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InteressenVerband Tic & Tourette Syndrom e.V.
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Ticstörungen / Tourette Syndrom

Was sind Ticstörungen?
Historie des Tourette Syndroms
Prävalenz
Definition  und Klassifikation
Symptome
Sekundäre Tics
Diagnostik
Krankheitsverlauf
Ätiologie und Pathogenese
Therapie
Expertenrat
Prof. Dr. med. Helge Topka und Dr. Matthias Niebler
beantworten viele detallierte Fragen zu Tics bzw. dem Tourete Syndrom.

Elternkompetenz und Resilienzförderung bei Kindern mit Ticstörungen

In dieser Bachelor-Arbeit wurde in einer qualitativen Studie untersucht, welche Belastungs- und Bewältigungsfaktoren in Familien mit betroffenen Kindern von Ticstörungen vorliegen.

weiter lesen: Elternkompetenz und Resilienzförderung bei Kindern mit Ticstörungen

Leben mit dem Tourette-Syndrom:
Psychosoziale Situation und Bewältigungsstrategien exemplifiziert an drei Menschen mit Tourette-Syndrom, Examensarbeit von Tina Viert 
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Forschungsarbeiten
Tourette Syndrom - PowerPoint-Präsentation
Medizinische Universität Wien
Prof. Dr. C. Popow
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Historische Aufzeichnungen zum Tourette-Syndrom
Artikel zum 100. Todestag von Dr. Tourette am 22. 05 2004
 
 

 

 

 

 

 

 

Historie

Die Krankheit war bereits im Jahr 1825 bekannt und wurde von Itard, einem französischen Arzt und Pädagogen (1774-1838), erstmals in der medizinischen Literatur erwähnt. Itard beschrieb das auffällige Verhalten der Marquise de Dampierre, die im Alter von sieben Jahren merkwürdige Bewegungen, eigenartige Lautäußerungen sowie obszöne Äußerungen zeigte.

60 Jahre später veröffentlichte der Neurologe, Georges Gilles De La Tourette eine Studie, in der die Erkrankung der Marquise de Dampierre und acht weitere Fälle beschrieben werden.
Die Originalstudie erschien in französischer Sprache unter dem Titel:

Étude sur une affection nerveuse caracterisée par l'incoordination
motrice accompagnée d'écholalie et de coprolalie
de la Neurologie, paris 9, 1885, 19-42 et 158-200

Dr. Tourette bezeichnete das Nervenleiden, welches durch motorische Inkoordination in Begleitung von Echolalie und Koprolalie gekennzeichnet ist, als die „Maledie des Tics“.

Durch diesen außergewöhnlichen Menschen und Neurologen wurde das nach ihm benannte Gilles De La Tourette Syndrom auf der ganzen Welt bekannt.

Hermann Krämer, Jahrgang 1956, lebt seit dem 12. Lebensjahr mit dem Tourette-Syndrom. Herr Krämer hat sich intensiv mit dem Leben von Gilles de la Tourette beschäftigt und die Biografie in mühevoller Arbeit aus den unterschiedlichsten Quellen zusammengetragen. Herzlichen Dank an Hermann Krämer für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung!

Die Biografie steht Ihnen als Download zur Verfügung. Download

 

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Prävalenz

Epidemiologische Untersuchungen (2005) schätzen die Häufigkeit von Tics, insbesondere im Kindesalter, höher ein als bisher angenommen.
Die bisher angenommen Betroffenenzahlen von 40 - 80 Tausend für das Tourette Syndrom wurden korrigiert.

Ausgehend von 82 Mio. Einwohnern in Deutschland ergeben sich folgende Zahlen:

Tourette Syndrom
Prävalenz: zwischen 26-150 / 10.000 Einwohner
0,2% - 1,5 % der Gesamtbevölkerung
213.200 – 1.230.000 Betroffene
Alle Ticformen
Prävalenz: 660 / 10.000 Einwohner
6,6% der Gesamtbevölkerung
5.412.000 Betroffene


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Definition  und Klassifikation

Was sind Ticstörungen?

