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Vermehrte nächtliche Sekretion von ACTH (Adreno-Corticotropes-Hormon) und Kortison bei Zwangserkrankungen (OCD, obsessive compulsive disorder)

Max-Planck Institute of Psychiatry, Munich, Kraepelinstrasse 2-10, 80804 Munich, Germany
J Psychiatr Res. 2007

Die Informationen zur Funktion des Systems aus Hypothalamus, Hypophyse und Nebenniere (HPA-Achse, hypothalamic-pituitary-adrenal) zur Reaktion auf Stress bei Zwangserkrankungen ist uneinheitlich.

An der vorliegenden Studie nahmen neun Patienten mit einer Zwangserkrankung (DSM IV) ohne comorbide Depression und neun gesunde Kontrollen teil. Das Blut der Patienten (sieben Männer; 31.8 +/- 9.3 Jahre, Y-BOCS: 27.3 +/- 4.3, HAMD-21: 13.3 +/-1.9) und Kontrollen (sieben Männer, 31.6 +/- 9.1 Jahre) wurde während des Schlafes alle 20 Minuten zwischen 23:00 und 7:00 Uhr mittels Katheter zur Analyse von ACTH und Kortison entnommen. Die Sekretionsmuster für Kortison und ACTH waren in beiden Gruppen ähnlich, bei OCD jedoch auf einem höheren Level. Der Bereich unter der Kurve der Plasmakonzentrationen war für ACTH (p<0.05) und Kortison (p<0.005) bei OCD-Patienten signifikant größer (ACTH: 674.3 +/- 57.4; Kortison: 2148.4 +/-271.7) als in den Kontrollen (ACTH: 460.2 +/- 61.0; Kortison: 1191.2 +/- 124.1).

Die Daten lassen vermuten, dass die Aktivität des Systems aus Hypothalamus, Hypophyse und Nebenniere in Patienten mit OCD im Vergleich zu Kontrollen verstärkt ist.

Anm. d.. Übers:
ACTH ist ein Hormon, das in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet wird. ACTH regt die Nebennierenrinde zur Produktion von Glukokortikoiden (u.a. Kortison), Mineralokortikoiden (Aldosteron) und Androgenen (u.a. DHEA) an.

 

 


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