Magnetresonanzspektroskopie des Gehirns
beim Tourette-Syndrom
Deutsche Übersetzung:
Department of Medical Biophysics, University of Western
Ontario, London, Ontario, Canada
J Am Acad Child Adolesc Psychiatry. 2006
Obwohl man davon ausgeht, dass Anomalien
in den neuralen Schaltkreisen im Bereich von Cortex, Striatum
und Thalamus dem Tourette-Syndrom zu Grunde liegen, sind
die neuronalen Anomalien innerhalb dieser Komponenten unbekannt.
Das Ziel der Studie war es, die zelluläre Neurochemie
innerhalb dieser Bereiche mittels Magnetresonanzspektroskopie
zu analysieren, einer Methode, die bislang noch nicht zur
neurobiologischen Analyse der Krankheit verwendet wurde.
Die Magnetresonanztomographie wurde in 25 Jungen mit Tourette
Syndrom (Alter 10.9 +/- 2.0 Jahren) und 32 Vergleichspersonen
durchgeführt. Spektren vom frontalen Cortex, dem Caudatus
Nucleus, Putamen und Thalamus wurden analysiert und N-Acetylaspartat,
Kreatin, Cholin, Myoinositol, Glutamat und Glutamin wurden
quantitativ bestimmt und zwischen den Gruppen verglichen.
Patienten mit Tourette Syndrom zeigten eine Reduktion bezüglich
N-Acetylaspartat und Cholin im linken Putamen und reduzierte
Kreatingehalte bilateral im Putamen. Im frontalen Cortex
zeigten Tourette Syndrom -Patienten signifikant geringere
Konzentrationen an N-Acetylaspartat bilateral, geringere
Kreatingehalte rechtsseitig und vermindertes Myoinositol
auf der linken Seite.
Die Ergebnisse dieser Studie lassen eine
beeinträchtigte neuronale Integrität sowie Defizite
bezüglich der Dichte neuronaler und nicht-neuronaler
Zellen in Bereichen der neuralen Kreise beim Tourette Syndrom vermuten.