Tics werden durch eine andauernde
Stimulantien-Therapie mit Methylphenidat nicht beeinflusst
By Roberta Friedman, PhD
SEATTLE May 2003
Eine tägliche Dosis Methylphenidat
(Concerta) beeinflusst nicht die Frequenz, mit der Kinder
mit ADHS Tics zeigen, berichteten Forscher auf der 3. jährlichen
Tagung der Pediatric Academic Societies. Diese Befunde lassen
vermuten, dass sich die Tics lediglich zusätzlich zum
ADHS finden und nicht eine Nebenwirkung der Stimulantien-Therapie
darstellen. Die Mehrzahl der Kinder in einer Langzeitstudie
mit anhaltender Stimulantien-Therapie zeigte keinen Effekt
von MPH auf die Tics. Methylphenidat (MPH) wird in der Regel
auf Grund seiner kurzen Halbwertszeit dreimal tgl verabreicht.
Eine anhaltende Freisetzung durch OROS MPH erlaubt eine
Dosierung einmal tgl und wird ermöglicht durch eine
Technologie, die eine osmotisch kontrollierte Freisetzung
im Magen bewirkt. Jede Veränderung der Tic-Frequenz
scheint vorübergehend zu sein, wie einer der Ärzte
der Universität Rochester, New York, sagt. Die vorgestellte
Studie zu OROS MPH umfasst 407 Kinder mit ADHD. Die Dosierungen
lagen bei 18, 36 oder 54 mg tgl. Sämtliche Kinder hatten
bereits an einer Kurzzeitstudie zu MPH teilgenommen. Die
Kinder im Alter von 6-13 Jahren wurden über 12-21 Monate
untersucht.
Von den 407 Kindern hatten 48 bereits
Tic-Symptome gezeigt.
Kinder mit Tourette-Syndrom nahmen an der Studie nicht teil.
Von 48 Kindern mit früheren Tics zeigten 20 während
der Studie keine Tics. 10 zeigten eine Besserung der Tics
während der Studie und 12 zeigten keine Veränderung.
Lediglich bei 6 Kindern kam es zu einer Verschlechterung
der Tic-Symptomatik. In 23 von 359 Kindern ohne frühere
Tics kam es während der Studie zu Tic-Symptomen. Davon
berichteten 12 Kinder lediglich auf einem treffen, während
11 Kinder bei mehreren treffen über Tics klagten. 8
Kinder beendeten auf Grund der Tics die Behandlung mit MPH.
Es handelte sich um leichte motorische und vokale Tics.
Das Ergebnis nach zwei Jahren war eine Gesamtrate an Tics
von 9.8 %. Dieser Wert wird unabhängig von der Therapie
erwartet.
Zusammenfassend kommt der Autor zu dem
Ergebnis, dass der Zusammenhang zwischen MPH und Tics ungerechtfertigt
ist.