Das überwiegende Symptom sind Tics. Tics sind unwillkürliche, meist rasch ablaufende Mimiken, Gesten oder Bewegungen wie z. B. Augenblinzeln, Grimassieren, Rotieren um die eigene Achse, Räuspern, Hüpfen, ungewolltes Aussprechen von Wörtern und Lauten. Die Ursache für Tics sind vermutlich Stoffwechselstörungen im Gehirn.

Vorübergehende Ticstörung F95.0 ICD 10

Die Tics halten weniger als ein Jahr an.

Chronische Ticstörung F95.1 ICD 10

Motorische oder vokale Tics treten nicht zugleich, sondern einzeln, meistens jedoch multipel, auf und dauern länger als ein Jahr an.

Gilles de la Tourette Syndrom (GTS) F95.2 ICD 10

Das Tourette-Syndrom ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl von motorischen, vokalen und sensitiven Tics. Es müssen mindestens zwei motorische und ein vokaler Tic vorhanden sein.

Die Erkrankung beginnt meist im Kindes- oder Jugendalter, jedoch vor dem 18. Lebensjahr.

Die Tics treten mehrmals täglich und länger als ein Jahr auf.
Betroffene sind nicht mehr als drei aufeinanderfolgende Monate ticfrei.
Einige Betroffene können ihre Tics zeitweise unterdrücken, in Folge kommt es jedoch zu heftigen "Ticentladungen". Tics sind veränderlich, das heisst, manche verschwinden im Laufe der Zeit, neue Tics entstehen.

 

Symptome

Medizinisch wird unterschieden zwischen einfachen und komplexen Tics.
Einfache Tics sind schnell, einschießend und erfüllen keinen Zweck. Komplexe Tics sind langsamer und scheinbar zweckgerichtet. Zu den sensitiven Tics gehören z. Bsp. eine hohe Geräuschempfindlichkeit oder auch eine sehr empfindliche Haut.

  Motorische Tics   Vocale Tics
  Einfache motorische Tics   Einfache vokale Tics
>>>> Augenblinzeln >>>> Husten
>>>> Augenbewegungen >>>> Schnüffeln
>>>> Nasenbewegungen >>>> Räuspern
>>>> Mundbewegungen >>>> Grunzen
>>>> Gesichtsgrimassen >>>> Pfeifen
>>>> Kopfschleudern >>>> Tierlaute
>>>> Schulterziehen >>>> Vogellaute
>>>> Armbewegungen    
>>>> Handbewegungen    
>>>> Abdominale Zuckungen    
>>>> Beinbewegungen    
>>>> Fuß - oder Zehenbewegungen    
       
  Komplexe motorische Tics   Komplexe vokale Tics
>>>> Gesten oder Bewegungen der Augen >>>> Silben
>>>> Gesten / Bewegungen mit dem Kopf >>>> Wörter
>>>> Gesten mit Arm oder Hand >>>> Koprolalie
>>>> Mundbewegungen >>>> Echolalie
>>>> Gesten mit der Schulter >>>> Palilalie
>>>> Beugen oder sich winden >>>> Blockierungen
>>>> Rotieren um die eigene Achse >>>> Atypische Sprachwendungen
>>>> Selbstverletzendes Verhalten >>>> Enthemmte Sprache
>>>> Kopropraxie    
>>>> Echopraxie    
       

Kopropraxie beinhaltet das Zeigen unwillkürlicher, obszöner Gesten.

Echolalie bezeichnet das ein- oder mehrmalige zwanghafte Nachsprechen von Wörtern oder Sätzen.

Unter Echopraxie wird das Imitieren bzw. Nachahmen von Tics bezeichnet. Dieses Phänomen tritt manchmal auf, wenn Betroffene mit anderen Personen zusammen treffen.

Palilalie ist das häufige Wiederholen von selbstgesprochenen Worten.

Koprolalie ist das ungewollte Aussprechen aggressiver oder obszöner Worte. Obwohl nur ca. 23-45 Prozent der Betroffenen darunter leiden, wird das Tourette-Syndrom häufig nur mit der Koprolalie in Verbindung gebracht.

