Chirurgische Eingriffe bei Störungen
der Bewegung wie Dystonie oder Tics
Division of Neurosurgery bDivision of Neurology,
Toronto Western Hospital, UHN, Toronto, Ontario, Canada
Curr Opin Neurol. 2007
Verschiedene Bewegungsstörungen werden
inzwischen mit stereotaktischen Eingriffen, speziell der
Elektrostimulation des Gehirns (Deep brain stimulation)
behandelt.
Die Autoren liefern einen Überblick
über neurochirurgische Eingriffe bei Dystonien und
Tics, wobei sie sich hauptsächlich auf chirurgische
Aspekte und das Ergebnis der Elektrostimulation konzentrieren.
Derzeit ist eine Pallidum-Stimulation der am häufigsten
durchgeführt Ansatz bei Patienten mit Dystonie, speziell
der generalisierten Dystonie. Verschieden neuere klinische
Studien unterstützen die Wirksamkeit des Eingriffs.
Verbesserungen konnten bei 40-80% der Patienten
mit primäre generalisierter segmentaler und cervikaler
Dystonie beobachtet werden. Im Falle der sekundären
Dystonie wurde ein ähnliches Ergebnis für Patienten
mit tardiver Dystonie und Neurodegeneration in Zusammenhang
mit der Panthothenat-Kinase beschrieben. Bei Patienten mit
Tourette-Syndrom waren die ersten Ergebnisse einer Thalamus-
oder Pallidum-Stimulation vielversprechend. Bei beiden Zielorten
konnte eine Verbesserung der Tic-Frequenz von 70-90 % nach
dem chirurgischen Eingriff beobachtet werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass es sich bei der Elektrostimulation des Gehirns um eine
etablierte Therapie bei Dystonie handelt, die neuerdings
auch beim Tourette-Syndrom angewendet wird. Mit mehr Erfahrung
wird man immer besser die Patienten mit Merkmalen auswählen
können, die am ehesten auf den Eingriff ansprechen,
was wiederum zu einem besseren Ergebnis der Operation bei
diesen Erkrankungen führt.