Eine große italienische
Familie mit Gilles de la Tourette Syndrom: Klinische Studie
und Analyse des SLITRK1 Gens
Deutsche Übersetzung:
Department of Neurological Sciences and Neuromed Institute,
University La Sapienza”, Rome, Italy
Mov Disord. 2007
Ziel der vorliegenden Studie war es, in
einer großen italienischen Familie mit Tourette-Syndrom
die klinischen Charakteristika aufzuzeigen und die Rolle
des SLITRK1-Gens zu hinterfragen. Die Diagnose Tourette-Syndrom
erfolgte gemäß "The Tourette Syndrome Classification
Study Group" (1993). Die psychiatrische Diagnose wurde
nach Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale erstellt. Die
genetische Analyse beinhaltete eine Gensequenzierung sowie
eine Analyse der Anzahl an Kopien des SLITRK1-Gens sowie
eine Analyse der Haplotypen. Die Autoren fanden Tics oder
andere Verhaltens-Manifestationen bei 15 Personen. Von diesen
wurde bei 5 die Diagnose Tourette Syndrom gestellt, bei
5 die Diagnose CMT, 2 litten an unspezifischen Tic-Erkrankungen
und 3 an Zwangserkrankungen ohne motorische oder phonetische
Tics. Die Tics betrafen hauptsächlich den craniosacralen
Bereich.
Viele Patienten mit Tics wiesen zusätzlich
comorbide psychiatrische Erkrankungen wie Zwangsverhalten
auf, zeigten schlechte Leistungen in der Schule und hatten
soziale Probleme.
Eine direkte Sequenzierung und eine Analyse
des SLITRK-Gens sowie eine Haplotypen-Analyse lassen vermuten,
dass der SLITRK1-Locus in dieser Familie nicht involviert
war. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich
bei den klinischen Symptomen dieser Familie hauptsächlich
um motorische Tics im Gesicht- und Halsbereich sowie um
schwere komorbide psychiatrische Erkrankungen handelt.
Die negativen Ergebnisse der SLITRK1-Analyse
deuten auf eine genetische Heterogenität des Tourette
Syndroms hin.