 

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Sekundäre Tics

Sehr selten treten Tics als sekundäre Erkrankung auf. In Betracht kommen medikamentös induzierte, postenzephalitische oder posttraumatische Tics. Gelegentlich finden sich Tics auch nach Kohlenmonoxydvergiftungen, Tumoren oder bei der Neuroakanthozytose. Wichtig ist, an die Möglichkeit medikamentös induzierter Tics zu denken. Insbesondere bei Kindern kann die antiepileptische Therapie mit Paroxetin, Lamotrigin (Sotero de Menezes et al. 2000) oder Carbamazepin (Robertson et al. 1993) zum Auftreten von Tics führen.

Als Hinweis auf eine entzündliche Genese lassen sich sehr selten antineuronale Antikörper (nach Streptokokken-Infektion), insbesondere Serumantikörper gegen Basalganglien (ABGA) nachweisen (Edwards et al. 2004). Die pathogenetische Bedeutung der Antikörper ist aber noch nicht ausreichend geklärt, so dass zumindest bei Kindern von einer routinemäßigen serologischen Untersuchung von Tic-Patienten oder gar einer antimikrobiellen Therapie abgeraten wird. Inwieweit die genannten Antikörper bei Erwachsenen von Bedeutung sind, ist gegenwärtig ebenfalls unklar.

 

 

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Diagnostik von Ticstörungen


Die Diagnose wird klinisch gestellt. Der Beginn liegt meist zwischem dem 6.- und 8. Lebensjahr. Häufig beginnt das Tourette-Syndrom mit motorischen Tics im Gesicht. Im weiteren Verlauf treten die Tics auch am Kopf, an den Schultern, am Rumpf oder an den Extremitäten auf. Vokale Tics treten oftmals erst 2-3 Jahre später auf. Ein obligates Diagnosekriterium sind spontane Fluktationen der Tics, nicht jedoch eine besondere Schwere oder das Vorliegen der Koprolalie.

Häufig wird das Tourette-Syndrom von Komorbiditäten begleitet: ADHS, Zwangsstörung, Depression, Angsstörung und autoaggressive Handlungen.

Notwendige Untersuchungen

>>>>
Neurologischer Status
>>>>
Beschreibung von Art, Häufigkeit, Intensität und Verteilung der unwillkürlichen Bewegungen (aktuell und anamnestisch) sowie funktioneller Zusammenhänge (z. B. Stress)
>>>>
Detaillierte Anamnese, insbesondere bzgl. Medikamenten, Infektionen
>>>>
Orientierende Abklärung assoziierter Störungen (ADHS, Zwangssymptome)
>>>>
Basislabor mit Blutbild, Entzündungsparametern,
Kreatinkinase
>>>>
Kraniale Computer- oder MR-Tomographie
(falls differenzialdiagnostische Zweifel bestehen)


Anmerkung des IVTS:
Einige der nachfolgend aufgezählten Untersuchungen (z.B. Lumbalpunktion) werden in manchen Kliniken noch routinemäßig, also nicht nur im Einzelfall, zur Diagnostik eingesetzt. Wir empfehlen Ihnen für die Diagnosestellung den Besuch der Tourette Sprechstunde in Hannover.


Tourette-Spezialambulanz Hannover
Medizinische Hochschule Hannover
Abteilung Klinische Psychiatrie und Psychotherapie
PD Dr. Kirsten Müller-Vahl
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Telefon: 0511 - 5323167

 

Im Einzelfall erforderlich  (vorrangig wegen der Differenzialdiagnose)

>>>> Elektroenzephalographie
>>>> Video-Dokumentation
>>>> Lumbalpunktion
>>>>  > Orbicularis-oculi-Reflex
>>>> Ableitung von EEG-Bereitschaftspotenzialen
>>>>  Backward-Averaging bei uniformen Bewegungen
>>>>  Positronen-Emissionstomographie, HMPAO-SPECT
>>>> 
Psychiatrische Untersuchung, insbesondere hinsichtlich Zwangssymptomen und ADHS
>>>>  Neuropsychologische Untersuchung
>>>>
 
