Ein Individuum mit Gilles de
la Tourette-Syndrom und Smith-Magenis-Syndrom: Ist das Chromosom
17p11.2 eine mögliche Region für Suszeptibilitätsgene
des Tourette-Syndroms?
Department of Neurology, The Royal Hospital,
Ministry of Health, Muscat, Oman
Intellect Disabil Res. 2007
Die Studie ist eine erstmals in der Literatur
beschrieben Fallstudie eines Zusammenhangs zwischen definiertem
Gilles de la Tourette-Syndrom und dem Smith-Magenis-Syndrom
(SMS), die beide mit DSM-IV-TR-Kriterien und molekularer
cytogenetischer Analyse bestätigt wurden.
Das gleichzeitige Auftreten von Tourette
Syndrom und SMS und deren gemeinsame Verhaltens- und neuropsychiatrische
Anomalien sollten weitere genetische Untersuchungen der
auf Chromosom 17 zu findenden 17p11.2-Deletion rechtfertigen,
da es sich um eine vielversprechende Region für ein
Gen mit ätiologischer Bedeutung für die EnTourette
Syndrom tehung des Tourette Syndrom-Phänotyps handeln
könnte. Alternativ könnte das gleichzeitige Auftreten
auf einen gemeinsamen endophenotypischen Mechanismus zurückzuführen
sein, der beiden Krankheiten gemeinsam ist und nicht spezifisch
für das Tourette Syndrom ist.
Eine weitere Erforschung dieser Region
könnte auch der psychiatrisch-genetischen Forschung
dienen, indem sie das Verständnis der biologischen
und molekularen Grundlagen der Verhaltensprobleme, die beiden
Krankheiten gemeinsam sind, fördert. Dies würde
dann wiederum zu Fortschritten in der Genetik neuropsychiatrischer
Erkrankungen führen und somit mehr Licht in die Beziehungen
zwischen Gen, Gehirn und Verhalten bringen.
Anmerkung. D. Übers.:
Das Smith-Magenis-Syndrom ist ein genetisch bedingtes Syndrom,
bei dem den betroffenen Menschen ein kleines Stück
des Chromosom 17, und damit die dort vorhandenen Informationen,
fehlt. Dieses Fehlen wird in der Medizin als "Deletion
17p11.2" beschrieben.
Zu den Symptomen zählen: Lernbehinderung,
kognitive Behinderung (IQ 20-78, meist 40-54) ,Entwicklungsverzögerung,
kurze Statur, unterentwickeltes (flaches) Mittelgesicht,
hervortretender Unterkiefer, Lippenspalte und/oder Gaumenspalte,
ungewöhnlich geformte Ohren, chronische Ohrenentzündungen,
sprachliche Verzögerung, tiefe, heisere Stimme, Hörschwäche,
Kurzsichtigkeit, Netzhautablösung, Strabismus (Schielen),
Herzfehler, Herzgeräusch, Nieren-, Harnleiter- und
Blasenprobleme, Skoliose (seitliche Verkrümmung der
Wirbelsäule), Muskelhypotonie (Muskelschwäche),
ungewöhnlich dünne Unterschenkel, auffälliger
Gang (Schrittfolge), tiefe Sehnenreflexe schwer auslösbar,
verminderte Schmerzempfindlichkeit, gestörtes Temperaturempfinden,
Schwierigkeiten beim Kauen, empfindliche Kopfhaut, teils
erhebliche Ein- und Durchschlafstörung, tagsüber
oftmals sehr müde, Verhaltensstörungen,
z. B.: Hyperaktivität, Selbstverletzendes Verhalten
wie etwa Schlagen des Kopfes gegen Wände etc., Beißen
in die Händen, Picken an Haut und Narben, Abziehen
der Finger- und Zehnägel, Einführen von Fremdkörpern
in Ohren und Nase, Wutausbrüche, destruktive und aggressive
Verhaltensweisen, Erregbarkeit, Selbstumarmung-/Drücken
der Hand bei Aufregung, Verhaltensweisen, wie sie
z. B. bei vielen Menschen mit Autismus beobachtet werden
(Angst vor Berührung, Unfähigkeit zu sprechen,
starkes Bedürfnis nach Routine und Gleichförmigkeit
im Alltag)
Quelle: Wikipedia