Auswirkungen einer Medikation
auf die Regulation der Körpertemperatur bei Patienten
mit Tourette-Syndrom
Kessler AR.
Gene Plus Clinic of Applied Neuropsychology, Rehovot, Israel.
J Child Neurol. 2002
Das Tourette-Syndrom ist hauptsächlich
durch die Anwesenheit motorischer und vokaler Tics definiert
und charakterisiert. Häufig gehen andere medizinische,
psychologische und psychiatrische Symptome mit dem Tourette
Syndrom einher. Trotz extensiver Bemühungen, die mehrjährige
Forschung beinhalten, bleibt die Ätiologie, die zum
Tourette Syndrom führt, obskur. Viele Hypothesen wurden
in der Vergangenheit angeboten, um die Pathophysiologie
des Tourette Syndrom aufzuklären.
Auf der Basis der Existenz eines anomalen Körpertemperaturprofils
in Tourette Syndrom -Patienten geht man von der Beteiligung
einer idiopathischen Hypothalamus-Störung bei Tourette
Syndrom-Patienten aus. Beobachtet man die Effekte von Medikationen
im Rahmen einer Tourette Syndrom-Therapie, so zeigt sich,
dass Medikationen neurologische Tics verbessern und die
periodisch hypothermale Körpertemperatur (Untertemperatur)
der Patienten korrigieren.
Korreliert man den neurologischen Status
mit einer Dysregulation des Hypothalamus, so bekräftigen
die vorgelegten Daten die Hypothese, dass eine idiopathische
Hypothalamus-Störung der Tourette Syndrom-Kaskade zugrunde
liegt.