Die Neurologie
des Tourette-Syndroms als Störung des Dopamin-Systems
Eine Hypothese
Nomura Y, Segawa M.
Segawa Neurological Clinic for Children, Tokyo, Japan
Brain Dev. 2003
Der günstige Effekt von Dopamin-Depletoren
oder Dopamin-Rezeptor-Blockern lässt eine gesteigerte
Übertragung des Dopaminsystems als Pathophysiologie
des Tourette-Syndroms vermuten. Die Autoren analysierten
neurologische Charakteristika des Tourette Syndrom und bewerteten
die Rolle von Levodopa (L-Dopa) auf Tourette Syndrom-Symptome.
Die Daten wurden mit altersgemischten Patienten mit erblicher
progressiver Dystonie (HPD) mit deutlichen Fluktuationen
über den Tag verglichen.
Die neurologischen Untersuchungen von 81
Tourette Syndrom-Patienten ohne Medikation zeigten die Unbeholfenheit
schnell wechselnder Vor- und Rückwärtsbewegungen
der Arme auf, sowie eine Steifheit des contralateralen Arms,
die auf orale Dosen von Levodopa reagierten. Die Untersuchungen
ließen eine Hypofunktion des nigrostriatalen (NS)-DA-Systems
vermuten.
Auf Grund einer posturalen Asymmetrie und
einer anomalen Schiefhaltung ging man von einer asymmetrischen
Beteiligung von DA aus. Eine Rotation zur Seite der weniger
betroffenen DA-Neuronen beim Treppensteigen mit geschlossenen
Augen lässt auf eine Superempfindlichkeit der DA-Rezeptoren
schließen.
Die günstigen Effekte bereits
geringer
Dosen an Levodopa auf diese Befunde bestätigen diese
Superempfindlichkeit der DA-Rezeptoren, da bereits
die geringen
Dosen an Levodopa die Empfindlichkeit der DA-Rezeptoren
mindern.