die auf chemischem Wege Nervenimpulse überträgt, die Übertragung findet an einer >Synapse zwischen verschiedenen Nervenzellen oder zwischen Nerven- und Muskelzellen statt. Wird in der Präsynapse (s. Synapse) gespeichert, bei elektr. Nervenimpuls freigesetzt, überquert den synaptischen Spalt und verbindet sich mit Rezeptoren der Postsynapse (s. Synapse); anschließend wird der Transmitter inaktiviert.
niederpotente Neuroleptika s. Neuroleptika
Niereninsuffizienz Einschränkung der Nierenfunktion, wobei Substanzen, die normalerweise über den Urin ausgeschieden werden, im Blut zurückbleiben. Ausserdem werden Elektrolyth- und Wassermengen im Körper nicht mehr ausreichend reguliert. Eine Niereninsuffizienz kann akut auftreten oder sich über längere Zeit (chronisch) entwickeln. engl. renal failure; renal insufficiency
nigrostriatal >Substantia nigra und >Striatum betreffend, meistens im Sinne von "von der Subst. nigra zum Striatum führend"
Nikotin-Rezeptor auch nikotinischer Acetylcholinrezeptor, n-Cholinozeptor, Rezeptor für >Acetylcholin, der auch durch Nikotin erregt wird, kommt im >vegetativen Nervensystem und an Muskelzellen vor
NIR-Spektroskopie Abk. für Nahinfrarotspektroskopie; ein Verfahren, das es ermöglicht mit Hilfe die Konzentration von >Hämoglobin an bestimmten Orten im innerhalb des Schädels zu messen; dazu wird eine Messapparatur auf den Kopf aufgesetzt, die Infrarot-Licht in den Schädel aussendet. Die NIR-S. ermöglicht auch Hämoglobin, das mit Sauerstoff beladen ist, von solchem ohne Sauerstoff zu unterscheiden. engl. near infrared spectroscopy
NMDA-Rezeptor Neurophysiologie, >Rezeptor, der durch >Glutamat aktiviert wird und dadurch die Bereitschaft einer Nervenzelle >Aktionspotentiale zu bilden verstärkt. Der NMDA-Rezeptor reagiert verzögert im Unterschied zum >AMPA-Rezeptor.
NMR s. Kernspintomographie
non-responder ein Patient, bei dem eine Bahandlung nicht den gewünschten Erfolg zeigt
Norarenalin auch Norepinephrin, >Neurotransmitter des >Sympathikus und im Gehirn, Hormon des Nebenniernenmarks (s. Nebenniere), Wirkungen: u.a. Steigerung des Blutdrucks, Regulation von Aufmerksamkeit, engl. norarenaline
Norepinephrin s. Noradrenalin
Nosologie systematische Einordnung und Beschreibung von Krankheiten, engl. nosology
nosologisch die >Nosologie betreffend, engl nosological
Nucleus accumbens ein >Kerngebiet, das zum "Belohnungssystem" des Gehirns gehört, das Belohnungssystem erzeugt positive Empfindungen nach erfolgreich bewältigten Aufgaben, wird aber auch als zentrale Struktur bei der Entstehung von Sucht angesehen
Nucleus caudatus schweifförmiges Kerngebiet der >Basalganglien, bildet zusammen mit dem >Putamen das >Striatum, engl. caudate nucleus
Nucleus lentiformis zusammenfassender Begriff für >Globus pallidus und >Putamen, engl. lenticular nucleus
Nucleus septalis >Kerngebiet im sog. basalen Vorderhirn; das basale Vorderhirn wird mit Motivation, Lernen und Gedächnisbildung in Verbindung gebracht
Nucleus subthalamicus Kerngebiet der >Basalganglien, ist an der Planung von Bewegungen beteiligt, erhält Impulse vom Globus pallidus externus (s. Globus pallidus) gibt Impulse an den >Globus pallidus internus weiter; der N. subthalamicus hat eine bewegungshemmende Funktion. engl. subthalamic nucleus

Dieses Glossar wurde von Gregor Wenzel in Zusammenarbeit mit dem IVTS erstellt.

Die Erkenntnisse in der Medizin unterliegen laufendem Wandel durch Forschung und klinische Erfahrungen. Der Autor dieses Glossars hat große Sorgfalt darauf verwendet, dass die hier gemachten Angaben (insbesondere zu Therapieverfahren und Arzneimitteln) dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Jedoch können Autor und der Verband IVTS e.V. keine Gewähr für diese Informationen übernehmen.

Literaturreferenzen:

1.   Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl., Urban & Fischer, 2003
2.   Duden, Das Wörterbuch medizinische Fachausdrücke, 6. Aufl., Dudenverlag, 1998
3.   Poeck, Hacke, Neurologie, 12. Auflage, Springer, 2006
4.   Faller, Lang, Medizinische Psychologie und Soziologie, 2. Aufl., Springer, 2006
5.   Reuter, Dictionary of Clinical Medicine, Thieme, 1997
6.   Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., de Gruyter, 2007
7.   Berlit, Klinische Neurologie, 2. Aufl., Springer, 2006
8.   Murken et al., Humangenetik, 7. Auflage, Thieme,2006
9.   Buselmaier, Humangenetik, 4. Aufl., Springer, 2007
10. Aktories et.al., Pharmakologie und Toxikologie, 10. Aufl., Elsevier, 2009
11. Tölle, Windgassen, Psychiatrie einschließlich Psychotherapie, 15. Aufl., Springer, 2009
12. Rupprecht, Roter Faden Psychiatrie und Psychotherapie, Wiss. Verl.-Ges. Stuttgart, 2006
13. Schünke, Schulte, Schumacher, Prometheus - Kopf und Neuroanatomie, Thieme, 2006
14. Klinke, Pape, Silbernagl, Physiologie, 5. Aufl., Thieme, 2005
15. Schmidt, Lang, Physiologie des Menschen, 30. Aufl. Springer, 2007

 

 



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