Sich selbst verletzendes Verhalten
im Rahmen von Tourette-Syndrom: Korrelationen mit Impulsivität
und Impulskontrolle
Department of Psychiatry, University of California, San
Diego, La Jolla, CA 92093-0810, USA
J Neurol Neurosurg Psychiatry. 2004
Selbstverletzendes Verhalten, d.h. das
vorsätzlich und wiederholte Zufügen von Schäden
kommt bei zahlreichen neuropsychologischen Erkrankungen,
wie auch dem Tourette-Syndrom, vor. Obwohl man es bei bis
zu 60 % der Tourette Syndrom-Patienten findet und es zu
signifikanten klinischen Beeinträchtigungen führen
kann, weiß man wenig über die Ätiologie.
Die Studie untersuchte die Zusammenhänge
zwischen selbstverletzendem Verhalten und anderen Verhaltensstörungen,
die als Komorbidität beim Tourette-Syndrom vorkommen.
In nahezu 300 Tourette Syndrom-Patienten wurden Selbstverletzungen,
Zwangsverhalten, ADHD, gestörte Impulskontrolle Tic-Schwere,
Risikobereits chaft und Wutanfälle analysiert. Mit
Hilfe logistischer Regression wurden “Best-Fit-Modelle”
für leichtes, mittleres und schweres selbstverletzendes
Verhalten erstellt. Leichte/mittlere Selbstverletzungen
im Rahmen von Tourette Syndrom korrelierten mit verschiedenen
Arten von Zwangsverhalten in Form von Aggressionen und Zwängen.
Schwere Selbstzerstörungen beim Tourette Syndrom
korrelierten mit einer gestörten Impulskontrolle insbesondere
mit Wutanfällen und risikobereitem Verhalten. Außerdem
korrelierten sämtliche Formen der Selbstzerstörung
mit der Tic-Schwere.
Die Studie zeigt, dass leichte/mittlere
und schwere Formen der Selbstzerstörung im Rahmen von
Tourette Syndrom unterschiedliche Phänomene zu repräsentieren
scheinen, was Auswirkungen auf die klinische Vorgehensweise
bei diesen Symptomen hat.