Akute Dystonie bei geringen Dosen Aripripazol
zur Therapie des Tourette-Syndroms
Laboratory of Psychophysiology, Third Department
of Psychiatry, Aristotle University of Thessaloniki, Thessaloniki,
Greece
Ann Pharmacother. Apr 2006
Das Ziel der vorliegenden Studie war es,
über einen Fall mit einer Episode einer akuten Dystonie
in einem Patienten mit Tourette-Syndrom, das mit dem partiellen
Dopamin-Agonisten Aripripazol (Abilify) behandelt wurde,
zu berichten. Ein 18 Jahre alter Mann nahm gegen sein Tourette-Syndrom
täglich 10 mg Aripripazol, das seine Symptome deutlich
besserte. Nach drei Tagen der Therapie erfuhr er eine akute
Dystonie mit Spasmen der Gesichts-muskulatur, oculogyren
Crisen und Torticolis (Schiefhals). Sämtliche Symptome
verschwanden nach einer einmaligen i.m. Injektion von 5
mg Biperidin. Die Naranjo Wahrscheinlichkeitsbewertung ergab,
dass die Nebenwirkungen offensichtlich durch Aripripazol
hervorgerufen wurden.
Es handelt sich hierbei um den ersten Bericht
einer Dystonie auf Grund einer Aripripazol-Therapie in einem
Erwachsenen und es ist besonders bemerkenswert, dass diese
Dystonie durch geringe Dosen hervorgerufen wurde. Bei Aripripazol
handelt es sich um einen partiellen Dopamin-Agonisten und
einen Serotonin-Antagonisten mit günstigem Nebenwirkungs-Profil.
Kurzzeitige klinische Studien berichten von einem geringen
Vorkommen extrapyramidaler Symptome, wobei die Akathisie
(Anmerkung d. Übers.: Unruhe, Zwang sich zu bewegen)
am häufigsten vorkommt. In einem 3 Jahre alten Kind
und in einem Jugendlichen mit entsprechender Anamnese wurden
jedoch auch schon schwere extrapyramidale Symptome beschrieben.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass Aripripazol eine akute Dystonie verursachen kann, obwohl
die Wirkungsweise des Medikaments diese größtenteils
ausschließt.