Komorbidität von Tourette-Syndrom
und Schizophrenie - biologische und physiologische Parallelen
Muller N, Riedel M, Zawta P, Gunther W, Straube A.
Hospital for Psychiatry and Psychotherapy, Ludwig-Maximilian
University, Nussbaumstrasse 7, D-80336 Munich 2, Germany
Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry. 2002
Die Autoren berichten von 5 Patienten,
die zuerst ein Tourette-Syndrom entwickelten und später
eine Schizophrenie mit den typischen positiven und negativen
Symptomen. Alle 5 zeigten einen ungünstigen Verlauf
der Schizophrenie. Diese Beobachtungen und andere berichtete
Fälle werfen die Frage auf, ob beide Krankheiten einen
gemeinsamen Hintergrund haben.
Dies wurde unter den Aspekten ähnlicher
Symptomatologie (Echolalie, motorische Symptome, kognitive
Defizite Zwangs-verhalten), ähnlicher pathophysiologischer
Anzeichen, Genetik, Anzeichen eines zugrundeliegenden entzündlichen
Prozesses in Untergruppen, sowie gemeinsamer therapeutischer
Strategien beleuchtet.
Eine genetisch determinierte Überempfindlichkeit könnte
beiden Krankheiten zugrunde liegen, d.h. eine autoimmunologisch
getriggerte Entzündung oder eine gemeinsame Pathophysiologie
bestimmter Symptome. Beide Krankheiten zeigen Störungen
multipler funktioneller Pfade (Pathway), die in die Pathophysiologie
beider Krankheiten involviert zu sein scheinen.
Die klinische Überlappung von Tourette Syndrom
und Schizophrenie scheint auf einem gemeinsamen finalen
pathophysiologischen Pfad beruhen.