Neuropsychiatrischer Effekt
von Guanfacine in Kindern mit leichtem Tourette-Syndrom
Cummings DD, Singer HS, Krieger M, Miller TL, Mahone EM.
Department of Neurology, Johns Hopkins University School
of Medicine, Baltimore, Maryland, USA
Clin Neuropharmacol. 2002
Das Ziel der vorliegenden Studie war es,
die neuropsychiatrischen Effekte des adrenergen Alpha2-Agonisten
Guanfacine in Kindern mit Tourette-Syndrom zu untersuchen.
24 Kinder mit Tourette Syndrom nahmen an einer 4-wöchigen Placebo-kontrollierten
Doppel-Blind-Studie von Guanfacine teil. Die Tic-Schwere,
die neuropsycholgischen Befunde und ein Einschätzen
des Verhaltens durch die Eltern wurden vor und nach der
Behandlung evaluiert. Die Kohorte zeigte vor der Therapie
eine leichte Tic-Schwere und subtile neuropsychiologische
Dysfunktionen. Nach der Therapie wurde für die Gruppe,
die Guanfacine erhalten hatte, von den Eltern eine signifikante
Besserung in bezug auf Metakognition festgestellt. Dagegen
zeigte die Guanfacine-Gruppe in bezug auf eine Besserung
der Tic-Schwere und der neuropsychologischen Befunde keinen
signifikanten Unterschied im Vergleich mit der Placebo-Gruppe.
Mit mäßiger Dosis und über
eine kurze Zeit liefert Guanfacine somit keinen signifikanten
neuropsychiatrischen Nutzen bei Kindern mit leichtem Tourette Syndrom .