Kernspintomographische Bewertung von Kindern mit Zwangserkrankung
oder Tics in Zusammenhang mit Streptokokken-Infektionen
Am J Psychiatry
Jay N. Giedd, M.D., Judith L. Rapoport, M.D., Marjorie A.
Garvey, M.D., Susan Perlmutter, M.D., and Susan E. Swedo,
M.D.
Die Autoren untersuchten selektiv eine
Beteiligung der Basalganglien bei Kindern mit Zwangserkrankung
(OCD) und/oder Tics, bei denen ein Zusammenhang mit Streptokokken-Infektionen
vermutet wurde. Mit Hilfe rechnerunterstützter morphometrischer
Verfahren analysierten die Autoren die kernspintomographischen
Aufnahmen des Gehirns von 34 Kindern mit OCD und/oder Tics,
bei denen ein Zusammenhang mit Streptokokken-Infektionen
vermutet wurde und 82 gesunden Kontrollen, die in Bezug
auf Alter und Geschlecht gemischt ausgewählt wurden.
Es zeigte sich, dass bei Kindern mit Steptokokken-assoziiertem
OCD und/oder Tics Caudatus, Putamen und Globus pallidus
(Anm. d. Übers: Teile der Basalganglien) signifikant
größer ausfielen als bei den Kontrollen.
Dies galt nicht für den Thalamus oder
das gesamte Gehirn.. Die Unterschiede ähnelten denen,
die vor Kurzem für Personen mit Chorea Sydenham im
Vergleich zu Kontrollen beobachtet wurden. Diese Befunde
unterstützen die Hypothese, dass es eine Untergruppe
von Kindern mit OCD und/oder Tics gibt, die vergrößerte
Basalganglien aufweisen. Sie passen zu der Hypothese einer
Autoimmunreaktion auf Streptokokken-Infektionen.