Schlafstörungen und Serum-Ferritingehalte
bei Kindern mit ADHD
AP-HP, Child and Adolescent Psychopathology Unit, Robert
Debré Hospital, Paris VII University, Paris, France
Eur Child Adolesc Psychiatry. 2009 Feb
Bei einem Teil von Kindern mit ADHD (attention-deficit/hyperactivity
disorder) können Schlafstörungen beobachtet werden.
Während frühere Hinweise vermuten ließen,
dass ein Eisenmangel an der Pathophysiologie der ADHD-Symptome
während des Tages beteiligt sein könnte, gab es
bislang keine Untersuchungen zur Beziehung zwischen Eisenmangel
und Schlafstörungen bei Kindern mit ADHD.
Das Ziel der Studie war es, den Zusammenhang
zwischen Ferritingehalten im Serum und Berichten der Eltern
hinsichtlich Schlafstörungen in einer Kohorte von Kindern
mit ADHD zu analysieren. 68 Kinder (6-14 Jahre) mit diagnostiziertem
ADHD gemäß DSM-IV-Kriterien (Kiddie-SADS-PL)
nahmen an der Studie teil.
Die Eltern füllten Fragebögen
zu Schlafstörungen bei Kindern aus (Sleep Disturbance
Scale for Children (SDSC), Conners Parent Rating Scale (CPRS))
Die Ferritingehalte im Serum wurden mittels Tinaquant-Methode
ermittelt.
Es zeigten sich folgende Ergebnisse: Im
Vergleich zu Kindern mit Ferritingehalten >/=45 microg/l,
zeigten die mit Ferritingehalten <45 microg/l signifikant
höhere Scores auf der SDSC-Subskala "Sleep wake
transition disorders" (SWTD) (P = 0.042), die Störungen
wie anomale Bewegungen im Schlaf bewertet, aber auch signifikant
höhere Scores auf dem CPRS-ADHD-Index (P = 0.034).
Die durchschnittlichen Scores auf den
anderen SDSC Subskalen unterschieden sich nicht signifikant
zwischen Kindern mit Serum-Ferritin >/=45 und <45
microg/l. Die Ferritingehalte waren umgekehrt proportional
zu den SWTD-Scores (P = 0.043).
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass Serum-Ferritingehalte <45 microg/l ein Risiko für
einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus mit anomalen Bewegungen
im Schlaf bei Kindern mit ADHD anzeigen können. Die
auf Fragebögen basierenden Ergebnisse bilden die Grundlage
für weitere aktigraphische oder plysomnographische
Untersuchungen zu Nachtaktivitäten und Eisenmangel
bei Kindern mit ADHD. Arbeiten auf diesem Gebiet könnten
weitere Studien zur Eisen-Ergänzung, möglicherweise
zusammen mit einer ADHD-Medikation bei Kindern mit Schlafstörungen
und ADHD analysieren.