Trends in bezug auf berichtete Diagnosen von
neuropsychiatrischen Erkrankungen der Kindheit:
Eine dänische Kohortenstudie
Atladottir HO, Parner ET, Schendel D, Dalsgaard S, Thomsen
PH, Thorsen P.
North Atlantic Neuro-Epidemiology Alliances at Department
of Epidemiology, Institute of Public Health, University
of Aarhus, Aarhus, Denmark
J Child Psychol Psychiatry. 2007 Feb
Das Ziel der Studie war es, Trends in bezug
auf Autismus (Autismusspektrumsstörung und kindlicher
Autismus) im Kontext von drei zusätzlichen neuropsychiatrischen
Erkrankungen der Kindheit zu analysieren: hyperkinetische
Störungen, Tourette-Syndrom und Zwangserkrankungen.
Die Kinder wurden im dänischen medizinischen
Geburtenregister identifiziert, das für 2004 berichtete
Diagnosen durch Psychiater unter Verwendung diagnostischer
Kriterien des International Statistical Classification of
Diseases, 10th Auflage beinhaltet. Berücksichtigt wurden
sämtliche Kinder, die in Dänemark zwischen 1990
und 1999 geboren wurden, insgesamt 669995 Kinder.
Je nach Alter zeigte sich ein gesteigertes
Vorkommen für alle Krankheiten. Statistisch signifikante
Anstiege der Häufigkeiten fanden sich je nach Alter
für Autismusspektrumsstörungen und kindlichen
Autismus, hyperkinetische Störungen und Tourette-Syndrom.
Keine signifikanten Veränderungen ergaben sich für
Zwangserkrankungen.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass es sich bei den kürzlich beobachteten Anstiegen
von Autismus um einen Teil eines weiter verbreiteten epidemiologischen
Phänomens handeln kann. Die Gründe für die
beobachteten allgemeinen Veränderungen einer kumulativen
Zunahme konnten in der Studie nicht bestimmt werden doch
betonen die Daten die wachsende Erkenntnis von und den Bedarf
für Dienste für Kinder mit neurologischen Entwicklungsstörungen
ganz allgemein.