Interessenverband Tic & Tourette
InteressenVerband Tic & Tourette Syndrom e.V.
 
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Workshop für Familien

ein Projekt des InteressenVerband Tic und Tourette Syndrom e.V.
vom 01. bis 02. November 2008 in Schramberg/Schwarzwald

Mit insgesamt 8 Familien konnte unser erster Workshop in Schramberg gut besetzt starten.
Die 14 Eltern und insgesamt dreizehn Kindern haben eine fruchtbare, erholsame und arbeitsreiche Zeit miteinander verbracht.
Sowohl die äußeren Bedingungen des Feriendorfes als auch das Workshop-Programm hat den Eltern und Kindern gut getan und sie in ihrer besonderen Lebenssituation gestärkt. Es hat einfach alles gepasst.

Das Feriendorf „Eckendorf“ bot uns drinnen und draußen ideale Bedingungen für den Workshop. Die Unterkünfte als auch das Essen waren super und das Wetter war ideal. Der erste Schnee lud die Kinder zur Schneeballschlacht und dem genießen unbeschwerter Zeit ein. Die Eltern und Kinder waren gut gelaunt und sehr gespannt auf die einzelnen Veranstaltungen. Alle waren begeistert bei der Sache und haben sich auf die vorbereiteten Angebote engagiert eingelassen. Mit viel Kreativität wurden die Arbeitsthemen aufgegriffen und die Ergebnisse haben sowohl die Teilnehmer als auch uns immer wieder aufs Neue überrascht.

Mottos des Workshops

Für die betroffenen Kinder: „Sein können, wie ich bin!“

Für die Geschwisterkinder: „Ich bin wichtig“

Für die Eltern: "Ich nehme mir Zeit für mich/uns“

Nach der Ankunft und der kurzen Vorstellung der Organisatoren, der Leitungen und der Familien begann der Workshop am Samstag mit der Erstellung der Familienwappen. Im Zentrum stand die Fragestellung: „Was macht unsere Familie aus?“ Hierfür konnten Farben, Stifte und Bastelmaterialien verwendet werden. Nach Abschluss der kreativen Arbeiten gab es das Mittagessen und im Anschluss daran, konnten die Familien einen ersten Eindruck voneinander erhalten, als sie sich gegenseitig die Wappen vorstellten.

Am Nachmittag wurden die TeilnehmerInnen in folgende Kleingruppen aufgeteilt: Elterngruppe, Gruppe betroffener Kinder, Geschwistergruppe. Die Eltern arbeiteten mit unserer Sozialpädagogin Sieglinde Stempel an folgenden Themen:

Was bedeutet es für Eltern, ein chronisch krankes Kind zu haben?
Wie können Eltern ihr betroffenes Kind liebevoll annehmen, seine Schwächen akzeptieren und seine Stärken erkennen und fördern?
Was brauchen Eltern, um mit voll aufgeladenen Energiereserven und mit innerer Ausgeglichenheit ihren Kindern zu begegnen?
Was brauchen die Eltern als Paar und welche Bedürfnisse haben die betroffenen Kinder aber auch die Geschwisterkinder?

Die Kindergruppen besuchten abwechselnd in pädagogischer Begleitung einen nahe gelegenen Reiterhof Dort durften sie die Pferde bürsten, streicheln, ausführen und auf ihnen reiten. Im Umgang mit diesen Tieren, konnten sie sehr viel über sich selbst lernen. Entspannend und erholsam für die Kinder war im Umgang mit den Pferden die Erfahrung, dass sie sein dürfen, wie sie sind. Nicht anders sein sollen! Im Kontakt mit den Tieren konnten sie ein Gefühl von Selbstvertrauen und Annahme erfahren. Einige Eltern versuchen nun, eine heilpädagogische Reittherapie für Ihre Kinder zu erhalten.

Die themenbezogene Arbeit in den Kindergruppen erfolgte nach einem kreativen und ressourcenorientierter Ansatz mit der Fragestellung: Wer bin ich? Was kann ich? Was macht mir Spaß? Die Gruppe der betroffenen Kinder wurde in dieser Phase wiederum in zwei Kleingruppen aufgeteilt, da die Gruppendynamiken dies notwendig machten.

Nach dem Abendessen verbrachten wir einen schönen Abend mit dem Zauberer Rasputin und seiner Partnerin Juliette. Die beiden Künstler waren sehr gut vorbereitet auf unsere besonderen Kinder und es gelang ihnen, die Kinder gut in die Zaubervorführung einzubinden. Nach der einstündigen Vorführung konnten die Kinder gemeinsam mit Rasputin und Juliette selbst noch drei Zaubertricks lernen, mit denen sie nun bei ihren Schulkameraden glänzen können.

