Frontale dopaminerge Anomalien beim
Tourette Syndrome: Eine postmortem-Analyse
Department of Neurology, Johns Hopkins University
School of Medicine, Harriett Lane Outpatient Building, 200
N. Wolfe Street, Suite 2158, Baltimore, MD, USA.
Frontal-subcortikale Anomalien wurden mit
der Pathophysiologie des Tourette-Syndroms in Verbindung
gebracht. Das Ziel der Studie war es, eine mögliche
zugrunde liegende neurochemische Anomalie im frontalen Cortex
zu bewerten. Postmortem-Gehirngewebe von frontalen und occipitalen
Regionen (Brodmann-Regionen 4, 6, 9, 10, 11, 12 und 17 von
drei Tourette Syndrom Patienten und drei in Bezug auf Alter
und Geschlecht gemischten Kontrollen wurden mittels semiquantitativen
Immunoblottings analysiert.
Relative Dichten wurden für verschiedene
neurochemische Marker wie Dopkamin (D1, D2), Serotonin (5HT-1A)
und alpha-adrenerge (alpha-2A) Rezeptoren, dem Dopamin-Transporter
(DAT), einem monoaminen terminalen Marker (vesikulärer
monoaminer Transporter Typ 2, VMAT-2) sowie vesikuläre
Andock- und Freisetzungsproteine (VAMP-2, Synaptotagmin,
SNAP-25, Syntaxin, Synaptophysin). Daten von jeder Tourette Syndrom -Probe,
korrigiert für den Actin-Gehalt, wurden als Prozentwert
in Bezug auf die Kontrollen angegeben.
Die Ergebnisse zeigten beständige
Anstiege der Dichte der DAT und D2 Rezeptoren in 5 der 6
frontalen Regionen sämtlicher 3 Tourette Syndrom -Objekte
auf. Die Dichte von D1 und alpha-2A Rezeptoren stieg in
einigen frontalen Regionen an. Diese Ergebnisse unterstützen
die Hypothese einer dopaminergen Dysfunktion im frontalen
Lappen und einer wahrscheinlichen Rolle dieses Befundes
in der Pathophysiologie des Tourette Syndroms.