Der Zusammenhang zwischen Ferritingehalten und
regionalen Gehirn-Volumina bei Tourette-Syndrom
Deutsche Übersetzung:
Department of Psychiatry, The Hospital for Sick Children,
555 University Ave., Toronto, Canada
Gorman DA, Zhu H, Anderson GM, Davies M, Peterson BS.
Am J Psychiatry. 2006 Jul
Eine frühere kleine Studie zeigte
geringere Serumgehalte an Ferritin bei Tourette-Syndrom
Patienten im Vergleich zu Kontrollen auf. Die Autoren bestimmten
periphere Eisen-Indices in einer großen Gruppe von
Tourette Syndrom -Patienten und Kontrollen und erklärten die Zusammenhänge
zwischen Ferritingehalten und regionalen Gehirn-Volumina.
Ferritin wurde in 107 Kindern und Erwachsenen
(63 Tourette Syndrom-Patienten, 44 Kontrollen) und Serum-Eisen
in 73 Personen (41 Tourette Syndrom -Patienten, 32 Kontrollen)
gemessen. Die Volumina der Basalganglien und der kortikalen
grauen Substanz wurden kernspintomographisch ermittelt.
Es zeigte sich, dass Ferritin und Eisen
bei Tourette Syndrom-Patienten signifikant niedriger ausfallen
als bei den Kontrollen, auch wenn sie noch im normalen Bereich
liegen. Zwischen Tic-Schwere und den beiden Eisen-Indices
bestand kein Zusammenhang. Bei Tourette Syndrom-Patienten
korrelierte der Ferritingehalt nicht signifikant mit dem
Caudatus-Volumen wohl aber mit dem Volumen des Putamens.
In den Vergleichsprobanden korrelierte Ferritin umgekehrt
mit dem Caudatus-Volumen jedoch nicht mit dem Volumen des
Putamens.
Unabhängig von der Diagnostik korrelierte
der Ferritingehalt mit den Volumina des sensormotorischen,
den midtemporalen und den subgenualen Cortex-Bereichen.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass die niedrigeren peripheren Ferritin- und Eisengehalte
in Personen mit Tourette Syndrom mit Befunden bei anderen Bewegungsstörungen
übereinstimmen und vermuten lassen, dass eine geringere
Eisen-Verfügbarkeit eine kausale Rolle bei der Pathophysiologie
von Tic-Störungen zu spielen scheinen. Geringere Eisenspeicher
können zur Hypoplasie von Caudatus und Putamen beitragen
und so die Empfindlichkeit zur Entwicklung von Tics oder
die Tic-Schwere steigern. Außerdem könne sie
kleinere kortikale Volumina bewirken und somit die inhibitorische
Kontrolle von Tics reduzieren.