Mütterliche Anamnese von
Autoimmunerkrankungen bei Kindern mit Tics und/oder Zwangserkrankungen
Department of Pediatrics, University of
South Florida, College of Medicine, St. Petersburg, FL 33701,
USA
J Neuroimmunol. 2010
Eine Gemeinsamkeit von verschiedenen pädiatrischen
neuropsychiatrischen Erkrankungen ist eine erhöhte
Rate familiärer und speziell mütterlicher Autoimmunerkrankungen.
Von jüngerem Interesse sind eine Untergruppe von Zwangserkrankungen
und Tic-Störungen, die allgemein als PANDAS (Pediatric
Autoimmune Neuropsychiatric Disorders Associated with Streptococcus)
bezeichnet wird. Man geht davon aus, dass sie durch Autoimmunität
im zentralen Nervensystem als Folge von Streptokokken-Infektionen
(Gruppe A) induziert wird.
Daher stellen die Autoren die Hypothese
auf, dass eine Kohorte von Kindern mit OCD und/oder Tics
im Vergleich zur normalen Bevölkerung ein erhöhtes
mütterliches Risiko für eine Autoimmunerkrankung
trägt. Sie erwarten außerdem dass eine mütterliche
Prävalenz für verschiedene Autoimmunerkrankungen
unter den Teilnehmern, auf die die Kriterien einer PANDAS-Erkrankung
zutreffen, höher ist. Die Autoren analysierten über
Befragungen die Anamnese der biologischen Mütter von
107 Kindern mit OCD und/oder Tics.
Autoimmunerkrankungen fanden sich bei 17,8%
der Studien-Mütter, was signifikant höher ist,
als die Häufigkeit unter Frauen in den USA generell
(ca 5%). Außerdem litten die Mütter der Studie
eher an einer Autoimmunerkrankung, wenn ihre Kinder als
„wahrscheinlich PANDAS“ eingestuft wurden, als
wenn sie nicht als PANDAS-Fälle klassifiziert wurden.
Die Ergebnisse liefern erste Unterstützung für
eine angenommene Kopplung zwischen mütterlicher Autoimmunität
und OCD/Tics und PANDAS in der Jugend. Weitere Forschungen
sind erforderlich, um diese Zusammenhänge zu klären,
Kopplungen zu speziellen Autoimmunerkrankungen zu erstellen
und die Relevanz von Autoimmunerkrankungen bei anderen Familienmitgliedern
(z.B. Vätern) zu analysieren.