Tic-Erkrankung und Schlafstörungen:
klinische Bewertung bei 49 Kindern und Jugendlichen
Romano A, Cundari G, Bruni O, Cardona F.
Dipartimento di Scienze Neurologiche e Psichiatriche dell'Eta
Evolutiva, Universita degli Studi di Roma La Sapienza, Roma,
Italy
Minerva Pediatr. 2004
Das Tourette-Syndrom zeigt eine significante
Comorbidität mit Zwangserkrankungen, Verhaltensstörungen
(ADHS) und Schlafstörungen. Mehrere Studien konnten
zeigen, dass 12-62 % der Tourette Syndrom-Patienten von
Schlafstörungen betroffen sind. Das Ziel der vorliegenden
Studie war es, eine Beziehung zwischen Tics, Schlafstörung
und Verhaltensauffälligkeiten zu erstellen.
49 Kinder und Jugendliche mit Tics wurden
folgendermaßen untersucht: Mittels Yale Global Tic
Severity Scale (YGTS
) wurde die Stärke der Tics ermittelt,
mittels Child Behavior Checklist (CBCL) die Verhaltensauffälligkeiten
und mittels Sleep Disturbance Scale for Children (SDSC)
das eventuelle Vorhandensein von Schlafstörungen. Eine
altersgemischte Kontrollgruppe diente dem Vergleich.
Sämtliche Patienten (Tourette Syndrom
oder nicht-Tourette Syndrom) zeigten eine vermehrte Häufigkeit
von Schlafstörungen im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Dabei waren Störungen des Übergangs vom Schlafen
zum Wachzustand (Sleep-wake transition disorders (SWTD))
am häufigsten vertreten gefolgt von Einschlaf- und
Durchschlafstörungen (disorders of initiating and maintaining
sleep (DIMS)). Letztere korrelierten stark mit der Schwere
der Tics. Außerdem fanden sich bei den Probanden sehr
häufig Internalisierungs-Probleme, Ängste/Depressionen
und Aufmerksamkeitsstörungen. Die Korrelationsanalyse
zeigte eine positive Beziehung zwischen Internalisierungs-Problemen
und DIMS sowie zwischen Aggressionsverhalten und Atemstörungen
während des Schlafs.
Die Ergebnisse der Studie scheinen die
Literaturbefunde zur Beziehung zwischen Tics und Schlafstörungen
(hauptsächlich SWTD) zu bekräftigen und unterstützen
die Hypothese einer Dysfunktion der Arousal-Mechanismen
beim Tourette Syndrom .