Gilles de la Tourette-Syndrom: Reaktion auf eine Electroconvulsive
Therapie
Family Medicine Department, Faculty of Medicine, Ondokuz
Mayis University, Turkey, Dez. 2005
Beim Tourette-Syndrom handelt es sich um
eine chronische Erkrankung, die durch vokale und motorische
Tics charakterisiert wird. Bei einem Drittel der Patienten
wird ein selbst verletzendes Verhalten beobachtet, das lebensgefährlich
sein kann. Bislang wird die Therapie mit Dopaminrezeptor-Antagonisten
oder atypischen Neuroleptika durchgeführt. In einigen
Fällen hat es Hinweise auf eine Wirksamkeit der Electroconvulsiven
Therapie (ECT) gegeben.
Bei dem geschilderten Fall handelt es sich
um einen Tourette Syndrom-Patienten mit selbstverletzendem
Verhalten und psychotischen Merkmalen, der auf Medikamente
kaum anspricht. Nach 7 Sitzungen mit einer ECT und einer
Therapie mit Carbamezapin wurde eine Remission für
2 Jahre erreicht, d.h. ECT kann als wirksame Therapie für
Patienten mit dem Tourette Syndrom und Neigung zur Selbst-Verletzung
und Psychosen bzw. für solche, die auf traditionelle
Therapien nicht ansprechen, angesehen werden.