Psychopharmaka zur Therapie vom Tourette-Syndrom: ein Überblick
Tijdschr Psychiatr. 2008
GGZ Buitenamstel en VU Medisch Centrum, Amsterdam
Beim Gilles de la Tourette-Syndrom handelt es sich um
eine neuropsychiatrische Erkrankung, die durch multiple
motorische und vokale Tics charakterisiert wird. Einige
Tourette Syndrom-Patienten benötigen pharmakologische
Therapien. Patienten mit mäßiger bis schwerer
Tic-Symptomatik werden in der Regel mit Psychopharmaka
behandelt.
Die vorliegende Studie liefert einen Literaturüberblick
zur Verwendung von typischen und atypischen Neuroleptika
sowie Dopamin-Agonisten bei Patienten mit Tourette Syndrom.
Es wurden Publikationen der medizinischen Datenbank Medline
von 1970 an verwendet sowie Literatur-Referenzen aus Büchern
und Buchkapiteln.
Die folgenden Suchkriterien wurden verwendet: Therapie,
Psychopharmaka, psychopharmakologische Therapie, Medikation,
Neuroleptika, D2-Antagonist, D2-Agonist sowie atypische
Neuroleptika. Einige Kurzzeitstudien zu Haloperidol, Pimozid,
Risperidon und Pergolid wurden veröffentlicht. Diese
Mittel scheinen in einer Kurzzeit-Studie sämtlich
wirksam zu sein, wobei Risperidon die wenigsten Nebenwirkungen
zeigte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass überraschend
wenige Studien zu Psychopharmaka bei Tourette Syndrom
durchgeführt wurden. Zukünftige Studien sollten
sich darauf konzentrieren, was der zweite Schritt sein
sollte, sofern sich Patienten als therapieresistent erweisen,
ferner auf Vergleiche zwischen medikamentöser Therapie
und Verhaltenstherapie und auf die Identifizierung sogenannter
Prädiktoren für eine Reaktion auf Medikamente.