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InteressenVerband Tic & Tourette Syndrom e.V.
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Workshop für Familien

ein Projekt des InteressenVerband Tic und Tourette Syndrom e.V.
vom 08. bis 11. April 2010 in Schramberg/Schwarzwald

Workshop für Familien


Mit insgesamt 4 Familien konnte der Workshop in Schramberg am Donnerstag gut besetzt starten. Die sieben Eltern und insgesamt acht Kinder haben eine fruchtbare, erholsame und arbeitsreiche Zeit miteinander verbracht.
Sowohl die äußeren Bedingungen des Feriendorfes als auch das Workshop-Programm hat den Eltern und Kindern gut getan und sie in ihrer besonderen Lebenssituation gestärkt. Im Besonderen haben wir die Wünsche der Teilnehmer aus unserem vorherigen Workshop nach einem längeren Aufenthalt mit mehr Zeit für den individuellen Austausch untereinander umsetzen können.
Das Feriendorf „Eckendorf“ bot uns drinnen und draußen ideale Bedingungen für den Workshop. Die Unterkünfte, der Service, die Tagungsräume als auch das Essen waren super und das Wetter war ideal. Die Kinder konnten sich viel an der frischen Luft bewegen und in der Natur Gemeinsamkeit erleben Alle waren begeistert bei der Sache und haben sich auf die vorbereiteten Angebote engagiert eingelassen. Mit viel Kreativität wurden die Arbeitsthemen aufgegriffen und die Ergebnisse haben sowohl die Teilnehmer als auch uns immer wieder aufs Neue überrascht.

Nach der Ankunft und der kurzen Vorstellung der Organisatoren, der Leitungen und der Familien begann der Workshop am Donnerstag auf einem nahe gelegenen Reiterhof mit einer ersten Pädagogischen Arbeitseinheit. Mit viel Spaß und Freude haben die Kinder an diesem Nachmittag viel lernen können. Die betroffen Kinder als auch deren Geschwister haben im Kontakt mit den Pferden eine sehr positiver Erfahrung machen können: Ich bin wie ich bin und die Pferde nehmen mich so an! Die Eltern waren mit auf dem Pferdehof und haben ihre Kinder in völlig neuen Rollen erleben können!

Nach dem Abendessen hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich in entspannter Runde mit Prof. Ludger Tebartz van Elst über das Krankheitsbild, die medikamentöse Behandlung und über den Umgang im Alltag auszutauschen. Im Vordergrund standen besonders die Möglichkeiten, die Eltern haben, um der Symptomatik der Kinder nicht mehr Aufmerksamkeit als notwendig zu schenken. Kinder nehmen diese ängstliche, sorgenvolle Aufmerksamkeit der Eltern schnell wahr und die Tics können dadurch zusätzlich getriggert werden.

Die Eltern arbeiteten mit der Sozialpädagogin Sieglinde Stempel an folgenden Themen:
Welche Stärken hat mein Kind/haben meine Kinder und wie kann ich sie – trotz ihrer Erkrankung - auf dieser Ebene fördern?
Diese Blickwinkelerweiterung hat bei den Eltern einen neuen Ansatz im Umgang mit Problemen und Schwierigkeiten ermöglicht.
Was brauchen wir Eltern als Paar?
Wie komme ich als Vater/Mutter zur inneren Balance?
Fokus auf die Geschwisterkinder ermöglichen
Zwei Elternpaare haben eine Einzelberatung in Anspruch genommen

Der Erfahrungsaustausch der Eltern wurde zu unterschiedlichen Zeiten während der Familienfreizeit genutzt. Manches ergab es sich spontan, manchmal wurden gezielt Zeiten dafür eingeplant.
Bei der am Samstag in der Früh angebotenen „Walking-Gruppe“ ging es nicht nur um das morgendliche in Bewegung kommen, sondern auch darum, die Zeit sinnvoll „für sich selbst“ nutzen zu lernen.

Das Konzept unserer Workshops ist nach einem ressourcenorientierten Ansatz aufgebaut. D.h. wir schauen dabei weniger auf die Schwächen und Probleme, sondern eher auf die Stärken und Kompetenzen (Ressourcen) von Kindern und ihrem sozialen Umfeld.

Mit Unterstützung der beiden Pädagoginnen Ira Hölsch und Daniela Koczan konnten die Kinder schnell zu einer Gruppe zusammenwachsen.
Ob betroffenes Kind oder Geschwisterkind spielte sehr schnell keine Rolle mehr. Hier stand im Mittelpunkt:

„Ich bin wie ich bin und das ist gut so.“

Bewegungs- und Gruppenspiele, Wahrnehmungsübungen und kreatives Arbeiten mit dem Material Ton haben viele kleine und große positive Erfahrungen ermöglicht und sichtbar Freude gemacht.

