Department of Psychiatry and Psychotherapy, Rostock University
World J Biol Psychiatry. 2011
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren haben sich für
die Therapie von ADHS als hilfreich erwiesen. Verschiedene stabilisierende
Cofaktoren wie z.B. Magnesium können zu diesem Effekt beitragen.
Magnesium (Mg) unterstützt die Fettsäure-Enzymaktivität
und ist für die neuronale Aktivität essentiell. Der Weg,
wie Mg psychische Prozesse, speziell im Rahmen von ADHS beeinflusst,
ist jedoch noch nicht genau bekannt.
Daher wurden in der vorliegenden Studie die Konzentrationen weiterer
Lipid-Parameter bestimmt. Die Autoren wollten prüfen, ob es bei
ADHD-Patienten im Vergleich zu Kontrollen einen Mangel an Mg und unterschiedliche
Lipoproteingehalte gibt.
Bei neun Jungen mit ADHS (8,2 +/- 0,6 Jahre) und 11 Kontrollen
(7.9 +/- 0.87 Jahre) wurde der Mg-Gehalt im Serum, das Gesamt-Cholesterin,
Triglyceride, das Lipoprotein Lipase, die Gesamt-Phospholipide, Apolipoproteine
a und b, sowie HDL- und LDL-Cholesterinwerte unter zwei unterschiedlichen
belastenden Bedingungen bestimmt.
Es zeigte sich, dass bei ADHS Mg und HDL-Konzentrationen signifikant
höher und Apo b niedriger war, als bei den Kontrollen. Anders
als angenommen lag bei ADHS somit kein Mangel an Mg sondern ein Übermaß
an Mg vor. Insgesamt scheint der Lipoprotein-Stoffwechsel bei ADHS
modifiziert zu sein.