DBS (deep brain stimulation) beim Tourette-Syndrom:
Grundprinzip, gegenwärtiger Stand und zukünftige
Perspektiven
Department of Neurosurgery, University Hospital Maastricht,
Maastricht, The Netherlands
Acta Neurochir Suppl. 2007
Beim Tourette-Syndrom handelt es sich um
eine neuropsychiatrische Erkrankung, die in der frühen
Kindheit einsetzt und durch Tics, charakterisiert wird,
welche häufig mit Verhaltens-Anomalien assoziiert sind.
Häufig verschwinden die Symptome vor oder während
des Erwachsenseins. Eine Therapie besteht aus Psychotherapie
oder einer medikamentösen Therapie. Ein geringer Prozentsatz
der Patienten ist jedoch gegenüber diesen Therapien
nicht empfänglich.
Nach der Einführung der tiefen Hirnstimulation
(DBS) des Thalamus als neuen therapeutischen Ansatz (1999)
wurde versucht, auch auf andere Nuclei des Gehirns zu zielen,
wie den Globus pallidus internus, den anteromedialen und
ventroposterolateralen Teil sowie den Nucleus accumbens.
In dem veröffentlichten Bericht wird eine Tic-Reduktion
um wenigstens 66 % beschrieben. Die Auswirkungen der DBS
auf komorbide Verhaltensauffälligkeiten sind sehr unterschiedlich.
Die Anzahl der behandelten Patienten ist gering und es ist
unklar, ob die Auswirkungen der DBS von dem Nucleus abhängen,
auf den die DBS zielte. Die Pathophysiologie des Tourette Syndrom ist
nicht genau bekannt. Auf der Basis des Wissens der Autoren
über den Cortex, Basalganglien und Thalamus betreffenden
Regelkreis versuchen sie eine Erklärung zur Wirkung
der DBS auf Tics zu geben.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass eine minutiöse Beurteilung der Elektrodenposition
und eine blind-kontrollierte Beurteilung der Wirkung der
DBS auf die Tics und die Verhaltensauffälligkeiten
unbedingt erforderlich ist, um das beste Ziel für die
DBS im F meticulous alle von Tourette Syndrom zu identifizieren.