Analyse antineuronaler Antikörper
und Phänotypenanalyse beim Tourette-Syndrom
Department of Neuroinflammation, Institute
of Neurology, University College London, London, United
Kingdom
Mov Disord. 2007
Das Spektrum des Gilles de la Tourette
Syndroms (GTS) beinhaltet psychiatrische Komorbiditäten,
vor allem Zwangserkrankungen (obsessive-compulsive disorder
(OCD)) und ADHD (attention-deficit-hyperactivity disorder).
Die Rolle, die anti-neuronale Antikörper (ANeA) bei
dieser Erkrankung spielen, ist noch unklar. Die Autoren
verglichen die klinischen Charakteristika von AneA-positiven
und ANeA-negativen Patienten in 53 Kindern und 75 Erwachsenen
mit Tourette Syndrom. Die Diagnostik wurde gemäß
DSM-IV-TR Kriterien durchgeführt. Ein positiver ANeA
Western Immunoblotting-Test zeigte Banden für mindestens
1 von 3 berichteten Antigenen des Striatums (40, 45, und
60 kDa). 12 Kinder (23%) und 18 Erwachsene (25%) mit Tourette
Syndrom waren in Hinblick auf AneA positiv.
Die Dauer der Krankheit, die Tic-Form und
-Schwere das Vorkommen von Echo/Pali/Copro-Phänomenen,
Selbstverletzungen, aggressivem Verhalten sowie die Frequenz
einer OCD-Komorbidität unterschied sich nicht signifikant
zwischen ANeA-positiven und negativen Patienten. Ähnliche
Befunde zeigten sich, wenn man die drei unterschiedlichen
Antikörper-Reaktivitäten analysierte.
Eine Komorbidität mit ADHD fand sich
seltener bei Tourette Syndrom-Patienten die lediglich den
anti-60 kDa Antikörper aufwiesen. Mit Hilfe eines multivariaten
logistischen Regressionsmodells, das in bezug auf Alter,
Geschlecht und Alter beim Einsetzen der Krankheit, angepasst
wurde, zeigte sich ebenfalls eine umgekehrter Zusammenhang
zwischen einer Diagnose der Komorbidität ADHD und dem
Vorhandensein von anti-60 kDa Antikörpern (P =.002;
95 % Interval 0.04-0.49). Der AneA-Status differenziert
nicht einen spezifischen Phänotyp des Tourette Syndroms
.