Suche nach > antineuronalen Antikörpern im Serum (bei postrheumatischer Chorea), Antistreptolysin-Titer, Antiphospholipid-Antikörper

Ausschluss anderer Bewegungsstörungen

>>>>
Vorübergehende Ticstörung - motorische und/oder vokale Tics (Dauer 4 Wochen bis 1 Jahr (F 95.0 ICD)
>>>>
Chron. Ticstörung - gekennzeichnet durch motorische oder vokale Tics (F 95.1 ICD)
>>>>
Chorea Huntington, Schlaganfall, Chorea Sydenham, Multiple Skerose, Substanzwirkung (z.B. Neuroleptica)
>>>>
Dystone Bewegungen - langsame Drehbewegungen, längere muskuläre Anspannung
>>>>
Myoklonien - kurze, unkoordinierte Zuckungen einzelner Muskeln
>>>>
Hemiballistische Bewegungen - periodische, grobe, ausholende Bewegungen der Gliedmaßen
>>>> Spasmen - stereotyp, langsamer, länger anhaltend
>>>>
Synkinesien - unwillkürliche Bewegungen, die willkürliche begleiten

 

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Krankheitsverlauf

Für therapeutische Entscheidungen ist die Unterscheidung transienter (verschwinden innerhalb eines Jahres vollständig) von chronischen Tic-Erkrankungen von Bedeutung. Die überwiegende Mehrzahl kindlicher Tics ist transient (zeitlich begrenzt) und bedarf keiner medikamentösen Therapie. Das Wiederauftreten im Erwachsenenalter ist aber möglich. Patienten mit einem Tourette-Syndrom weisen in der Regel bereits in der Kindheit Tics auf. In der Pubertät verstärken sich die Tics oft, können aber zwischen dem 16.-26. Lebensjahr wieder nachlassen, besonders bei leicht Betroffenen. In Einzelfällen wurde auch schon von einer vollständigen Rückbildung der Symptome berichtet.

 

 

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Atiologie und Pathogenese

Die Ätiologie beschäftigt sich mit der Ursache von Erkrankungen und ihren auslösenden Faktoren (in der Abgrenzung zur Pathogenese).
In der medizinischen Diagnostik wird umgangssprachlich auch die Ursache einer Krankheit selbst als Ätiologie bezeichnet.

Die Pathogenese beschreibt die Entstehung einer physischen oder psychischen Erkrankung oder den Verlauf eines krankhaften Prozesses bis zu einer Erkrankung.

In den meisten Fällen bleibt die Ätiologie des Tourette Syndroms unklar (primäre, idiopathische Tics). Pathophysiologisch wird eine Störung im Bereich kortiko-striato-thalamo-kortikaler Regelkreise angenommen. Ein EEG-Bereitschaftspotenzial vor einfachen Tics kann im Gegensatz zu Willkürbewegungen fehlen. SPECT-Untersuchungen konnten Veränderungen insbesondere im frontalen Kortex, in den Basalganglien und im limbischen System nachweisen. Derzeit ist unklar, ob beim Tourette Syndrom primär von einer Basalganglienerkrankung oder von einer Störung im frontalen Kortex auszugehen ist (Bohlhalter et. al. 2006)

Pathologisch wird eine Beteiligung des dopaminergen Systems angenommen. Darüberhinaus konnten bei Tourette-Patienten Veränderungen im serotionergen System nachgewisen werden (Müller-Vahl et.at. 2005) Dopamin-Transporter-Bindung in Kaudatum und Putamen hin. Studien mit transkranieller Magnetstimulation deuten auf eine erhöhte Exzitabilität des gesamten motorischen Regelkreises und eine gestörte sensomotorische Integration hin. (Berardelli et al. 2003, Ziemann et al. 1997, Moll et al. 2001).

Familien- und Zwillingsstudien lassen auf eine polygenetische Vererbung mit unvollständiger und variabler Penetranz schließen. Verschiedene beschriebene Genveränderungen konnten bisher nicht bestätigt werden. Für die Krankheitsmanifestation sind vermutlich auch nichtgenetische Faktoren relevant.

