Neurofeedback-Training bei Tourette Syndrom:
Eine nicht kontrollierte Einzelfallstudie
Department of General Psychology, University of Padova, Via
Venezia, 8, 35131, Padova, Italy
Appl Psychophysiol Biofeedback. 2011
Das Gilles de la Tourette-Syndrom (TS) ist durch
motorische und vokale Tics charakterisiert, die häufig von kognitiven
und affektiven Dysfunktionen begleitet werden.
Elektroencephalographien von Patienten konnten einen
verminderten sensorimotorischen Rhythmus /SMR) sowie exzessive fronto-zentrale
Theta-Aktivität nachweisen, die vermutlich mit den motorischen
und kognitiven Störungen beim TS zusammenhängt. Es gibt einige
Hinweise darauf, dass ein Neurofeedback-Training (NFB), das darauf
zielt, die SMR-Amplitude zu steigern, zu einer Reduzierung von Tics
führen kann.
Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine
nicht kontrollierte Einzelfallstudie mit einem NFB-Trainingsprotokoll
mit einem kombinierten SMR steigerndem und Theta senkendem Training
bei einem 17 Jahre alten Jungen mit TS erprobt wurde. Nach 16 SMR-Theta-Sitzungen
wurden 6 zusätzliche Sitzungen nur mit SMR- steigerndem Training
durchgeführt. Der SMR-Anstieg wurde eher erzielt, wenn das SMR-Training
alleine erfolgte, während die Theta-Senkung nach beiden Trainingsarten
beobachtet werden konnte. Der Patient zeigte eine Reduktion der Tics
und der affektiven Symptome und gleichzeitig eine Verbesserung der
kognitiven Leistungsfähigkeit nach beiden Trainingsarten.
Diese Befunde lassen vermuten, dass die Theta-Abnahme
möglicherweise klinische Effekte bedingt, die im Zusammenhang
mit der SMR-Steigerung stehen. Weitere Studien sollten die Machbarkeit
von NFB-Protokollen bei Patienten mit TS über ein reines SMR-Steigerungs-Training
hinaus untersuchen.