Autosomal dominant vererbte
Myoclonus-Dystonie und Tourette Syndrom in einer Familie
ohne Kopplung zum SGCE-Gen
Department of Neurology, University Medical Centre Hamburg-Eppendorf,
Hamburg
J. Mov Disord. 2007 Aug.
Das Ziel der Studie war es, klinische Details
und Ergebnisse genetischer Analysen zu Mutationen im SCGE-Gen,
dem SLITRK1-Gene (Slit and Trk-like 1) zu berichten sowie
Kopplungen zu den Loci der DYT15, DYT1, und DRD2-Gene zu
untersuchen und zwar in einer Familie mit autosomal-dominant
vererbter Myoclonus-Dystonie (MD) und Tourette-Syndrom.
14 Familienmitglieder aus drei Generationen unterzogen sich
einer genauen klinischen Beurteilung und gaben DNS-Proben
ab.
Das SCGE-Gen und das SLITRK-1-Gen wurden
sequenziert und in ausgewählten Familienmitgliedern
analysiert. Außerdem wurden Kopplungen zu den SGCE,
DYT15, DYT1, DRD2, und SLITRK1-Loci untersucht. Die Studie
beinhaltete drei gesunde und 11 betroffene Familienmitgliede:
3 nur mit MD, 2 nur mit Dystonie, 1 mit Tourette Syndrom , 1 mit Tics,
2 mit Tics+Zwangsverhalten, 1 mit Dystonie+Zwangsverhalten
und 1 mit MD+Tourette Syndrom und Zwangsverhalten.
Es gab keine Kopplungen zu den SGCE, DYT15,
DYT1 oder DRD2-Loci. Außerdem zeigten sich keine Veränderungen
des SLITRK1-Gens. Das Vorkommen von MD und Tourette Syndrom
in einer Familie, in der alle bekannten Loci für MD
und ein vor kurzem entdeckter Locus für Tourette Syndrom
ausgeschlossen werden konnten, lässt ein neues Suszeptibilitäts-Gen
für MD und Tourette Syndrom vermuten.