 

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Theapie

Eine Heilung ist nicht möglich. Nach heutigem Kenntnisstand können alle verfügbaren Therapien weder die Ursache noch die Prognose der Tic-Störung positiv beeinflussen. Außer Haloperidol sind alle derteit eingesetzte Medikamente nicht für diese Indikation zugelassen und werden Off-label verordnet.

Neuroleptika / Dopaminantagonisten

Dopaminantagonisten wirken hemmend auf das Dopaminssystem, sie unterscheiden sich aber teils erheblich in ihrer Wirkung auf die verschiedenen Dopaminrezeptoren im Gehirn. Diese Medikamente wirken bei Betroffenen sehr verschieden, sowohl in ihrer positiven Effekte als auch in den Nebenwirkungen.

Klassische Neuroleptika:

Haldol®, Orap®, Tiapridex®, Dogmatil® -Sulpirid

Atypische Neuroleptika:

Risperdal®, Zyprexa®, Seroquel®, Zeldox®, Abilify®, Solian®

Andrenoagonisten

Andrenoagonisten beeinflussen nicht das dopaminerge, sondern das adrenerge System des Gehirns. Diese Substanzen haben vermutlich eine positive Wirkung auf Tics, die jedoch deutlich schwächer als Dopaminblocker ist.
Catapresan® (Clonidin), Estulic®  (Guanfacin)

Weitere Medikamente und experimentelle Therapien

Augrund der häufigen unbefriedigenden Ergebnisse der genannten Medikamente werden gegenwärtig weitere Substanzen erforscht.

GABAerge Substanzen
Botulinumtoxin
Opiatantagonisten
Nikotin
Cannabis sativa
Antibiotika und Immuntherapie
Neurochirurgie

Bitte lesen Sie für nähere Informationen die Behandlungsempfehlungen   von PD Dr. med. Kirsten R. Müller-Vahl / Tourette Sprechstunde der Medizinischen Hochschule Hannover. Wir bedanken uns herzlich für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung! Nach dem Heilmittelwerbegesetz dürfen fachliche Angaben zu rezeptpflichtigen Produkten oder zu deren Anwendung vom Arzneimittelhersteller nur Angehörigen medizinischer Fachkreise zugänglich gemacht werden.

 

Nichtmedikamentöse Therapien

Nichtmedikamentöse Behandlungen spielen derzeit eine untergeordnete Rolle in der Therapie von Tics. Die tiefenpsychologisch-orientierte Psychotherapie ebenso wie die Psychoanalyse müssen als ungeeignet in der Therapie von Tics eingestuft werden, da die Ursache von Tics organisch und nicht psychogen ist.

Habit Reversal Training

Gewohnheits-Umkehr-Training – eine verhaltenstherapeutische Technik, bei der die Patienten versuchen, statt des Tics eine andere Bewegung zu vollführen bzw. Tics umzuleiten – ob das Habit Reversal Training effektiv in der Behandlung von Tics ist, muß mit Hilfe weiterer Studien überprüft werden.

Ernährung

Bisher liegen keine Studien vor, die hierzu eine Antwort geben. Allerdings berichten einige Betroffene von einer Linderung bei Verzicht auf Kaffee, Cola, aber auch Fleisch.

 

Literatur/Links:

Deutsche Gesellschaft für Neurologie Leitlinien Tics 2008
Deutsche Gesellschaft für Neurologie Leitlinien Tics 2005
Yale Globale Tic-Schweregrad-Skala YGTSS
Shapiro Schweregrad-Skala Shapiro
Prof. C. Popow - Univ. Klinik f. Neuropsychiatrie Wien Tourette Gesellschaft Österreich
Behandlungsempfehlungen des Tourette-Syndroms von PD Dr. med. Kirsten R. Müller-Vahl Behandlung des Tourette-Syndroms
Behandlungsempfehlungen bei Ticstörungen (übersetzt aus dem Engl.) Vorgehen bei Tics
Mozart & das Tourette Syndrom
Eine Abhandlung von Dr. Joseph Thilmann (www.neurologienetz.de)


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