Ein Update zu PANDAS (Pediatric
autoimmune neuropsychiatric disorders associated with streptococci)
The Feinberg School of Medicine, Northwestern University,
USA bDivision of Infectious Diseases, The Children's Memorial
Hospital, Chicago, Illinois, USA
Curr Opin Pediatr. 2009
Das Ziel des vorliegenden Übersichtsberichtes
war es, neuere Entwicklungen im Zusammenhang mit der PANDAS-Form
der Tourette-Erkrankung zusammenzutragen. Die Beziehung
zwischen Zwangserkrankungen (OCD) oder Tics/Tourette-Syndrom
in der Kindheit und vorausgegangenen Infektionen mit Streptokokken
der Gruppe A ist unklar.
Eine neuere Studie fand heraus, dass mehr
als 85 % der klinischen Verschlechterungen des OCD/Tic-Verhaltens
in Patienten, die den Kriterien einer PANDAS-Erkrankung
entsprechen, keine Beziehung zu einer Infektion mit Streptokokken
der Gruppe A aufwiesen.
Eine andere Studie fand keine Korrelation
zwischen klinischen Verschlechterungen und Veränderungen
unterschiedlicher Marker einer Autoimmunitätserkrankung
des Gehirns, die die vermutete Pathogenese für PANDAS
darstellt.
Eine dritte Studie schloss aus ihren Daten,
dass, verglichen mit speziellen klinischen Diagnosen, Patienten
mit der Diagnose einer Tic-Störung oder TS sehr häufig
von Ärzten als PANDAS-Form diagnostiziert werden, ohne
dass sie die vorgeschlagenen Kriterien erfüllen. Meist
fehlen sogar labormedizinische Hinweise auf Infektionen
mit Streptokokken der Gruppe A und die Patienten werden
häufig unnötigerweise mit kurzzeitigen oder chronischen
Antibiotika- und/oder immunmodulatorischen Therapien behandelt.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass trotz fortdauernder Forschung auf dem Gebiet die Beziehung
zwischen Streptokokkeninfektionen und der PANDAS-Erkrankung
schwer zu fassen bleibt. Es ist möglich, dass eine
Streptokokkeninfektion bei einer Untereinheit von Patienten
einer der Stressauslöser für eine Verschlechterung
der OCD- oder Tic/TS-Symptomatik sein kann.