Prospektive Schwere von Tics und Zwangsverhalten
im Erwachsenenalter bei Kindern mit Tourette-Syndrom
Deutsche Übersetzung:
Yale Child Study Center, and General Clinical Research
Center, Yale University School of Medicine, New Haven, USA.
Arch Pediatr Adolesc Med. Jan 2006
Das Tourette-Syndrom ist eine in der Kindheit
einsetzende neuropsychiatrische Krankheit, die durch motorische
und vokale Tics charakterisiert wird. Während der Pubertät
erfahren die Hälfte bis zu 2/3 der Kinder mit Tourette Syndrom eine
Reduktion oder einkomplettes Verschwinden der Tic-Symptome.
Wenigstens 1/3 der erwachsenen mit Tics zeigen auch komorbide
Zwangssymptomatiken.
Das Ziel der vorliegenden Studie war es,
den klinischen Verlauf von Tics und Zwangssymptomatik in
Kindern mit Tourette Syndrom abzuklären und zu analysieren,
ob klinische Basis-Messungen in der Kindheit mit der Symptomschwere
in der Pubertät und im frühen Erwachsenenalter
korrelieren. 46 Kinder mit Tourette Syndrom, die jünger
als 14 Jahre waren und vor der Studie genau untersucht wurden,
nahmen an der Studie teil. Nach im Mittel 7 Jahren (3.8-12.8
Jahre) wurden die Tic-Schwere und die Zwangssymptomatik
durch Experten bewertet.
Es zeigte sich, dass 85% der Patienten
eine Reduktion der Tics während der Pubertät erfahren
hatten. Lediglich eine Zunahme der Tics während der
Kindheit war auch mit einer Zunahme der Tics im Laufe der
Studie assoziiert. Das Durchschnittsalter für die schwersten
Tics war 10.6 Jahre. 41% der Patienten mit Tourette Syndrom
gaben an, zu bestimmten Zeiten wenigstens leichte Zwänge
verspürt zu haben. Die schlimmste Zwangs-Symptomatik
trat in der Regel 2 Jahre nach dem Gipfel der Tic-Symptomatik
ein. Ein gesteigerter IQ in der Kindheit war deutlich mit
einer gesteigerten Schwere der Zwangssymptomatik während
der Studie gekoppelt.
Zusammenfassend lässt sich sagen,
dass Zwangssymptome in Kindern mit Tourette Syndrom in einem späteren
Alter als die Tics bedeutend werden und eher persistieren
als die Tics.