Exekutive Funktion, Gedächtnis
und Lernen im Zusammenhang mit Tourette-Syndrom
Subdepartment of Clinical Health Psychology, University
College London, England.
Junge Menschen mit Tourette-Syndrom, Tourette
Syndrom+ADHD, oder Tourette Syndrom+ Zwangserkrankungen(+OCD)
wurden mit einer gesunden Kontrollgruppe in Hinblick auf
ihre exekutiven Funktionen, das Gedächtnis und Lernen
verglichen.
Als exekutive Funktionen werden kognitive
Prozesse bezeichnet, die zum Erreichen eines definierten
Ziels die flexible Koordination mehrerer Subprozesse steuern.
Diese höheren kognitiven Leistungen stellen eine sehr
heterogene Gruppe von Prozessen dar und werden entsprechend
mit unterschiedlichsten Paradigmen untersucht. Exekutive
Dysfunktionen sind bei verschiedenen Krankheiten beschrieben
worden, die im Allgemeinen auf strukturelle oder funktionelle
Pathomechanismen des Frontalkortex — aber auch des
Parietal- und Temporalkortex — zurückgeführt
werden können.
Die Patienten nur mit Tourette Syndrom
waren gegenüber der Kontrollgruppe in einer exekutiven
Funktion beeinträchtigt, die Strategie-Bildungen und
Inhibitionen beinhaltete. In bezug auf Gedächtnis und
lernen unterschieden sie sich jedoch nicht von den Kontrollen
ebenso wie die Tourette Syndrom +ADHD-Gruppe und die Tourette
Syndrom + OCD-Gruppe. Bei der Tourette Syndrom + ADHD-Gruppe
fand sich jedoch eine Beeinträchtigung verschiedener
exekutiver Funktionen. Dieser Befund ist im Zusammenhang
mit der frontostriatalen Hypothese für die Pathophysiologie
des Tourette Syndroms von Bedeutung.