Medikamenten-induzierte tardive Dyskinesie-Syndrome
Department of Neurology, Hospital Universitario
Principe de Asturias, Alcalá de Henares, Madrid,
Spain
Parkinsonism Relat Disord. 1999
Die Autoren erstellten einen Überblick
über die Daten von 5 Zentren, die sich mit Bewegungsstörungen
beschäftigen, um Medikamente zu erfassen, die für
tardive Syndrome verantwortlich sind: (tardive Dyskinesien,
Dystonien, Akathisie, Tremor, Tics, Tourette und Myoclonus).
Die Diagnosekriterien für tardive Syndrome beinhalteten:
persistierende Dyskinesien, Dystonien, Akathisia, Tremor,
Tics oder Tourette im Zusammenhang mit einer längeren
Medikamenten- Einnahme und
Ausschluss anderer möglicher Ursachen für diese
Erkrankungen.
100 Patienten erfüllten diese Kriterien
des tardiven Syndroms (26 männlich, 74 weiblich, mittleres
Alter: 69.4+/-15.8 Jahre). Die Medikamente, die am häufigsten
zu einem tardiven Syndrom führten, waren Antipsychotika,
substituierte Benzamide (Anm. d. Übers: Neuroleptikum,
z.B. Sulpirid),Thietylperazin (eingesetzt gegen Schwindel)
und Mittel zur Blockade des Calciumkanals. 72 Patienten
zeigten ein bukkolinguomastikatorisches Syndrom (stereotypes
Kauen und Schmatzen), 30 einen Tremor, 22 Akathisien und
16 Dystonien (35 Patienten zeigten eine Kombination von
wenigstens zwei dieser Syndrome). 42 Patienten litten zudem
an Parkinson.
Nach Absetzen der Medikamente verschwanden
die Symptome in 40 Fällen. Ein hohes Alter und das
weibliche Geschlecht waren häufiger mit einem tardiven
Syndrom assoziiert mit Ausnahme der tardiven Dystonie. Zusammenfassend
lässt sich sagen, dass substituierte Benzamide, Calciumkanal-Blocker
und Tiethylperazin eine häufige Ursache für tardive
Syndrome waren.