| Mit insgesamt 8 Familien
konnte unser erster Workshop in Schramberg gut besetzt starten.
Die 14 Eltern und insgesamt dreizehn Kindern haben eine fruchtbare,
erholsame und arbeitsreiche Zeit miteinander verbracht.
Sowohl die äußeren Bedingungen des Feriendorfes als auch
das Workshop-Programm hat den Eltern und Kindern gut getan und sie in
ihrer besonderen Lebenssituation gestärkt. Es hat einfach alles
gepasst.
Das Feriendorf „Eckendorf“ bot uns drinnen
und draußen ideale Bedingungen für den Workshop. Die Unterkünfte
als auch das Essen waren super und das Wetter war ideal. Der erste Schnee
lud die Kinder zur Schneeballschlacht und dem genießen unbeschwerter
Zeit ein. Die Eltern und Kinder waren gut gelaunt und sehr gespannt
auf die einzelnen Veranstaltungen. Alle waren begeistert bei der Sache
und haben sich auf die vorbereiteten Angebote engagiert eingelassen.
Mit viel Kreativität wurden die Arbeitsthemen aufgegriffen und
die Ergebnisse haben sowohl die Teilnehmer als auch uns immer wieder
aufs Neue überrascht.
Mottos des Workshops
Für die betroffenen Kinder: „Sein können,
wie ich bin!“
Für die Geschwisterkinder: „Ich bin wichtig“
Für die Eltern: "Ich nehme mir Zeit für
mich/uns“
Nach der Ankunft und der kurzen Vorstellung der Organisatoren,
der Leitungen und der Familien begann der Workshop am Samstag mit der
Erstellung der Familienwappen. Im Zentrum stand die Fragestellung: „Was
macht unsere Familie aus?“ Hierfür konnten Farben, Stifte
und Bastelmaterialien verwendet werden. Nach Abschluss der kreativen
Arbeiten gab es das Mittagessen und im Anschluss daran, konnten die
Familien einen ersten Eindruck voneinander erhalten, als sie sich gegenseitig
die Wappen vorstellten.
Am Nachmittag wurden die TeilnehmerInnen in folgende
Kleingruppen aufgeteilt: Elterngruppe, Gruppe betroffener Kinder, Geschwistergruppe.
Die Eltern arbeiteten mit unserer Sozialpädagogin Sieglinde Stempel
an folgenden Themen:
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Was bedeutet es für Eltern,
ein chronisch krankes Kind zu haben? |
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Wie können Eltern ihr betroffenes Kind
liebevoll annehmen, seine Schwächen akzeptieren und seine Stärken
erkennen und fördern? |
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Was brauchen Eltern, um mit voll aufgeladenen
Energiereserven und mit innerer Ausgeglichenheit ihren Kindern zu
begegnen? |
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Was brauchen die Eltern als Paar und welche
Bedürfnisse haben die betroffenen Kinder aber auch die Geschwisterkinder? |
Die Kindergruppen besuchten abwechselnd in pädagogischer
Begleitung einen nahe gelegenen Reiterhof Dort durften sie die Pferde
bürsten, streicheln, ausführen und auf ihnen reiten. Im Umgang
mit diesen Tieren, konnten sie sehr viel über sich selbst lernen.
Entspannend und erholsam für die Kinder war im Umgang mit den Pferden
die Erfahrung, dass sie sein dürfen, wie sie sind. Nicht anders
sein sollen! Im Kontakt mit den Tieren konnten sie ein Gefühl von
Selbstvertrauen und Annahme erfahren. Einige Eltern versuchen nun, eine
heilpädagogische Reittherapie für Ihre Kinder zu erhalten.
Die themenbezogene Arbeit in den Kindergruppen erfolgte
nach einem kreativen und ressourcenorientierter Ansatz mit der Fragestellung:
Wer bin ich? Was kann ich? Was macht mir Spaß? Die Gruppe der
betroffenen Kinder wurde in dieser Phase wiederum in zwei Kleingruppen
aufgeteilt, da die Gruppendynamiken dies notwendig machten.
Nach dem Abendessen verbrachten wir einen schönen
Abend mit dem Zauberer
Rasputin und seiner Partnerin Juliette. Die beiden Künstler
waren sehr gut vorbereitet auf unsere besonderen Kinder und es gelang
ihnen, die Kinder gut in die Zaubervorführung einzubinden. Nach
der einstündigen Vorführung konnten die Kinder gemeinsam mit
Rasputin und Juliette selbst noch drei Zaubertricks lernen, mit denen
sie nun bei ihren Schulkameraden glänzen können.
Das Programm am Sonntag wurde individuell an die Bedürfnisse
und aktuelle Themen der Familien bzw. einzelnen Familienmitglieder angepasst.
So gab es z.B.:
Während eines Naturspaziergangs tauschten sich
die einzelnen Gruppen zu verschiedenen Themen aus und sammelten dabei
Naturmaterialien. Die Ergebnisse der Gespräche fanden in Naturkunstwerken
ihren Ausdruck. Es war für alle beeindruckend, welche Gedanken
und Wünsche auf diese Art dargestellt werden konnten.
Nach dem Mittagessen und dem gemeinsamen Aufräumen
hatten die Eltern Zeit, über die Erlebnisse im Workshop zu reflektieren
und sich zu überlegen, wie sie die Anregungen in den Alltag umsetzen
können. Die Kinder vergnügten sich währenddessen unter
der Betreuung der beiden Studentinnen im Bowling- und Billardraum.
Zum Abschluss versammelten sich alle TeilnehmerInnen
vor dem Haus und sprachen sich in einem gemeinsamen Abschiedsritual
gegenseitig Mut zu. Nach und nach reisten die TeilnehmerInnen ab, jedoch
nicht ohne ihren Wunsch auf ein erneutes Wiedersehen und den weiteren
Kontakt sowie ihren Dank für die schöne, intensive gemeinsame
Zeit zum Ausdruck zu bringen.
Sowohl die Eltern als auch wir als Veranstalter haben
erlebt, wie sich die Kinder innerhalb weniger Stunden öffneten
und welche Ressourcen in ihnen stecken. Die Kinder und Eltern nahmen
vor allem das Gefühl: „Nicht alleine zu sein“ mit nach
Hause.
Das Konzept unserer Workshops ist nach einem ressourcenorientierten
Ansatz aufgebaut. D.h. wir schauen dabei weniger auf die Schwächen
und Probleme, sondern auf die Stärken und Kompetenzen (Ressourcen)
von Kindern und ihrem sozialen Umfeld. |