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Der Zusammenhang zwischen Infektionen mit Streptokokken der Gruppe A und Tourette-Syndrom

Department of Neurological and Psychiatric Sciences, University of Bari, Department of Biomedical Istituto Superiore di Sanità, Rome, Italy
Dev Med Child Neurol. 2011

Das Ziel der vorliegenden Studie war es, die Beziehung zwischen der Diagnose und dem klinischen Verlauf eines Tourette-Syndroms (TS) und einer Infektion mit Streptokokken der Gruppe A (group A Streptococcus (GAS) zu evaluieren.

Infektionen, anti-streptokokkale und anti-Basalganglien-Antikörper (ABGA) wurden verglichen zwischen 168 Patienten (136 männlichen und 32 weiblichen) mit TS (mittleres Alter 10 Jahre [8-11]); (mittlere TS-Dauer 3 Jahre (1 Jahr 3 Monate- 5 Jahre 9 Monate) und einer Vergleichsgruppe von 177 Patienten (117 männlich, 60 weiblich) mit epileptischen Erkrankungen oder Schlafstörungen ( mittleres Alter 10 Jahre (8 Jahre – 1 Jahr, 6 Monate).

144 Patienten mit TS wurden mit 3 monatigen Intervallen untersucht, wobei die Verschlimmerung von Tics, Zwangsverhalten und anderen psychiatrischen Komorbiditäten mittels Bootstrap-Verfahren definiert wurde. Die Auswirkung neuer GAS-Infektionen und die Identifizierung von neuen ABGA auf das Risiko einer Verschlechterung wurden bei einem Querschnitt der Patienten mittels Regressionsanalyse ermittelt.

Es zeigte sich, dass TS-Patienten eine höhere Frequenz von GAS-Infektionen aufwiesen (8% vs 2%, p=0,009), höhere Anti-Streptolysin O (ASO) Titer (246 [108-432] vs 125 [53-269]; p<0.001), sowie eine höhere ABGA Frequenz (25% vs 8%; p<0.001) als die Kontrollgruppe. Bei einer prospektiven Analyse waren die ASO Titer bei 57% der TS-Patienten anhaltend erhöht, doch ließen neue Infektionen oder neu identifizierte ABGA keine Vorhersagen bezüglich einer Verschlechterung der Symptomatik zu.

Offensichtlich neigen Patienten mit TS eher zu GAS-Infektionen und entwickeln stärkere Antikörper-Reaktionen auf GAS, wahrscheinlich aufgrund einer zugrunde liegenden Dysregulation des Immunsystems. Neue GAS-Infektionen scheinen auch Jahre nach ihrem Einsetzen jedoch keinen deutlichen Einfluss auf die Symptomatik von neuropsychiatrischen Erkrankungen zu haben.


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