Offene Studie zu Aripiprazol
(Abilify) im Rahmen der Therapie von Jugendlichen mit Tic-Störungen
Department of Pediatrics & Psychiatry, University of South
Florida USA
J Child Adolesc Psychopharmacol. 2009
Für die Behandlung von Tic-Störungen
sind sichere und wirksame Therapien vonnöten, die möglichst
auch auf die Behandlung von Comorbiditäten zielen.
Aripiprazol, ein dopaminerges/serotonerges Mittel mit teilweise
Agonist-Eigenschaften am D2 Dopaminrezeptor und am 5-Hydrdoxytryptamine
1A (5-HT(1A)) Rezeptor sowie Antagonist-Eigenschaften am
5-HT(2A)-Rezeptor ist in dieser Hinsicht vielversprechend.
Die Autoren führten eine offene Studie
zur Bewertung der Sicherheit von Aripiprazol bei Kindern
und Jugendlichen mit einer Primärdiagnose von chronischer
Tic-Erkrankung mit oder ohne Comorbidität durch. 16
Kinder (15 Jungen) im Alter zwischen 8-17 Jahren nahmen
an der sechswöchigen Studie teil. Wöchentlich
fand ein Rating für Zwangsverhalten (OCD), ADHD, Tics
und Nebenwirkungen statt. Außerdem wurden Laborparameter
bestimmt sowie EKG, Gewicht und Größe. Die mittlere
tägliche Dosis an Aripiprazol betrug 3,3 mg (1,25-7,5
mg). Es wurden signifikante Unterschiede vor und nach Therapie
mittels Yale Global Tic Severity Scala ermittelt: motorisch:
p <= 0.0001, vokal: p <= 0.0001, und Gesamt-Tics:
p <= 0.0001. Ergebnisse anderer Bewertungsskalen ließen
auch bei comorbiden Erkrankungen wie OCD, ADHD und Depressionen
eine deutliche Verbesserung erkennen. Obwohl Aripiprazol
gut vertragen wurde, wurde eine Gewichtszunahme beobachtet.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass sich Aripiprazol in dieser ersten offenen Studie als
gut verträgliches Medikament zur Behandlung von Tics
und comorbiden Erkrankungen erwies. Die Verbesserungen bei
comorbiden Erkrankungen könnten sekundäre Folgen
der Tic-Reduktion sein oder primäre Effekte des Aripiprazols.
Weitere Untersuchungen sind hier vonnöten.