Kontroll-Locus, wahrgenommener
Erziehungsstil und Symptome von Angst und Depression bei
Kindern mit Tourette-Syndrom
School of Education, Hebrew University of Jerusalem, Mt.
Scopus, Jerusalem, 91905, Israel
Eur Child Adolesc Psychiatry. 2008
Die Studie erklärt den Beitrag zweier
psychosozialer Faktoren (Kontroll-Locus und wahrgenommener
Erziehungsstil) auf die Symptome internalisierender Störungen
bei Kindern mit Tourette-Syndrom.
Dieser Beitrag wurde außerdem in
bezug auf die Schwere des Tourette Syndroms bewertet. 65
Kinder (53 Jungen und 12 Mädchen) im Alter von 9,0-16,9
Jahren mit normaler Intelligenz füllten einen Fragebogen
aus, der ihre Depressionen, Ängste den Kontroll-Locus
und den Erziehungsstil bewertete. Die Mütter beurteilten
die Tic-Schwere, die Symptomatik eines ADHDs und eines Zwangsverhaltens.
Eine stärkere Ausprägung von Ängsten und
Depressionen stand in direktem Zusammenhang mit einem eher
externen Kontroll-Locus und einem eher abweisenden, kontrollierenden
Erziehungsstil.
Zusätzlich korrelierte die Depression
signifikant mit der Tic-Schwere, ADHD und dem Auftreten
von Zwangserkrankungen während die Ängste nur
mit ADHD-Symptomen und Zwängen korrelierte nicht aber
mit den Tics. Eine Regressionanalyse zeigte, dass der Kontroll-Locus,
das Zwangsverhalten und die ADHD-Symptome jeweils signifikant
zur Prognostik von Depressionen beitrugen.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass das Vorkommen von Ängsten und Depressionen in
Kindern mit Tourette Syndrom deutlich durch psychosoziale Faktoren beeinflusst
wird. Dieser Einfluss geht noch über den Einfluss von
ADHD und Zwangsstörungen hinaus. Ein interner Kontroll-Locus,
wie er bei einem reifen, akzeptierenden und Autonomie vermittelnden
Erziehungsstil gegeben ist, scheint ein Schutzfaktor gegen
Ängste und Depressionen darzustellen.
Anm. des. Übers. Siehe auch:
Erziehungsstile und Eltern-Kind-Beziehungen:
Wie
sie die Gesundheit der Kinder beeinflussen und ihr Wandel
im Laufe der Zeit. (pdf)