Wie behandelt man Zwangsverhalten
bei Patienten mit Tourette-Syndrom?
Department of Psychiatry, University of Sao Paulo Medical
School, Sao Paulo
Adv Neurol. 2006
Zwangserkrankungen (Obsessive-compulsive
disorder, OCD) beinhalten etiologisch unterschiedliche Bedingungen
mit einer Untergruppe, die etiologisch mit dem Tourette-Syndrom
verwandt zu sein scheint.
Um OCD-Patienten optimal zu behandeln muss
der Arzt psychologische, pharmakologische und erziehungsmäßige
Ansätze koordinieren. Die effektivste psychologische
Therapie ist die kognitive Verhaltenstherapie. Eine medikamentöse
Behandlung erfolgt in der Regel mit Clomipramin und sämtlichen
selektiven Seotonin-Reuptake-Hemmern (SSRI). Eine Untergruppe
von OCD-Patienten zeigt jedoch auf diese Therapien keine
signifikante Besserung. Einige Studien lassen vermuten,
dass die Anwesenheit von Tics mit der schlechten Reaktion
auf SSRIs zusammenhängt und dass derartige Patienten
von einer Kombination aus SSRIs und Neuroleptika profitieren
können.
Unabhängig von der Anwesenheit von
Tics gibt es unterschiedliche Ansätze zur Verstärkung
des Therapie-Effektes mit Medikamenten, die mit dem Dopamin-,
Serotonin-, Opioid- und Geschlechtshormon-System interferieren.
Außerdem werden derzeit neue Therapien gegen Autoimmunprozesse
nach Infektionen getestet und nicht zuletzt gibt es vielversprechende
Ansätze im Bereich von Therapien, die in die neurologischen
Schaltkreise eingreifen wie neurochirurgische Eingriffe
bei Therapie-resistenten Patienten.