Das Programm am Sonntag wurde individuell an die Bedürfnisse und aktuelle Themen der Familien bzw. einzelnen Familienmitglieder angepasst. So gab es z.B.:

Eine Vater/Sohn Gruppe mit dem Thema: „Was jeder von uns gut kann“
Ein Vater mit seinem betroffenen Sohn: „Was ich an dir mag“
Eine Mutter mit dem Geschwisterkind: „Zeit für dich“
Eine Müttergruppe: „Meinen Weg finden“
Mädchengruppe: „Was macht mir Angst“
Familiengruppe: „Gemeinsam sind wir stark“
Eine Mutter mit ihrem Sohn: „Im Kontakt mit dir“
Ein Elternpaar mit Geschwisterkind und einem betroffenen Kind mit dem Thema: „Freundschaft“
Ein Vater mit seinen beiden Söhnen: „So geht es mir – Körper-Skulpturen stellen“

Während eines Naturspaziergangs tauschten sich die einzelnen Gruppen zu verschiedenen Themen aus und sammelten dabei Naturmaterialien. Die Ergebnisse der Gespräche fanden in Naturkunstwerken ihren Ausdruck. Es war für alle beeindruckend, welche Gedanken und Wünsche auf diese Art dargestellt werden konnten.

Nach dem Mittagessen und dem gemeinsamen Aufräumen hatten die Eltern Zeit, über die Erlebnisse im Workshop zu reflektieren und sich zu überlegen, wie sie die Anregungen in den Alltag umsetzen können. Die Kinder vergnügten sich währenddessen unter der Betreuung der beiden Studentinnen im Bowling- und Billardraum.

Zum Abschluss versammelten sich alle TeilnehmerInnen vor dem Haus und sprachen sich in einem gemeinsamen Abschiedsritual gegenseitig Mut zu. Nach und nach reisten die TeilnehmerInnen ab, jedoch nicht ohne ihren Wunsch auf ein erneutes Wiedersehen und den weiteren Kontakt sowie ihren Dank für die schöne, intensive gemeinsame Zeit zum Ausdruck zu bringen.

Sowohl die Eltern als auch wir als Veranstalter haben erlebt, wie sich die Kinder innerhalb weniger Stunden öffneten und welche Ressourcen in ihnen stecken. Die Kinder und Eltern nahmen vor allem das Gefühl: „Nicht alleine zu sein“ mit nach Hause.

Das Konzept unserer Workshops ist nach einem ressourcenorientierten Ansatz aufgebaut. D.h. wir schauen dabei weniger auf die Schwächen und Probleme, sondern auf die Stärken und Kompetenzen (Ressourcen) von Kindern und ihrem sozialen Umfeld.

Themenarbeit & Naturkunst:  

Wir haben im Workshop Holland besucht und wunderschöne Orte entdeckt.

Willkommen in Holland - diese Geschichte schrieb die Schriftstellerin Emily Perl Kingsley. Ihr Sohn kam 1974 mit dem Down-Syndrom zur Welt ist. Damals war man noch der Ansicht, Kinder mit dem Down-Syndrom können nicht gehen oder sprechen lernen. Im Oktober 2008 erhielt Emily Perl Kingsley eine Auszeichnung für Ihre bahnbrechenden Arbeiten für Menschen mit Behinderungen von der US-Regierung Department of Health and Human Services.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Eltern und allen Kindern für eure Offenheit, Mitarbeit und Kreativität sowie für euer Vertrauen. Danke aber auch für den interessanten Erfahrungsaustausch, euer Feedback, eure Unterstützung und die strahlenden Augen eurer Kinder.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unserem Dozenten-Team für die perfekte Vorbereitung auf das Krankheitsbild, die gelungene Durchführung der einzelnen Workshop-Angebote und die individiduelle Gestaltung der Familienthemen am zweiten Tag.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei dem Zaubererpaar Rasputin und Juliette für die tolle Vorführung und die damit verknüpften Geschichten, für die Empathie und den Extra-Workshop für unsere Kinder.

Wir bedanken uns ganz besonders in Namen aller Teilnehmer bei unseren Partnern, die uns die Finanzierung des Workshops ermöglichten.

Unser Dozenten-Team

Sieglinde Stempel
Diplom Sozialpädagogin

Pro Team Freiburg
Organisations- und Personalentwicklung
www.proteam-beratung.de

Sieglinde Stempel
   
Anna Stempel
Diplom Tierpsychologin

VFD-Übungsleiterin
Studium der Diplompädogogik
Durchführung von Kinder-Reitfreizeiten
Reitkurse für Kinder und Erwachsene
2006 Gründung AS-Pferdeschule
www.as-pferdeschule.de

Anna Stempel

 

   
Sindy Baumgarten
Examinierte Altenpflegerin
Sozialarbeiterin
Sozialpädagogin Bachelor of Arts

Ehrenamtlich tätig im IVTS e.V. und beim Weissen Ring

Sindy Baumgarten

 

 

 



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