Den Freitagabend haben wir gemeinsam mit den jungen betroffenen Erwachsenen aus dem zeitgleich laufenden Workshop zur Berufsfindung beim Kegeln verbracht. Hier powerten sich die Kinder sportlich aus und hatten viel Spaß miteinander. Interessiert stellten sie Fragen an die älteren Betroffenen oder beobachteten, wie diese mit der Symptomatik umgingen. Wir konnten den Kindern und den Eltern mit dieser gemeinsamen Veranstaltung Mut und Hoffnung schenken.

Am Sonntag besuchten die Kinder den Hochseilgarten im Feriendorf Eckenhof. Herr Stefanovic von der Fa. Syntura hatte für die Kinder eine Kombination aus Niedrigseilparcour und ausgewählten Stationen des Hochseilgartens vorbereitet. Vertrauen in seinen Partner und volle Konzentration war bei allen Seilgartenstationen notwendig. Während des Niedrigseilparcours profitierten die Kinder von der in den ersten drei Tagen geleisteten Vorarbeit. Alle Kinder bewegten sich im Team über die Seile, sie suchten gemeinsam nach Lösungsansätzen zur Bewältigung der Stationen, probierten aus und mussten neu kombinieren. Die Gruppe war eng beisammen, feuerte einander an, fieberte mit, motivierte oder tröstete.
Eine Station im Hochseilgarten war u. a. der „Giant Swing“. „Hoch, schnell und man möchte es gleich nochmal erleben. 14 Meter wird man von den Gruppenmitgliedern in die Waagerechte gezogen - und klinkt sich dann aus dem Zugseil aus. Die Erdanziehung beschleunigt das menschliche Pendel auf über 60 km/h.“ Zunächst waren die Kinder überrascht, was ihnen alles zugetraut wurde und einige glaubten zunächst nicht daran, es schaffen zu können. Nach ersten vorsichtigen Versuchen wurden die Kinder immer mutiger. Stolz, zufrieden und voller Aufregung berichteten sie den Eltern im Anschluss von ihren Erfahrungen.

Sowohl die Eltern als auch wir als Veranstalter haben erlebt, wie sich die Kinder innerhalb weniger Stunden öffneten und welche Ressourcen in ihnen stecken. Die Kinder und Eltern nahmen vor allem das Gefühl: „Nicht alleine zu sein“ mit nach Hause. Die Eltern und die Kinder möchten in Kontakt bleiben. Für uns als Veranstalter und für die Referenten war das Strahlen der Kinder und Eltern beim Abschied ein Feedback, welches uns irre freut.

 

Impressionen

Kindergruppen:    
Zeit mit den Pferden:  
Themenarbeit und Naturkunst:  
Hochseilgarten:    
Hochseilgarten
Hochseilgarten
Hochseilgarten

Willkommen in Holland - diese Geschichte schrieb die Schriftstellerin Emily Perl Kingsley. Ihr Sohn kam 1974 mit dem Down-Syndrom zur Welt ist. Damals war man noch der Ansicht, Kinder mit dem Down-Syndrom können nicht gehen oder sprechen lernen. Im Oktober 2008 erhielt Emily Perl Kingsley eine Auszeichnung für Ihre bahnbrechenden Arbeiten für Menschen mit Behinderungen von der US-Regierung Department of Health and Human Services.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Eltern und allen Kindern für eure Offenheit, Mitarbeit und Kreativität sowie für euer Vertrauen. Danke aber auch für den interessanten Erfahrungsaustausch, euer Feedback, eure Unterstützung und die strahlenden Augen eurer Kinder.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unserem Dozenten-Team für die gelungene Durchführung der einzelnen Workshop-Angebote und die individiduelle Gestaltung der Familienthemen.

Wir bedanken uns ganz besonders in Namen aller Teilnehmer bei unseren Partnern, die uns die Finanzierung des Workshops ermöglichten.

Techniker Krankenkasse

Verein für Seelische Gesundheit

Unser Dozenten-Team

Sieglinde Stempel
Diplom Sozialpädagogin

Pro Team Freiburg
Organisations- und Personalentwicklung
www.proteam-beratung.de

Sieglinde Stempel
   
Daniela Koczan
Pädagogische Hochschule Freiburg
Studium Diplom Erziehungswissenschaften
Schwerpunkt Sozialpädagogik
Zertifikat: Diagnostik und Intervention be Lern-
Verhaltens- und Entwicklungsstörungen,
Erfahrungen in der Jugendarbeit
Referenten
   
Ira Hölsch
Ausbildung Staatliche Anerkannte Jugend- und Heimerzieherin
Erfahrungen in der Jugendarbeit, insbesondere mit verhaltensauffälligen Kindern

Referenten

 

 



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