Neuroleptika und Gilles de la Tourette-Syndrom: Wissen und
Bedenken von Patienten in bezug auf Nebenwirkungen
Department of Neurological Sciences, Rush
University Medical Center, Chicago, USA, Febr. 2006
Das Ziel der vorliegenden Studie war es das Bewusstsein
und Bedenken von Patienten in bezug auf die Nebenwirkungen
von Neuroleptika zu bewerten. Obwohl Neuroleptika als Tic-Unterdrücker
bekannt sind, können sie mit verschiedenen Nebenwirkungen
assoziiert sein. Daten bezüglich des Wissens und der
Bedenken von Patienten zu diesem Thema könnten bei
der Aufklärung helfen.
Einhundert fortlaufende Tourette Syndrom -Patienten oder
Eltern in einem medizinischen Zentrum beantworteten einen
standardisierten Fragebogen. Sie bekamen eine Liste mit
15 Nebenwirkungen genannt und wurden gefragt, welche den
Neuroleptika zugeschrieben werden könnten (9) oder
nicht (6). Die Bedeutung der Nebenwirkungen wurde auf einer
Skala von 0 (gering) bis 10 (extrem) bewertet. Das mittlere
Alter der Patienten lag bei 19,4 +/- 14 Jahren. 55 von ihnen
hatten bereits
Neuroleptika eingenommen, 45 nicht.
Weniger als die Hälfte der Patienten
erwies sich als gut informiert. Lediglich ein Drittel der
aufgelisteten Nebenwirkungen wurde von wenigstens 75 % der
Befragten richtig identifiziert. Dabei waren Patienten,
die bereits
Neuroleptika genommen hatten, genauer, wenn
es darum ging, die Nebenwirkungen zu identifizieren. Sie
zeigten ihnen gegenüber aber auch weniger Bedenken
als Patienten ohne Neuroleptika-Behandlung. Die Nebenwirkungen
mit den größten Bedenken waren Anfälle,
dystones Syndrom (Anm. des Übers: Bewegungsstörungen
des ganzen Körpers), Störungen in bezug auf Denkvorgänge
und Emotionen und kardiale Unregelmäßigkeiten.
Insgesamt kann man davon ausgehen, dass
das Bewusstsein der Patienten in bezug auf die Nebenwirkungen
der Neuroleptika unzureichend ist und obwohl eine Therapie
mit Neuroleptika das Wissen verbessert, senkt sie die Bedenken
ihnen gegenüber.