|
Mit insgesamt 4 Familien konnte der Workshop in Schramberg
am Donnerstag gut besetzt starten. Die sieben Eltern und insgesamt
acht Kinder haben eine fruchtbare, erholsame und arbeitsreiche
Zeit miteinander verbracht.
Sowohl die äußeren Bedingungen des Feriendorfes
als auch das Workshop-Programm hat den Eltern und Kindern
gut getan und sie in ihrer besonderen Lebenssituation gestärkt.
Im Besonderen haben wir die Wünsche der Teilnehmer aus
unserem vorherigen Workshop nach einem längeren Aufenthalt
mit mehr Zeit für den individuellen Austausch untereinander
umsetzen können.
Das Feriendorf „Eckendorf“ bot uns drinnen und
draußen ideale Bedingungen für den Workshop. Die
Unterkünfte, der Service, die Tagungsräume als auch
das Essen waren super und das Wetter war ideal. Die Kinder
konnten sich viel an der frischen Luft bewegen und in der
Natur Gemeinsamkeit erleben Alle waren begeistert bei der
Sache und haben sich auf die vorbereiteten Angebote engagiert
eingelassen. Mit viel Kreativität wurden die Arbeitsthemen
aufgegriffen und die Ergebnisse haben sowohl die Teilnehmer
als auch uns immer wieder aufs Neue überrascht.
Nach der Ankunft und der kurzen Vorstellung
der Organisatoren, der Leitungen und der Familien begann der
Workshop am Donnerstag auf einem nahe gelegenen Reiterhof
mit einer ersten Pädagogischen Arbeitseinheit. Mit viel
Spaß und Freude haben die Kinder an diesem Nachmittag
viel lernen können. Die betroffen Kinder als auch deren
Geschwister haben im Kontakt mit den Pferden eine sehr positiver
Erfahrung machen können: Ich bin wie ich bin und die
Pferde nehmen mich so an! Die Eltern waren mit auf dem Pferdehof
und haben ihre Kinder in völlig neuen Rollen erleben
können!
Nach dem Abendessen hatten die Teilnehmer
die Gelegenheit, sich in entspannter Runde mit Prof. Ludger
Tebartz van Elst über das Krankheitsbild, die medikamentöse
Behandlung und über den Umgang im Alltag auszutauschen.
Im Vordergrund standen besonders die Möglichkeiten, die
Eltern haben, um der Symptomatik der Kinder nicht mehr Aufmerksamkeit
als notwendig zu schenken. Kinder nehmen diese ängstliche,
sorgenvolle Aufmerksamkeit der Eltern schnell wahr und die
Tics können dadurch zusätzlich getriggert werden.
Der Erfahrungsaustausch der Eltern wurde
zu unterschiedlichen Zeiten während der Familienfreizeit
genutzt. Manches ergab es sich spontan, manchmal wurden gezielt
Zeiten dafür eingeplant.
Bei der am Samstag in der Früh angebotenen „Walking-Gruppe“
ging es nicht nur um das morgendliche in Bewegung kommen,
sondern auch darum, die Zeit sinnvoll „für sich
selbst“ nutzen zu lernen.
Das Konzept unserer Workshops ist nach einem ressourcenorientierten
Ansatz aufgebaut. D.h. wir schauen dabei weniger auf die Schwächen
und Probleme, sondern eher auf die Stärken und Kompetenzen
(Ressourcen) von Kindern und ihrem sozialen Umfeld.
Mit Unterstützung der beiden Pädagoginnen
Ira Hölsch und Daniela Koczan konnten die Kinder schnell
zu einer Gruppe zusammenwachsen.
Ob betroffenes Kind oder Geschwisterkind spielte sehr schnell
keine Rolle mehr. Hier stand im Mittelpunkt:
„Ich bin wie ich bin und das ist gut
so.“
Bewegungs- und Gruppenspiele, Wahrnehmungsübungen
und kreatives Arbeiten mit dem Material Ton haben viele kleine
und große positive Erfahrungen ermöglicht und sichtbar
Freude gemacht.
Den Freitagabend haben wir gemeinsam mit
den jungen betroffenen Erwachsenen aus dem zeitgleich laufenden
Workshop zur Berufsfindung beim Kegeln verbracht. Hier powerten
sich die Kinder sportlich aus und hatten viel Spaß miteinander.
Interessiert stellten sie Fragen an die älteren Betroffenen
oder beobachteten, wie diese mit der Symptomatik umgingen.
Wir konnten den Kindern und den Eltern mit dieser gemeinsamen
Veranstaltung Mut und Hoffnung schenken.
Am Sonntag besuchten die Kinder den Hochseilgarten
im Feriendorf Eckenhof. Herr Stefanovic von der Fa. Syntura
hatte für die Kinder eine Kombination aus Niedrigseilparcour
und ausgewählten Stationen des Hochseilgartens vorbereitet.
Vertrauen in seinen Partner und volle Konzentration war bei
allen Seilgartenstationen notwendig. Während des Niedrigseilparcours
profitierten die Kinder von der in den ersten drei Tagen geleisteten
Vorarbeit. Alle Kinder bewegten sich im Team über die
Seile, sie suchten gemeinsam nach Lösungsansätzen
zur Bewältigung der Stationen, probierten aus und mussten
neu kombinieren. Die Gruppe war eng beisammen, feuerte einander
an, fieberte mit, motivierte oder tröstete.
Eine Station im Hochseilgarten war u. a. der „Giant
Swing“. „Hoch, schnell und man möchte
es gleich nochmal erleben. 14 Meter wird man von den Gruppenmitgliedern
in die Waagerechte gezogen - und klinkt sich dann aus dem
Zugseil aus. Die Erdanziehung beschleunigt das menschliche
Pendel auf über 60 km/h.“ Zunächst waren
die Kinder überrascht, was ihnen alles zugetraut wurde
und einige glaubten zunächst nicht daran, es schaffen
zu können. Nach ersten vorsichtigen Versuchen wurden
die Kinder immer mutiger. Stolz, zufrieden und voller Aufregung
berichteten sie den Eltern im Anschluss von ihren Erfahrungen.
Sowohl die Eltern als auch wir als Veranstalter haben erlebt,
wie sich die Kinder innerhalb weniger Stunden öffneten
und welche Ressourcen in ihnen stecken. Die Kinder und Eltern
nahmen vor allem das Gefühl: „Nicht alleine zu
sein“ mit nach Hause. Die Eltern und die Kinder möchten
in Kontakt bleiben. Für uns als Veranstalter und für
die Referenten war das Strahlen der Kinder und Eltern beim
Abschied ein Feedback, welches uns irre freut.
|