Elektrostimulation des Gehirns beim Tourette-Syndrom:
Zwei Target-Positionen?
Deutsche Übersetzung:
Department of Neurosurgery, University Hospital Maastricht,
Maastricht, The Netherlands
Mov Disord. May 2006
Im vorliegenden Bericht beschreiben die
Autoren die Auswirkungen einer bilateralen Thalamus Stimulation
in einem Patienten und einer bilateralen pallidalen Stimulation
in einem anderen Patienten. Beide Patienten litten am Tourette-Syndrom.
Jede konservative Therapie hatte versagt und war schließlich
wegen zu großer Nebenwirkungen beendet worden. Bei
beiden Patienten lagen keine komorbiden Erkrankungen vor,
außer einer Zwangsneurose.
Die Elektroden wurden auf der ebene des
mittleren Teils des Thalamus (centromedialer Nucleus, Substantia
periventricularis und Nucleus ventro-oralis internus) bei
einem Patienten und in dem posteroventralen Teil des Globus
pallidus internus im anderen Patienten implantiert. In beiden
Fällen bewirkte die Elektrostimulation eine deutliche
Reduktion der Tics und der Zwangsneurose.
Diese Daten zeigen, dass eine bilaterale
Elektrostimulation des Gehirns im Bereich des Thalamus und
im Bereich des Globus pallidus internus einen guten Effekt
auf Tics und Verhaltensauffälligkeiten bei Patienten
mit nicht-therapierbarem Tourette Syndrom haben.