Altersbezogene Genexpression
beim Tourette-Syndrom
M.I.N.D. Institute, Department of Neurology,
University of California at Davis, USA
J Psychiatr Res. 2008
Da Infektionen und Immunreaktionen bei
der Pathogenese des Tourette-Syndroms eine Rolle spielen
können, stellen die Autoren die Hypothese auf, dass
Kinder mit Tourette Syndrom im Vergleich zu Kontrollen im
Blut eine veränderte Genexpression zeigen. Da sich
die Tourette Syndrom -Symptomatik im Laufe des Alters ändert,
analysierten die Autoren außerdem, ob die Veränderungen
der Genexpression im Verlaufe des Alters bei Tourette Syndrom-Patienten
von denen bei Kontrollen unterscheiden.
Gesamtblut wurde von 30 Kindern und Jugendlichen
mit Tourette Syndrom und 28 Kontrollen genommen. Sämtliche
Personen waren hinsichtlich Alter, Rasse und Geschlecht
gemischt. Die Genexpression (RNA) wurde mit Hilfe des Affymetrix-Microarray-Tests
bestimmt. Das Alter wurde als kontinuierliche Kovariante
analysiert und in 3 Gruppen geschichtet : 5-9 (Allgemeines
Alter des Einsetzens von Tics), 10-12 (Spitze der Tic-Symptomatik)
und 13-16 (Möglicherweise kommt es zur Abnahme der
Tics). Man fand keine globalen Unterschiede zwischen Tourette
Syndrom und Kontrollen, doch unterschied sich die Expression
zahlreicher Gene und multipler Wege zwischen Tourette Syndrom
und den Kontrollen in jeder Altersgruppe (5-9, 10-12, and
13-16).
Betroffen waren Gene, die an der Immunsynapse
beteiligt sind, und durch Proteasom und Ubiquitin vermittelte
Proteolyse-Wege. In besonderem Maße waren zwischen
allen Altersgruppen die Expression der Gene für die
Interferonreaktion, die natürlichen Killerzellen und
die cytotoxischen T-Lymphocyten unterschiedlich.
Die Befunde lassen altersbezogen Unterschiede
der Genexpression für Interferon, Immunreaktionen und
Proteinabbau zwischen dem Tourette Syndrom und Kontrollen
vermuten.